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Mittwoch 18.03.2009 1. Patient?

Erinnert ihr euch noch an den Bericht vom 22.10.2007 ? Dort hatten wir euch von dem 1. Patienten im Hospital Diospi-Suyana berichtet. Was ist aus diesem Mann geworden? Vor einiger Zeit kam Cipriano wieder ins Hospital um sich wegen Schmerzen behandeln zu lassen. Ziemlich schnell war klar das er operiert werden musste und wir reservierten ihm einen Operationstermin. Da er nocheinmal für ein paar Tage nachhause musste hatten wir die Gelegenheit seine Lebensumstände etwas näher kennenzulernen. Was wir dort angetroffen haben hat selbst uns, die wir ja inzwischen einigen gewohnt sind, erschüttert .Cipriano lebt mit seinem 16 jährigen Ekel, der sich aber überhaupt nicht um ihn kümmert, in einer alten Lehmhütte. Der alte Mann schläft bei jedem Wetter draußen vor der Hütte auf einem alten Tierfell und einer dünnen Decke. Im Haus möchte er nicht wohnen, er hat wohl Angst jemand könnte ihm etwas klauen. Seine Kochstelle ist ziemlich schmutzig und der fast blinde Mann kann sich kaum selbst versorgen. Er versucht sich zwar mehr oder weniger selbst etwas zu kochen aber eine warme Mahlzeit hat er nicht jeden Tag. Wie wir herausfinden konnten hat er wohl noch 2 weitere Kinder welche selbst Geld verdienen und sogar Autos besitzen aber sich überhaupt nicht um ihren alten Vater kümmern. Warum dies so ist konnten wir leider nicht herausbekommen. Als wir ihn schließlich im Hospital aufgenommen hatten wurde Cipriano ersteinmal wieder richtig gewaschen und aufgepäppelt, jede Mahlzeit die wir ihm servierten verschlang er auch sogleich. Inzwischen ist die Operation vorbei und er kann wieder zurück in sein Haus. Mit der Familie haben wir nochmal geredet das sie sich mehr um ihren Vater kümmern müssen, wir hoffen und beten ihn in einigen Monaten nicht wieder so verwahrlost vorzufinden.

Seine Schlafstelle ein altes Tierfell und eine Decke

Die "Küche" von Cipriano

 

Donnerstag 12.03.2009 Wie bitte, SPAM?

Viele Dinge hier im Land sind für uns inzwischen "normal" geworden aber gestern schaffte es Peru aber mal wieder uns zu erstaunen. Am Mittwoch morgen bekam ich eine Email von einer Person aus Peru welche gerne im Bereich EDV / Computer arbeiten möchte. Auf der ersten Seite zeigte sich gleich die aktuelle Tätigkeit welche diese Person im Moment ausführt:

Natürlich habe ich gleich meinen peruansichen Kollegen gefragt ob das stimmt was dort steht oder ob ich das nur falsch verstanden haben. Nein, es stimmt wirklich diese Person versendet seit 3 Jahren beruflich SPAM! Allein aus diesem Grund würde ich sie gerne mal einladen, denn in Deutschland kenne ich niemanden der darin ausgebildet wäre :-)

 

Montag 09.03.2009 Rundbrief Nr.15

Unser Rundbrief Nr. 15 ist fertig. Wer unsere Rundbriefe regelmäßig per Papierpost oder E-mail erhalten möchte kann uns gerne eine kurze Email schicken, wir kümmern uns dann um den Rest. Unsere Kontaktdaten findet ihr unter Kontakt. Die Online Version unserer Rundbriefe zum herunterladen findet ihr hier.

 

Freitag 06.03.2008 Wasser!

Ein leidiges aber leider immer wieder aktuelles Thema hier in Curahuasi. Am Montag rutschen in den Bergen oberhalb von Curahusi zwei Berghänge auf der ganzen Breite ab und schnitten Curahuasi mal wieder komplett von der Wasserversorgung ab. Diesmal traf einer dieser Bergrutsche auch die eigentlich sehr sichere Wasserversorgung vom Hospital. Unsere Zisterne vom Spital war noch gut gefüllt trotzdem musste der Schaden schnell behoben werden. Auf die Hilfe der Stadt konnten wir nicht warten, also machten sich 6 unserer Arbeiter am Dienstag morgen mit Schaufeln und Spitzhacken auf den Weg um den Wasserkanal (er verläuft überirdisch) wieder freizulegen. nach 6 Stunden war das Problem auch behoben und die Zisterne vom Hospital füllte sich wieder. Nicht so in Curahuasi, am Mittwoch morgen hatten die Stadt nach 3 Tagen das Problem immer nocht nicht im Griff. Wir boten an mit allen Leuten zum ausgraben des Wasserkanales zu kommen aber es fehlte wohl an der nötigen Organisiation unser Angebot anzunehmen. Die Feuerwehr verteilte schon wieder Wasser mit ihrem Löschfahrzeug und das ganzen Tag konnten man Leute mit Eimern und Schüssel zum Fluß laufen sehen um sich dort mit Wasser zu versorgen. Dann am 4. Tag begann das Wasser endlich wieder mit ein wenig Druck in die Stadt zu laufen. Endlich überstanden dachten wir, bis unser Nachbar und Vermieter gestern Abend an unsere Haustüre klopfte und uns mitteilte das bei den Strassenarbeiten vor unserer Haustür leider unsere Wasserleitung mit abgeschnitten worden ist. Alle Anwohner der Strasse müssen sich jetzt selbst um einen neuen Anschluss bemühen, sprich Graben buddeln, Wasserrohre kaufen und selbst anschließen. Na ja so langsam wird man hier zum Allroundhandwerker :-) Wir hoffen das wir dieses Projekt bis Montag abgeschlossen haben und endlich wieder "normal" Wasser haben.

 

Sonntag 01.03.2009 Geschafft

Schon oft haben wir euch von Donato, Elvis, Antonio, Juan-Carlos, Mario und Amilcar den Kinder der verstorbenen Augustina geschrieben. Inzwischen sind die Kinder ganz gut versorgt und ihr Leben läuft, bis auf einige kleine Unfälle, in relativ geordneten Bahnen ab. Eines Abends zum Beispiel klopften die Kinder ganz wild an unserer Tür und schoben Mario auch gleich hinein als wir die Tür öffneten. Mario war auf eine Blechdose gefallen und hatte sich so einen 2 cm langen Schnitt in der Kopfhaut zugezogen. Aber da wir unsere OP-Schwester gleich nebenan wohnen haben, war auch diese Wunde schnell versorgt. Donato, der Zweitälteste der Jungs, konnte in seinen Ferien im Hospital für 2 Monate als Gärtner arbeiten und sich so ein Taschengeld dazuverdienen. Nächste Woche beginnt für die Großen wieder die Schule und für Antonio der Kindergarten. Eine Sache bereitete uns in den letzten Wochen allerdings ein wenig Unbehagen. Das Haus und somit auch das Grundstück welches die Kinder bewohnen, lief immer noch auf den Namen des Vaters. Rein rechtlich gesehen hätte er jeden Tag vorbeikommen können und seine Kinder aus dem Haus vertreiben können. Da er seit vielen Jahren nicht mehr in Curahuasi war und weit im Süden von Peru lebt, standen die Chancen auch sehr schlecht, dass wir seine Unterschrift bekommen würden, um das Grundstück an seine Kinder zu überschreiben. Im Dezember wurden die Kinder überraschend für 4 Woche Ferien zu einer Tante in den Süden Perus eingeladen und dort haben sie auch ihren Vater getroffen. Er entschloss sich die Kinder nach dem Besuch bei der Tante zurück nach Curahuasi zu begleiten. Es war natürlich ein heikles Unterfangen und er hätte auch ablehnen können, aber schließlich konnten wir den Vater überzeugen uns die notwendige Unterschrift zu geben, um das Grundstück an die Kinder zu überschreiben. Nun endlich sind die offiziell beglaubigten Pläne da und die Kinder müssen nicht mehr befürchten aus dem Haus vertrieben zu werden.

 

Donnerstag 19.02.2009 Oliver

Bereits im Oktober letzten Jahres lernte Simone Oliver in der Physiotherapie kennen. Oliver ist 5 Jahre alt und leidet leider seid seiner Geburt unter einer sogennanten Cerebralparese. Wahrscheinlich durch einen Geburtschaden sind vorallem seine Beine spastisch und auch seine Arme und Hände kann er nur mit Mühe einsetzen. Seine Möglichkeit sich fortzubewegen war auf eine Art krabbel oder auf allen Vieren Vorrutschen beschränkt. Obwohl auch sie etwa eine Autostunde vom Hospital entfernt wohnen, kamen sie regelmässig zur Therapie und die Eltern halfen bei den Übungen zu hause. Ende Januar war es dann soweit und alle konnten nur staunen. Oliver konnte ohne fremde Hilfe stehen. So sahen wir die Gelegenheit den nächsten Schritt zu gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Gemeinsam mit David, unserem Schreiner, nahmen wir Mass. Wo wir in Deutschland einen Kinder-Gehwagen aus dem nächsten Sanitätshaus beziehen, ging es für David zurück in die Schreinerwerkstatt. Anfang dieser Woche kamen Oliver und seine Mutter wieder zur Physiotherapie und wir konnten den kleinen "mini"-Gehwagen aus Holz an unseren kleinen Patienten übergeben. So kann er nun ohne fremde Hilfe seine ersten Schritte wagen und wir sind zuversichtlich dass er in Zukunft auch ohne ein weiteres Hilfesmittel durchs Leben geht.
Wir sagen unserem peruanischen Schreiner vielen herzlichen Dank für die kreative Umsetzung der Idee! So seht selbst die strahlenden Augen von Oliver:

 

 

Sonntag 01.02.2008 Totoray

Gestern waren wir wieder mit dem Unimog und 3 weiteren Fahrzeugen auf Besuch in einem kleinen Bergdorf namens Totoray. In Zusammenarbeit mit einer kleinen evangelischen Gemeinde konnten wir dort ein Programm für die Bewohner organisieren. Die Bewohner konnten sich von einem der insgesamt 3 Ärzte kostenlos untersuchen lassen und wurden bei Bedarf auch mit den notwendigen Medikamenten versorgt. Immerhin konnten auf diesem Wege gestern etwa 110 Patienten untersucht werden. Für die Wartenden gab es nebenbei ein Programm mit der guten Nachricht von Jesus, Pantomime, gesundheitliche Aufklärung zu verschiedenen Themen und sogar einen Clown für die Kinder. Zum Abschluss konnten wir an die Menschen von Totoray wieder Lebensmittelpakete mit Reis, Linsen, Obst und Gemüse verteilen. Für die Kinder gab es Kekse, Luftballons und Murmeln. Ein Kind hatte wohl zum erstenmal in seinem Leben einen Luftballon in der Hand und war selbst ganz erstaunt als es ihn plötzlich aufgeblasen hatte und der Ballon immer größer wurde. Der Renner waren mal wieder die unzähligen Sonnenbrillen welche wir als Spende mit dabei hatten. Es war eine gelungene Aktion,aber schaut euch einfach die Fotos an.

 

Samstag 14.02.2009 Polizei!

Diesen Bericht konnten wir euch einfach nicht vorenthalten, unser Einkäufer Geri berichtet:

Letzten Donnerstag war ich mit unserem Fahrer in Cusco unterwegs um Einkäufe zu erledigen. Wir standen ca. 20m unterhalb eines Kreisverkehrs in einer nicht als Sperrzone deklarierten Strasse, um Einkäufe für die Wäscherei vom Hospital aufzuladen. 30 Kisten Reinigungsmittel, 75kg Waschmittel und 15 Gallonen Fensterreiniger. Nach 15 Minuten war auch schon alles aufgeladen und regensicher verpackt. Plötzlich hielt hinter uns ein Bus und blockierte so den kompletten Verkehr im Kreiselverkehr. Prompt kam ein etwa 1,50m großer Polizist (inklusive Tropenhelm) angelaufen, da er in uns die Ursache der "Verstopfung" sah. Es folgte eine längere Diskussion über, Wann man, Wo, Wieviel, in 15min. laden kann oder nicht. Er holte sein kleines Strafzettelbuch heraus und begann mit seinem Kugelschreiber herumzufuchteln um uns mitzuteilen das jetzt der günstigste Zeitpunkt war, ihn mit einem kleinen Bonus zu versehen. (Polizisten können einem in Peru ohne weiteres den Führerschein entziehen, und es ist eine Odyssee ihn wiederzubekommen.) Da wir aber generell keine Bestechungsgelder bezahlen brauchten wir eine andere Lösung. Der Polizist begann uns nach unserer Ladung zu fragen. Ich teilte ihm mit was wir geladen hätten und er begann mich anzulächeln und sagte: "Ja, ein Fensterreiniger sei jetzt genau das was er bräuchte!" Zu unsere kleinen Diskussionsrunde hatten sich nun auch zwei Angestellte unsere Putzmittelfirma und die Chefin des Ladens dazugesellt. Da sah Ignacio, unser Fahrer die Chance und bat die Verkäuferin sich doch um diesen armen Polizisten zu kümmern. Sie lud ihn ein doch mal in ihren Laden zu kommen um sich verschiedene Produkte anzusehen.
Er war mit der Lösung zufrieden und wünschte mir (dem Mister Gringo) viel Glück. Als sie mit dem Polizisten in dem Laden verschwanden nahmen wir sofort mit unserem Pickup und allen Einkäufen reisaus vor dem Polizisten. 10km später wurden wir wieder etwas außerhalb von Cusco angehalten. Die Polizisten wollten unsere Papiere sehen. Einer von ihnen interessierte sich sehr für unsere Ladung. "Dokumente!" schrie er. (In Peru ist es üblich das auch Privatpersonen bei Kontrollen Belege für sämtliche Einkäufe vorzeigen müssen, wenn die Einkäufe verschiedene Provinzen passieren.) Wir erklärten ihm das wir vom Hospital Diopsi-Suyana in Curahuasi kämen. Er nahm Notiz von unserem Logo und Schriftzug auf der Fahrerseite, schreckte ein bisschen zurück und sagte: "Weiterfahren, Bendiciones!" Bendiciones heisst soviel wie, "meinen Segen" oder in dem Zusammenhang, "eine gesegnete Weiterfahrt". Zum Glück ist Diospi-Suyana inzwischen schon weit bekannt in Peru und hat uns schon oft vor Kontrollen bewahrt.

Die Aufgabe des Tages für euch:
Versucht doch einmal den lieben Herrn Wachtmeister in Deutschland mit Fensterreiniger zu bestechen. Es sei wohl auch schon mit Äpfeln hier in Peru gelungen, hat man mir gesagt...

 

Freitag 06.02.2009 Bremsen!!!!

Auf einer Fahrt mit unserem Hospital Pickup nach Abancay ertönten beim Bremsen komische Schleifgeräusche aus dem Radkasten des Autos. Wieder zurück im Spital entfernten wir gleich das Vorderad und fanden die Bremsklötze in einem "etwas" desolaten Zustand vor. Bei einem Bremsklotz fehlte der komplette Belag und der zweite sah auch nicht viel besser aus. Kein Problem dachten wir und versuchten neue zu bestellen. Erstaunlicherweise bekamen wir überall die Antwort: " Nein dieses Modell führen wir nicht, aber wir könnten das kleben!" Kleben!, Bremsbeläge also nichts gegen Recycling, aber wir fanden bei Bremsbeläge hört das doch irgendwie auf. Also suchten wir weiter. Nur in der Hauptstadt Lima (immerhin 1600 km) konnten wir einen Satz neue Originalbeläge auftreiben. Aber der die müsste schon jemand persönlich abholen denn verschicken würden sie die natürlich nicht! Schließlich nahm sich einer unserer peruanischen Mitarbeiter dem Problem an und zeigt uns zu unserem Erstaunen wie das ganze hier in Peru funktioniert. Er fuhr mit den alten Bremsbelägen zu einem Mechaniker hier in Curahuasi, dieser schnitt aus einem großen Block ein Stück Bremsbelag aus und klebte das ganze einfach auf unsere alten Bremsbeläge. Okay wir müssen zugeben auf der 1. Fahrt qualmte das ganze noch ziemlich weil der Mechaniker die Beläge ein wenig zu dick geschnitten hatte, aber inzwischen bremst es ganz gut. So haben wir hier wieder etwas gelernt:" Bremesbeläge schnitzt man sich hier in Peru selbst!"

Die Bremsklötze aus unserem Hospital Pickup

 

Dienstag 27.01.2009 Gewalt in der Familie

Als wir heute morgen gerade das Haus verlassen wollten um zur Arbeit zu gehen klopfte es plötzlich an unserer Tür. Vor der Tür stand eine unserer Angestellten aus dem Hospital mit Sonnenbrille um ihre Augen zu verdecken. Als sie diese abnahm kam ein geschwollenes Auge zum Vorschein. Sie erzählt uns das ihr Mann gestern Abend betrunken nach Hause gekommen ist und sie dann geschlagen hat. Natürlich mussten wir dieser Frau helfen und so bin ich (Timo) zusammen mit einem anderen Missionar und der Frau sogleich zu ihrem Haus um die Situation zusammen mit ihrem Mann zu klären. Ihren Mann trafen wir auch gleich nüchtern und friedfertig zuhause an. Nachdem beide ihrem Ärger erstmal durch Worte Luft gemacht hatten ging es daran die Problem zu suchen um ihnen zu helfen. Jetzt erst war auch ein normales Gespräch mit beiden zusammen möglich und sie konnten uns ruhig erzählen wie die Situation so eskalieren konnte. Eigentlich trifft man diese Probleme welche die beiden haben hier in Curahuasi in fast jeder Familie an. Der Mann trinkt Alkohohl, es gibt Streit über Geld, Kinder, Essen etc. und irgendwann eskaliert das ganze. Wir haben dem Mann erklärt das egal wie schwierig eine Situation auch ist er niemals sein Frau oder Kinder schlagen darf und das es immer eine gewaltfreie Lösung gibt. Für die nächsten 5 Tage haben wir zusammen mit den beiden vereinbart das der Mann erstmal bei seinen Eltern unterkommt damit sich die Situation erstmal entspannen kann. Danach werden wir Schrittweise versuchen für die beiden eine Lösung zu finden damit sie wieder zusammenfinden können. Betet mit uns das es klappt denn immerhin haben beide zusammen 5 Kinder und sind nun schon seit mehr als 20 Jahren zusammen.

 

Samstag 24.01.2009 Sehr unruhig....

war letztens eine unserer älteren Patientinnen (80 Jahre) neulich abends, immer wieder deutete sie auf ihren Bauch und sagte „pitschi“ (was soviel bedeutet wie „Pipi“). Mehrfach haben die Schwestern sie daraufhin ins Bad gebracht und auf die Toilette gesetzt, aber ohne Erfolg, sie konnte oder wollte dann doch kein „pitschi“ machen.

Später hat sich herausgestellt, dass es sich dabei mal wieder um ein komplettes Missverständnis gehandelt hat, das Anliegen der Patientin war ein ganz anderes; einer unserer jungen Patienten (15 Jahre)(der schon etwas länger auf Station ist und sich in allen Krankenzimmern zuhause fühlt) hat sie gleich verstanden und Abhilfe geschaffen: bei Bauchschmerzen, und darunter leidet diese ältere Patientin, ist es hier Brauch, sich Urin auf den Bauch zu reiben; das muss gar nicht notwendigerweise der eigene sein. Der junge Mitpatient konnte die arme Frau offensichtlich nicht leiden sehen und hat, als die Schwestern den Raum verlassen hatten, in eine Flasche gepinkelt und der Patientin mit seinem Urin den Bauch eingerieben. Die hat sich so gefreut, dass wenigstens einer im Krankenhaus was von Schmerztherapie versteht und ist zufrieden eingeschlafen. (Danke Marit für den Bericht :-)

 

Dienstag 20.01.2009 Wut, Trauer, Verzweifelung

Am letzten Wochenende bekamen wir zwei Notfälle ins Hospital eingeliefert, für die uns einfach die Worte fehlen. Wir haben lange überlegt, ob wir Euch diese Geschichten schreiben oder doch vorenthalten sollen. Jetzt haben wir uns für eine Fassung ohne Fotos entschieden, weil diese einfach zu schrecklich sind. Unsere diensthabende Ärztin hatte gerade ihren Nachtdienst begonnen, als ein Auto mit einer schwerverletzten Frau vorgefahren kam. Ein Ohr der Frau war fast abgerissen, in den Hinterkopf waren tiefe Wunden geschlagen. Ein Finger war fast abgerissen. Der Exmann dieser Frau wollte sie umbringen und hatte so immer wieder mit einem Stein auf sie eingeschlagen und zum Schluss versucht, sie im Fluss zu ertränken. Das Glück dieser Frau war wohl, dass ein Autofahrer die Situation bemerkt hatte, so das der Täter von seiner Exfrau abließ und sie flüchten konnte. Schwerverletzt kam sie bis zur Strasse, von wo sie ein Auto zu uns ins Hospital brachte. Der Exmann hat noch am selben Abend Selbstmord begangen. Die Frau musste bei uns mit ca. 55 Stichen genäht werden, wird aber "außer" Narben keine äußeren Verletzungen davontragen. Von den inneren Verletzungen möchte ich gar nicht sprechen. Mit diesem Ausmaß an Gewalt sind wir bis jetzt noch nicht konfrontiert worden und auch wir müssen erst lernen mit diesen Situationen umzugehen.
Damit nicht genug, kaum war diese Patientin versorgt, bekamen wir einen
jungen 26-jährigen Patienten aus dem nahgelegenen Gesundheitsposten
überwiesen. Dieser Patient hatte in den heissen Quelle bei Curahuasi gebadet und war dabei von einem herunterfallenden Stein eines Steinschlages am Hinterkopf getroffen worden. Er trieb 10 Minuten leblos auf dem Wasser, bis ihn seine Freunde aus dem Wasser zogen und in den Gesundheitsposten brachten. Von dort kam er direkt zu uns. Der Patient mußte notfallmäßig intubiert und künstlich beatmet werden. Nach Durchführung einer Computertomographie zeigte sich eine ausgeprägte Schwellung des Gehirnes, es war klar, dass eigentlich die Schädeldecke das Patienten geöffnet werden müsste, um ihn zu retten. Für solch eine schwierige Operation haben wir aber keinen Spezialisten am Spital, deswegen kontaktierten wir sofort einen Neurochirurgen aus dem 120 km entfernten Cusco. Usere Bitte lautet, er möge doch kommen und die OP mit unserem OP-Team hier am Hospital durchführen. Der Arzt aus Cusco hatte aber keine "Lust" zu kommen, wie er am Telefon verlauten ließ. Die einzige Hoffnung für diesen Patienten war also ein Transport nach Cusco, der nicht nur aufgrund seiner ausgeprägten Hirmschwellung, sondern auch aufgrund einer ausgeprägten Schädigung der Lunge als gefährlich einzustufen war. Die Kollegen aus Cusco schickten bald darauf einen Krankenwagen, um den Transport zu realisieren. Der Patient hat den Transport leider nicht überlebt. Für uns ist es manchmal schwer, Gottes Wege zu verstehen und auch wir können den Angehörigen nur Trost zusprechen, ohne ihnen den Sinn des Ganzen erklären zu können. Wir beten für die Angehörigen, dass sie die Situation annnehmen und verarbeiten können und versuchen ihnen die Begleitung zu geben, welche sie brauchen.

 

Sonntag 18.01.2009 Grundsteinlegung auf peruanisch

400m trennen das Hospital Diospi-Suyana im Moment von der asphaltierten Hauptstrasse. Leider ist dieser Teil überhaupt nicht befestigt und verwandelt sich in der Regenzeit in eine Matschpiste. Ca. 1 Jahr und 30 Besuche bei der peruanischen Regierung in Abancay waren notwendig damit das Projekt "Asphaltierung Zufahrtsstrasse" endlich beginnen konnte. Gestern war dann der große Tag und die Bauarbeiten sollten mit einer kleinen Grundsteinlegung beginnen. Die Uhr zeigt 9 Uhr! Eilig wurden Stühle aufgestellt, ein Zelt, ein Rednerpult, etc. 9:45 Uhr, alles war fertig aufgebaut. Dann kam von irgendwoher eine verantwortliche von der Regierung aus Abancay (oder woher auch immer, ihr kennt das ja hier mit den Zuständigkeiten :-) Aufjedenfall gefiele es der Dame "besser" wenn die ganze Zermonie draußen direkt an der Strasse stattfinden würde. Aber natürlich, alles kein Problem (die Uhr zeigte inzwischen 9:50 Uhr und das Spektakel sollte um 10 Uhr losgehen). Also bauten wir alles wieder ab und 20 m weiter wieder auf. 100 Stühle, Zelt, Rednerpult, Tontechnick, Lautsprecher, Kabel, etc.... 10:15 Uhr alles steht und der Präsident von Apurimac gibt uns die Ehre mit seinem Besuch. Plötzlich kommt ein kleiner Mann aufgeregt auf mich zu, Guten Tag... Danke auch mir geht es gut... Ja, also er hätte da ein kleines Problem, (die Uhr zeigte inzwischen 10:15 Uhr, nur zur Erinnerung es sollte um 10 Uhr losgehen!). Ja, wie kann ich ihnen helfen? Also er hätte gerade noch die Rede des Präsidenten per Hand geschrieben aber er müsste diese noch abtippen damit der President von Apurimac das ganze auch vortragen könne. Ob wir nicht einen Computer hätten der er gerade nutzen könnte und vielleicht auch einen Drucker, der President müsste doch nun seine Rede halten. Aber natürlich! Hier in Peru gewöhnt man sich dran auch in den unmöglichsten Situationen das UNMÖGLICHE möglich zu machen. Okay, die Rede war fertig ausgedruckt und die Uhr zeigte 10:30 Uhr. Wir konnten beginnen...
Es gab Ansprachen, Reden, etc... Oh ja, es kam spontan noch eine Musikgruppe... "Äh, ob die beiden Herren Musiker vielleicht noch ihre Gitarren an das Mischpult anschließen könnten?" Aber natürlich! Unter dem Publikum befand sich noch eine "Starsängerin" aus Curahuasi.. Aber natürlich kann die Dame auch noch singen (Bei der Tontechnik muss man hier inzwischen auch noch damit rechnen spontan ein Rockkonzert zu organisieren :-) Dann der feierliche Moment, Die 4 Tonkannen werden zerschlagen (dies ist hier so brauch für die Grundsteinlegung). Aber warum 4? Na ja, 1 Einweihung lohnt sich ja auch kaum deswegen feiern wir gerade eine 4-Fache Einweihung. Nebenbei hat der Präsident nicht nur die Zufahrtsstrasse und das neue (im bau befindliche) Abwassersystem von Curahuasi eingeweiht sonder auch gleich noch 2 weitere kleinere Baustellen. Wir werden sehen, die Baumaschinen stehen bereit und Montag soll es endlich losgehen. Die Zufahrtsstrasse soll dann nach 45 Tagen Bauzeit fertiggestellt sein. Wir halten euch auf dem laufenden.

Die Baumaschinen stehen bereit

 

Mittwoch 14.01.2009 Wasser und Schwesternrufanlage

Das Stadtwasser ist zurückgekommen, am Mittwoch morgen begann sich unser Wassertank wieder mit Druck zu füllen. Na ja über die Qualität kann man sich noch ein wenig streiten denn nicht immer kann man den Boden vom Wasserglas erkennen, aber das muss wahrscheinlich so sein :-) In der letzten Woche war mal wieder viel los im Hospital. Am Montag morgen kamen so viele Patienten in die ambulante Behandlung das wir ab 10 Uhr schon bis Donnerstag mittag alle Nummern der Warteschlange ausgegeben hatten. In der Ferienzeit reisen die Leute oftmals aus allen Teilen des Landes an um sich hier behandeln zu lassen. Trotzdem mussten wir die Station nocheinmal in eine Baustelle verwandeln. Mit dem letzten Container bekamen wir die Schwesternrufanlage geliefert und diese musste nun so schnell wie möglich eingebaut werden. Wir hatten 7 Tage Zeit um: 1500m Kabel zu verlegen, 80 Schalterdosen in die Wand zu bringen, alle Schlitz wieder zu schließen und alle Wände wieder zu streichen. Denn nach diesen 7 Tagen sollte wieder operiert werden und damit wären alle Patientenzimmer besetzt gewesen. Zusammen mit 5 Arbeitern haben wir schließlich die Arbeitsfrequenz soweit erhöht das wir jeweils 2 Räume inklusive streichen pro Tag geschaft haben. Seit Dienstag Abend können nun die Patienten im Notfall nach einer Schwester klingeln. Wieder ein Projekt geschafft aber das nächste lässt wie immer nicht lange auf sich warten. Container Nr. 20 hängt mal wieder im Zoll fest und wir hoffen diesen noch in dieser Woche freizubekommen. Unteranderem befindet sich in diesem Container eine Photovoltaik-Anlage mit der wir die ganze Beleuchtung rund um das Hospital betreiben wollen.

Einer der 3 Flure mit den Lampen über den Türen

Eine der Klingeln in den Patientenzimmern

 

Dienstag 06.01.2009 Wasser!!!

Eigentlich lohnt es sich kaum noch über dieses Thema zu schreiben aber diesmal scheint es schlimmer zu sein als sonst. Am Sonntag Abend hat ein Erdrutsch in den Bergen vor Curahuasi die komplette Wasserversorgung in unser Dorf unterbrochen. Bis Montag morgen wurde die Stadt noch aus einem kleinen Reservoir versorgt aber auch dieses ist inzwischen leer. Ganz Curahuasi ist im Moment ohne Wasserversorgung! Über Radio wurde bekanntgegeben das die Versorgung am Dienstag 14 Uhr wieder funktionieren sollte. Dann sagte man 18 Uhr und schließlich 19 Uhr. Zwischendurch gab es ein paar Tropfen aber auch diese versiegten schnell wieder. Inzwischen ist die Feuerwehr in unserem Viertel aufgetaucht und verteilt an alle Bewohner portionsweise Wasser. Eine Frau hat an der Hauptstrasse schon begonnen Wasser zu verkaufen, 1 Eimer mit ca. 5 Liter soll umgerechnet 0,25 Euro kosten. Bei einem Tagesverdienst von 2 Euro ist das schon ganz schon teuer. Irgendwie haben wir im Moment nicht die Hoffnung dass das Wasser schnell wieder zurückkommen wird.

 

Mittwoch 31.12.2008 Überraschung!!!

Zum Jahresabschluß 2008 haben wir für euch noch eine kleine Überraschung. Ich sage mal soviel, wir werden in 2009 nicht nur zu Zweit nach Deutschland reisen :-) Aber seht selbst:

 

Donnerstag 25.12.2008 Weihnachten

Am heiligen Abend machten wir uns früh morgens mit unserem Unimog auf den Weg. Mit an Board waren: 7 Mitarbeiter, 400 Pannetons, 2 Kisten Bananen, 2 Kisten Tomaten, 100 kg Reis, 25 kg Linsen, 50 kg Äpfeln, 200 Brötchen, 50 Fussbällen, christliche Traktate, 4 Kisten Kleidung, 1000 Tabletten gegen Parasiten, 600 Sonnenbrillen, etc. Unser Ziel war ein bitterarmes Dorf mitten in den Anden Perus. Man hatte uns gesagt, dass in dieser Gegend Menschen leben, die wirklich gar nichts haben und gerade diesen Menschen wollten wir Weihnachten bringen. Unsere Ankunft wurde vorher über Funk bekanntgegeben denn in dieser Region gibt es kein Telefon und nur ganz begrenztes Handynetz. Bei unserer Ankunft warteten schon ca. 150 Menschen auf uns. Es hatte die ganze Nacht geregnet und die Luft war klamm. Viele der Menschen waren durchnäst und man sah ihnen an, dass sie froren und Hunger hatten. Zuerst haben wir an alle warmen Kakao und Brötchen verteilt. Dann gab es für alle Kinder und Erwachsenen Äpfel und Bananen. Ein Kind biss direkt von der Banane ab ohne die Schale zu entfernen. Wir mussten ihm erst zeigen, dass man die Schale abmachen muss. Ich glaube sie hatte noch nie eine Banane gegessen. Wir hatten eine Ärztin mit dabei, welche dann einige Patienten behandeln konnte, während es für die Kinder eine kleine Theatervorführung gab. Alle Mütter bekamen noch ein großes Lebensmittelpaket geschenkt und für die Menschen mit der schlechtesten Kleidung hatten wir viele gebrauchte Anziehsachen dabei. Eine Frau fing direkt an zu weinen als wir ihr eine dicke Jacke anzogen. Für die Kinder gab es dann noch Pannetons und Fussbälle. Diese lachenden Kinderaugen werden wir wohl nie vergessen. Lasst einfach die Fotos auf euch wirken.

 

Dienstag 23.12.2008 Waschtag

Jeden Mittwoch ist bei uns im zuhause großer Waschtag. Nach der Arbeit kommen die Kinder der verstorbenen Augustina zu uns um sich richtig warm zu duschen und ganz saubere Kleidung anzuziehen. Meistens kommen 3-4 der Kinder und fragen schon beim hereinkommen ob wir das Wasser auch ganz warm einstellen können. Während die Kinder in der Dusche sind stecken wir die meistens völlig verschmutzte und durchlöcherte Kleidung in die Waschmaschine. Danach gibt es sauberer Kleidung und als Belohnung eine kleine Süssigkeit, obwohl sie sich so auf das Duschen freuen dass das eigentlich gar nicht notwendig wäre. Das Badezimmer sieht danach meistens aus wie ein Schlachtfeld aber immerhin fühlen sich sich wohl so frischgeduscht. Als angenehmen Nebeneffekt haben wir durch diese wöchentliche Intensivreinigung auch die Hautausschläge der Kinder in den Griff bekommen welche hauptsächlich durch mangelnde Hygiene hervorgerufen wurden. Beim ersten mal duschen hatten sie im Bad unseren Haartrockner entdeckt und fragten ganz interessiert was das ist. Wir erklärten ihnen dann das man damit die Haare trocknen kann. Ungläubige Blicke! Na klar dürft ihr den ausprobieren! Mario hielt den Föhn falschherum und in diesem Moment wurde mir erst wieder wirklich bewusst das sie so ein seltsamen Teil, welches für uns doch so selbstverständlich ist, noch nie in ihrem Leben gesehen hatten. Inzwischen gehört für die Kids das Föhnen genauso dazu wie das Duschen. In dieser Woche hatten wir den Waschtag wegen Heiligabend auf Montag verschoben und es gab sogar noch einen zusätzlichen Höhepunkt. Im Hospital haben wir eine Kleiderkammer mit Anziehsachen welche uns Besucher dagelassen haben. Aus diesem Fundus durften sich alle Kinder neue T-Shirts und Pullover aussuchen. Ihr könnt euch das Strahlen in den Gesichtern bestimmt vorstellen.

 

Freitag 19.12.2008 Rundbrief Nr. 14

unser Rundbrief Nummer 14 ist fertig. In diesem findet ihr noch einmal alle wichtigen Ereignisse der letzten Wochen auf einen Blick. Wer unseren Rundbrief gerne per Post oder Email bekommen möchte kann uns eine kurze E-mail schicken und wir kümmern uns dann um den regelmäßigen Versand zu euch. Die Adresse findet ihr unter Kontakt. Die Onlineversion befindet sich wie immer in unserer Kategorie Rundbriefe.

 

Mittwoch 17.12.2008 Weihnachtsfeier Kinderclub

Am letzte Samstag feierten wir im Amphitheater des Hospitals die große Weihnachtsfeier vom Kinderclub. Es kamen insgesamt ca. 650 Kinder mit ihren Eltern um das Krippenspiel und einige weitere Lieder und Anspiele, welche von den Kindern selbst vorbereitet wurden zu erleben. Zum Abschluß gab es für jedes Kind und jeden Erwachsenen einen Becher heiße Schokolade und ein kleines Panneton (Das ist dieser kleine süße Kuchen welchen man in Deutschland auch oft beim Italiener bekommt). Fotos findet ihr wie immer hier.

 

Freitag 12.12.2008 Generator (3)

Das fehlende Teil für den Generator kam wie versprochen am Abend gegen 20 Uhr am Hospital an und wurde auch sofort eingebaut. Heute morgen 7:45 Uhr war es dann soweit. Der letzte Test stand uns bevor, würde auch alles funktionieren und alle Relais in der richtigen Reihenfolge schalten? Immerhin kann der Generator 250 KW liefern und mit dieser Energie kann man schon einiges an Schaden anrichten. Wir schalteten den Stadtstrom ab und der Generator begann sich automatisch aufzuwärmen. Eine kleine Uhr zählte die Sekunden runter bis der Generator sich mit voller Leistung zuschalten würde 3...2...1 und das Licht im ganzen Hospital war wieder an. Jetzt der entscheidende Test welcher am Vortag nicht gelungen war, aber auch keinen Schaden angerichtet hatte. Wir schalteten den Stadtstrom wieder zu und 8 Sekunden später schaltete sich der Generator von selbst aus und wir wurde wieder aus der Stadt versorgt. Alles funktioniert nun und wir müssen nicht mehr jeden Abend alle empfindlichen System wie Server, Sauerstoff, Druckluft, Absaugung, etc. herunterfahren. Ab jetzt ist das Hospital 24h voll Einsatzfähig. Nachdem der Techniker gegen Freitag mittag wieder gefahren ist blieb uns aber nicht viel Zeit zum Ausruhen. Ein Ingenieur aus Lima war angereist um unsere Digitalisierungseinheit der Röntgenabteilung in Betrieb zu nehmen. Er wird wohl bis Sonntag bleiben um alles einzustellen und uns in die Administration und Handhabung der Geräte einzuweisen. Na ja ein wenig Zeit ist am Samstag auch noch, denn dann werden wir im Amphitheater des Hospitales mit 1000 Kindern und Erwachsenen die Weihnachtsfeier vom Kinderclub feiern. Für Diospi-Suyana eigentlich eine ganz normale Woche :-)

 

Donnerstag 11.12.2008 Generator (2)

Mittwoch mittag war tatsächlich ein Techniker aus Lima hier um das Relay einzubauen und den Automatikbetrieb auszuprobieren. Aus diesem Grund haben wir Mittwoch Nachmittag das ganze Hospital abgeschaltet. Alle Server, Labormaschinen, Operationsaal, Intensivstation, Blutbank, Satelittenverbindung, Telefone, etc. wurden abgeschaltet. Ich denke das wäre in einem deutschen Krankenhaus fast unmöglich durchzuführen. Um 15 Uhr haben wir dann den Hauptschalter ungelegt und für 60 Minuten stand der komplette Betrieb still. Man merkt erstmal wie abhängig wir doch vom Strom sind wenn nichts mehr läuft. Um 16 Uhr hatten wir wieder Strom und dann wurde bis 23 Uhr in der Nacht versucht die Automatik des Generators in Betrieb zu nehmen. Heute morgen war er dann soweit das dieser bei Stromausfall schon mal automatisch anspringt. Leider schaltet er nicht wieder wie vorgesehen um wenn der Stadtstrom zurückgekehrt ist. Der Techniker sagte uns: "Da fehlt leider ein Teil!" In den Moment weiß man echt nicht was man antworten soll. Wir haben dem Techniker gesagt das wir das ja schon öfters gehört haben aber jetzt nach fast 5 Monaten auch langsam eine Lösung brauchen. Wir möchten nicht das er das Hospital verlässt ohne das der Generator funktioniert! Er hat dann seinen Chef angerufen und ihm die Lage geschildert. Dieser hat sogleich aus Lima (1600 km) ein Taxi zum Flughafen geschickt (20 km). Dieses Flugzeug soll das Paket heute nach Cusco fliegen, dann holt es jemand heute Abend dort ab und fährt es mit dem Auto (2,5h) zu uns ins Hospital. Noch heute Nacht sollen dann noch die Tests laufen ob der Automatibetrieb funktioniert. Wir werden euch auf dem laufenden halten.

Unsere Notstrom

 

Montag 09.12.2008 Der ersehnte Tag?

Sollte es morgen tatsächlich soweit sein? Ich weiß gar nicht wie oft wir in der letzten Woche bei dem Hersteller des Relay angerufen haben, aber 10 mal waren es bestimmt. Man versprach uns zuerst das Teil am Montag sofort zu versschicken. Am Dienstag hatte man es leider noch nicht verschickt, aber Mittwoch bestimmt. Mittwoch und Donnerstag war dann mal wieder Streik hier in Peru und kein LKW kam durch bis zu uns. Am Freitag gegen 17 Uhr sagte man uns, natürlich würde man das Paket jetzt sofort versenden! Montag war Feiertag hier in Peru, also kam wieder nichts an. Heute morgen sagte man uns das Paket ist in Abancay (1,5h eine Strecke) und würde nicht weiterttransportiert weil es per nachnahme versendet worden ist. Also ist gerade jemand von uns unterwegs über den 4000 Pass um das Paket abzuholen und die 10 Soles (ca. 2,50 Euro Nachnahmegebür) zu bezahlen Morgen mit dem 1. Flug sollen die Techniker vom Generator vorbeikommen um das Teil zu installieren. Sollte morgen tatsächlich der große Tag sein das der Generator automatisch läuft? Wir werde es euch berichten!

 

Dienstag 02.12.2008 Yerson und Ruth

Vor einiger Zeit hatten wir euch von Yerson berichtet (siehe Artikel vom 06.10.2008). Yerson ist in der letzten Woche nun wieder zu seinen Eltern nachhause gegangen. Er hat hier in Hospital einige Kilos zugelegt und zum Schluss hat er auch das Essen von seiner Mutter akzeptiert ohne es wieder auszuspucken. Im Spital hat er außerdem gelernt an der Hand zu laufen und er ist ein richtig fröhliches Kind geworden. Trotzdem kommt er in regelmäßigen Abständen noch zur Kontrolle ins Hospital. Wir hoffen das er sich weiter so gut erholt und alle defiziete aufholen kann. Diese Woche haben wir dann ein neues Kind auf der Station aufgenommen. Ihr Name ist Ruth uns sie zeigt die selben mangelernährungen wie Yerson auch hatte. Ruth ist 2 Jahre alt und wie auch nur knapp 6 Kg Unsere Schwestern werden ihr bestes geben und wir werden nun versuchen auch sie aufzupäppeln.

Ruth

Montag 24.11.2008 Generator

Manchmal ist es ja wirklich zum Verzweifeln. Eine neue Episode aus der Reihe Generator! Am 6. August fuhr der LKW am Hospital vor und lud uns den tonnenschweren Generator auf den Hof. Nach einem halben Tag Arbeit stand der neue Stromerzeuger dann auch endlich auf seinem Platz und wir machten uns ans Anschließen der Leitungen. Releativ schnell stellte sich heraus das dieser Generator nicht für einen Automatikbetrieb geeignet ist. Ein Anruf beim Hersteller genügte und man bot uns an diesen so umzubauen, dass er dann bei Stromausfall automatisch startet. Wir sagten sofort zu und warteten damals 2 Wochen auf die Ankunft des Technikers. Als nach dieser Zeit noch immer niemand in Sicht war, meldeten wir uns wieder bei der Firma. Dabei teilte man uns mit, dass noch ein offizielles Dokument vom Hospital fehlt, welches aussagt, dass die Techniker auch wirklich vorbeikommen sollen. Kein Problem das Papier war binnen Stunden versendet und tatsächlich einige Wochen später war auch schon ein Techniker vor Ort um den Generator umzubauen. Nach einem Tag verkündetet uns dieser (immerhin war er 1600km gereist) das ein Schaltrelay in unserem Elektroschrank defekt sei und es nach Lima (wieder 1600 km) zur Reparatur verschickt werden müsse. Gut, wenn dann der Generator läuft machen wir das natürlich auch. Eine Woche später, der Techniker sollte mit dem reparierten Teil zurückkommen, erreichte uns nur eine E-mail mit dem Preis für ein neues Relay und den Einbau. 8000 Soles (ca. 2000 Euro). Nun versuchten wir täglich bei dieser Firma anzurufen um zu erfahren was denn mit dem Alten passiert sei. Nach einige Tagen erreichten wir endlich eine Person. Leider nur von der Wachmanschaft, der uns mitteilte dass in Lima gerade 3 Feiertage seien. Am 4. Tag erreichten wir dann endlich eine zuständige Person und diese sagte uns man würde das Teil überprüfen. Heute versuchten wir wieder bei der Firma vorzusprechen und erhielten folgende Antwort: "Das Relay ist ja defekt! Das müssten wir aber erst reparieren, wenn sie das brauchen." Genau deswegen hatten wir es vor knapp 2,5 Wochen an die Firma versendet! Er sagte dann dass er die Ersatzteile erst bestellen muss (ich werde schon mal ein offizielles Papier fertig machen das er das auch wirklich machen soll!!!), aber das würde bestimmt 3 Wochen dauern :-( Wir werden Mittwoch wieder anrufen (morgen ist nämlich Feiertag bei uns hier in Curahuasi) und beten bis dahin für eine hoffentlich schnellere Lösung. Sonst haben wir nämlich kaum Hoffnung mehr dieses Projekt vor Weihnachten fertigzustellen. Ohne Generator können wir nämlich auch die Blutbank nicht in Betrieb nehmen.

 

Donnerstag 13.10.2008 Armando Álvarez Santos

Heute möchten wir einen unserer Arbeiter vorstellen, welchen wir erst kürzlich eingestellt haben. Armando Àlvarez Santos ist 64 Jahre alt, verheiratet und hat 8 Kinder. Im Jahre 2005 half er beim freiwilligen Arbeitseinsatz im Amphitheater mit, wo Diospi-Suyana auf ihn aufmerksam wurde und seine persönliche Geschichte erfuhr. Sr. Àlvarez besitzt kein eigenes Land und kein eigenes Vieh, er verdiente sich seinen Lebensunterhalt indem er anderen Bauern auf den Anisfeldern halft. Pro Tag kann er dort etwa 6 Soles (ca. 1,50 €) verdienen. Seine rechte Hand musste ihm vor mehr als 13 Jahren amputiert werden als er betrunken mit Dynamit hantierte. Allein die Fahrt ins Krankenhaus nach Cusco, um diese Operation durchzuführen, dauerte mit dem Bus ca. 4 Stunden. Weiter erzählte er uns das ihm ein Nachbar 1996 von Jesus erzählt hat und sich sein Leben danach radikal verändert hat. Er hat aufgehört zu trinken und auch als seine Frau merkte wie positiv sich ihr Mann veränderte übergab auch sie ihr Leben Jesus. Die beiden sind arm aber glücklich und Gott unendlich dankbar. Inzwischen haben wir ihn für 2 Tage in der Woche im Hospital als Hilfsarbeiter eingestellt. Santos sammelt den Müll auf den ganzen Krankenhausgelände auf und sorgt so für Ordnung. Diese und ähnliche Geschichten zeigen uns immer wieder das dieses Hospital hier am richtig Platz ist.

Sr.Álvarez Santos 2006

Sr.Álvarez Santos heute in seiner Hospitalkleidung

 

Donnerstag 06.10.2008 Yerson

Auf dem Bild unten seht ihr Yerson, er ist 2 Jahre alt und hatte bei seiner Ankunft im Hospital ein Körpergewicht von unter 6 Kg. Normal für seine Alter wären 12 kg gewesen. Yerson konnte nicht sprechen, nicht laufen und war zielmlich mangelernährt. Jedesmal wenn seine Eltern ihn mit Essen füttern wollten spuckte Yerson alles wieder aus. Es scheint also auch ein soziales Problem zwischen den Eltern und dem Kind zu geben. Im Moment wird der Kleine bei uns im Hospital wieder aufgepäppelt. Er bekommt alle 2 Stunden etwas zu Essen und hat in den letzten Wochen schon einige hundert Gramm zugenommen. Seine Eltern kommen ihn nur ca. 1 mal pro Woche besuchen und so steht sein Bettchen nun in der Schwesternstation so dass er eine Betreuung rund um die Uhr hat und nicht alleine sein muss. In den letzten Tag hat er sogar mit Hilfe von einem Pfleger die ersten eigenen Schritt gemacht. Yerson wird wohl noch ein paar Monate bei uns bleiben aber was aus ihm wird wenn er wieder zu seiner Familie zieht wissen wir auch noch nicht.

 

Mittwoch 29.10.200 Schwarze Witwen und andere Insekten

Hier in Peru beginnt gerade die Regenzeit und alles wird grün. Nebenbei gibt es in dieser Zeit auch eine Invasion von Insekten welche teilweise nicht ganz so ungefährlich sind. Allein in dieser Woche hatten wir 4 Patienten welche nach einem Spinnenbiss behandelt werden mussten. Einer Patienten mussten wir sogar ein Stück totes Gewebe aus dem Bein entfernen. Gestern wurde dann einer von unseren Arbeiter bei der Gartenarbeit gebissen. Seine Hand schwoll sofort an und er musste behandelt werden. Die gefährlichste Spinne welche wir hier in Curahuasi haben ist die "schwarze Witwe", die gefährlichen Weinchen sind nur 9-15 mm lang aber ihr Biss kann tödlich sein. Statistisch gesehen sterben nur noch 20 von 1000 Opfern. Der Biss selbst wird von den Patienten nicht als schmerzhaft empfunden aber die folgen sind Leibschmerzen, Schweißausbrüche und nach einiger Zeit ein "unerträglicher" Schmerz. Wir hoffen das uns da ganze ersparrt bleibt. Wir haben für euch mal ein paar Fotos von den Tierchen rund ums Hospital gemacht. Aber wir warnen euch gleich es ist auch ein OP-Bild dabei was nichts für schwache Gemüter ist. Die Fotos findet ihr hier.

 

Montag 27.10.2008 Wenn 30 Arbeiter 12 Tage....

Also wenn 30 Arbeiter 12 Tage für eine Baustelle brauchen wie lange brauchen dann 45 Arbeiter? Oder wenn du für 500 Soles 40 Kg Kaffee kaufen kannst wieviel Kg kannst du dann für 875 Soles kaufen? Diese Fragen haben uns in der letzten Woche beschäftigt. Das wir uns inzwischen ein wenig um die Kinder von Augustina kümmern hatten wir euch schon erzählt. Inzwischen kommen einige von den 6 Jungs nach der Arbeit noch kurz bei uns vorbei und bitten uns um Hilfe. Letzte Woche sollten wir ihnen dann bei den Mathehausaufgaben helfen. Die oberen beiden Aufgaben waren von Amilkar, er ist gerade in der 6. Klasse und lernt Dreisatz. Kann mich gar nicht erinnern das wir so etwas bei uns in der Schule auch schon so früh gerechnet haben. Na wer von euch bekommt das Ergebnis OHNE Taschenrecher heraus? Am Wochenende waren wir dann mit Donato (19), Elvis (15), Amilkar (12), Juan Carlos (10), Mario (9) und Antonio (4) Schuhe einkaufen. Die Schulkinder hier brauchen immer ein schwarzes Paar Schuhe für die Schule und ein Paar "normales Paar" für die Strasse. Also ich muss ehrlich sagen mit sovielen Kinder Schuhe kaufen ist gar nicht so einfach, aber wir haben für jeden etwas gefunden. Danach mussten noch alle Kinder zum Frisör damit sie auch wieder ordentlich für die Schule aussehen.

Hausaufgaben

 

Mittwoch 22.10.2008 1 Jahr ambulanter Betrieb im Hospital

Heute vor genau 1 Jahr haben wir die Ambulanz im Hospital eröffnet. Damals noch ein kleines Team von ca. 23 Mitarbeiter heute schon über 80 Personen stark. Unsere Patientendatenbank umfasst am heutigen Tag 8819 Patientenakten welche zum größten Teil ambulant aber seit April auch stationär behandelt wurden. Insgesamt waren es über 216 Operationen und unzählige Zahnarztbehandlungen mit welchen wir den Menschen hier im Hochland von Peru im letzten Jahr helfen konnten. Zur Feier des Tages gabe es eine große Diospi-Suyana Torte für alle Mitarbeiter. Wir sind dankbar das wir als Diospi-Suyana, unter solchen oftmals schwierigen Bedingungen den Menschen hier Dank eurer Spenden und Gebete helfen können.

 

Dienstag 14.10.2008 Die Post ist da!

Stellt euch vor ihr zieht in eine neue Stadt und euer Briefträger teilt euch mit, dass er künftig die Post nicht mehr in euren Briefkasten am Haus werfen wird. Aber er sagt euch dass es ganz in der Nähe (1,5h mit dem Auto) eine Stadt gibt wo ihr jetzt die Post abholen könnt. Aber nur persönlich, ansonsten müsstet ihr alle 3 Monate eine Vollmacht ausfüllen, zum Notar bringen und dort beglaubigen lassen. Außerdem solltet ihr noch 5 mal euren Fingerabdruck auf das Dokument drücken und eine Kopie von eurem Personalausweis mit einreichen. Okay so weit ist das ja schon Alltag für uns aber heute hat die Post mal wieder einen draufgesetzt. Wir hatten natürlich wieder unsere Vollmacht wie immer ausgefüllt, beglaubigen lassen und mit Fingerabdrücken übersäht, als diese heute nun für ungültig erklärt wurde. Wo war das Problem? Wir hatten in der Vollmacht als Anrede "Gerente", was so viel wie: Direktor oder Geschäftsführer aber auch Direktorin bedeutet, gewählt. Leider hatte nun der Direktor der Post gewechselt, auf diesem Stuhl sitzt jetzt eine Direktorin. Diese Frau bevorzugt allerdings als Anrede: "Administradora" was so viel wie Verwalterin bedeutet. Also dürfen wir alle Dokumente nun noch einmal anfertigen und einreichen :-(

 

Sonntag 12.10.2008 zurück...

In den letzten 3 Wochen konnten wir meinen (Timo´s) Eltern Peru mit allen seinen schönen, armen aber auch problematischen Seiten zeigen. Die unterschiedliche Lebensweise der Berg- und Küstenbewohner sind auch für Simone und mich immer wieder fanzinierend. Wo man in der Hauptstadt Lima noch alle Dinge kaufen kann und man auch in den Strassen das Gefühl hat, hier wird Geld investiert, so merkt, man doch sobald man sich weiter von der Hauptstadt entfernt wie schwer die Lebensbedingungen für die Bewohner Perus doch sind. In dieser Woche werden wir uns wieder verstärkt um das Projekt: "Augustinas Kinder" kümmern. Wir hoffen das während unserer Abwesenheit der Betonboden des Hauses so weit fertiggestellt worden ist, so dass wir vielleicht noch in dieser Woche den kleinen Laden für die Familie einrichten können. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Augustinas Kinder

 

Samstag 20.09.2008 Rundbrief Nummer 13.

unser Rundbrief Nummer 13 ist fertig. In diesem findet ihr noch einmal alle wichtigen Ereignisse der letzten Wochen auf einen Blick. Wer unseren Rundbrief gerne per Post oder Email bekommt möchte kann uns eine kurze Email schicken und wir kümmern uns dann um den automatischen Versand zu euch. Die Adresse findet ihr unter Kontakt. Die Onlineversion befindet sich wie immer in unserer Kategorie Rundbriefe.

 

Sonntag 15.09.2008 In den Slums von Lima

Simone und ich sind im Moment in Lima um meine Eltern am Flughafen zu empfangen. Der erste Besuch aus Deutschland seit 1,5 Jahren, wir sind echt gespannt! Gestern haben wir dann die Gelegenheit genutzt und in einem Vorort von Lima einen ehemaligen Patienten von Simone besucht. Roland wohnt mit seiner Mutter, seinem Vater und seinen 4 Geschwistern in einer Bretterbude mit Strohdach. Als Sitzgelegenheit hatte die Familie nur 2 Stuehle aber sonst wurden wir herzlich empfangen und es hatte sich auch im Viertel schon rumgesprochen das "Gringos" unterwegs sind. Hier in Lima ist die Armut noch einmal ganz anders als in Curahuasi. Wo es in Curahuasi noch ein Haus aus Adobe gibt stehen hier auf den Bergen oftmals nur Blech oder Bretterbuden. Von dem Reichtum der Hauptstadt bekommen diese Menschen in den Randbezirken hier nur sehr wenig ab. Die Schere zwischen arm und reich wird uns in Lima nocheimal viel mehr bewusst. Mehr von Roland erfahrt ihr in unserem nächsten Rundbrief welcher Ende der Woche bei euch sein sollte.

 

Freitag 05.09.2008 Ein Junge Namens "Wilder"

Heute möchten wir euch von "Wilder" erzählen. Wilder ist 3,5 Jahre alt und er liegt im Moment im Hospital Diospi-Suyana auf der Station. Der kleine Junge wurde vor 6 Wochen in Cusco von einem Taxi angefahren und seit dem kann er seine Beine nicht mehr bewegen. Wir haben aber im Moment die Hoffnung, dass es sich nur um eine Prellung des Rückenmarks handelt und er seine Beine in Zukunft wieder normal bewegen kann. Leider kann dieser Zustand aber bis zu 6 Monaten anhalten und in dieser Zeit kommt auf seine Eltern eine ganze Menge Pflege und Arbeit zu, denn herumtollen wie seine Altersgenossen kann er so im Moment nicht. In Peru sind Verkehrunfälle leider immer wieder ein großes Thema. Oftmals sind die Fahrzeuge in einem schlechten Zustand und die Fahrer sind viel zu schnell unterwegs. Hoffen wir das zumindest dieser Taxifahrer, welcher im übrigend auch einen Teil der Behandlung bezahlen muss, nun vorsichtiger unterwegs ist.

 

Sonntag 31.08.2008 Happy Birthday Hospital Diospi-Suyana

Heute vor genau 1 Jahr haben wir die Einweihungsfeier vom Hospital gefeiert. Anfang Oktober konnten wir dann die ersten Patienten ambulant behandeln und nun führen wir in unserer Patientenkartei bereits 7000 Patienten. Einige von ihnen waren öfters dort so das wir schon auf über 14000 Behandlungen gekommen sind. Wir sind Gott dankbar das er das Projekt das letzte Jahr begleitet hat und freuen uns jetzt schon auf alle neuen Herausforderungen des nächsten Jahres. Auf dem Programm steht schon die Eröffnung der Blutbank, Brunnenbau, Inbetriebnahme der Schwesternrufanlage, Erweiterung des Telefonsystems um schnurlose Telefone und viele weitere kleine Projekte. Aber nicht nur im Hospital auch auserhalb bewegt sich einiges. Am 8. September wird Cesar, der älteste Sohn von Augustina, im Hospital als Gärtner anfangen. Die Umbauarbeiten von Augustina Haus sind in vollem Gange so dass Cesar mit seiner Frau, seinem Kind und seinen Brüdern dort gut wohnen können. Wir hoffen dass der Umbau Mitte September abgeschlossen ist und dann stellen wir natürlich auch ein paar aktuelle Fotos online. Inzwischen haben wir für alle Kinder eine Schulpatenschaft gefunden. So ist auch ihre Zukunft, zumindest finanziell, erstmal abgesichert. Vielen Dank an euch die über die VDM für Augustina gespendet haben. Wir würden uns gerne persönlich bei euch dafür bedanken aber leider verweigert uns die Bank eine Herausgabe eurer Adressen. Sollte ihr also in der letzten Zeit das erstemal über die VDM gespendet haben und ihr habt nichts von uns gehört, würden wir uns freuen eine kurze Email von euch zu bekommen. Unsere E-mail Adresse findet ihr unter Kontakt.

 

Sonntag 24.08.2008 Eine lange Woche

An diesem Wochenende fand im Hospital Diospi-Suyana die Jahreskonferenz der peruanischen Gesundheitsdirektoren statt. Es musste sehr viel vorbereitet und organisiert werden, denn auf solch eine Konferenz waren wir als Hospital natürlich überhaupt nicht vorbereitet. Aber dieses Treffen sollte für uns nicht nur Arbeit bedeuten sondern wir verfolgten damit natürlich auch ein ganz bestimmes Ziel. Auf der Konferenz wurde deutlich das es in Peru viel zu wenig Allgemeinärzte, Fachärtze und Pflegekräfte gibt. Diese wenigen wollen dann nach ihrem Studium natürlich in der Hauptstadt Lima in den großen Spitälern arbeiten und nicht in den Provinzkrankenhäusern oder Bergdörfern. Dieses Konferenz hat aber geholfen unsere Projekt bei den vielen Direktoren der ausbildenden Unis vorzustellen und diese letztendlich auch zu überzeugen uns kostenlos 3-4 Ärzte und anderes Fachpersonal, welches kurz vor ihrem Abschluß steht, zur Verfügung zu stellen. In den nächsten Wochen werden die Verträge geschlossen, so dass wir wahrscheinlich ab Januar, wenn das neue Ausbildungsjahr hier in Peru anfängt, mit den ersten Fachkräften rechnen können. Die vielen Vorbereitungen haben sich also gelohnt.

 

Sonntag 17.08.2008 "Gips" doch gar nicht

Heute haben wir für euch mal wieder etwas aus der Kategorie: "Andere Länder andere Sitten". Zum Nationalfeiertag hier in Peru wurden viele Häuser von Außen mit Gips oder Kalk angestrichen. In einer Strasse hier in Curahuasi wollte ein Besitzer sein Haus auch auf diese Weise verschönern, leider stand aber ein Auto direkt vor seinem Haus. Aber das hat den Hausbesitzer natürlich nicht davon abgehalten sein Haus trotzdem zu kalken. Was der Besitzer des Autos dazu gesagt hat, wissen wir leider nicht, aber wer ganz genau hinschaut kann zusätzlich noch erkennen dass das Fenster auf der Beifahrerseite auch noch offen ist. (Danke für das Foto Geri.)

 

Montag 11.08.2008 Ruben

erinnert ihr euch noch an Ruben? Wir hatten in unserem Rundbrief Nr.12 über ihn berichtet. Ruben hatte seine Finger in eine Maisschälmaschine gesteckt und diese nicht mehr ganz unversehrt aus der Maschine bekommen. Die Wunden heilten gut aber schnell bemerkten wir das ihn niemand aus seiner Familie besuchte oder sich sonst irgendwie um ihn kümmerte. Nachdem es nun an der Zeit war das er aus dem Krankenhaus entlassen werden sollte, wusste er nicht wo er hingehen sollte. Seine Verwandten wollten ihn nicht (alleine diese Tatsache finde ich schon echt traurig) und so wäre die einzige Alternative gewesen das er in einem Kinderheim untergekommen wäre. Aber auch das hielten wir für keine gute Lösung. Schließlich hat sich die Mutter einer unserer Krankenschwestern bereiterklärt Ruben bei sich aufzunehmen und sich um ihn zu kümmern. Bei der Polizei haben wir seine neue Adresse hinterlassen und nun kann er hoffentlich bei einer perunaischen Familie aufwachsen in der er sich auch geborgen und angenommen fühlt.

 

Freitag 08.08.2008 Patientenansturm 2 und Rundgang 2

Im Moment ist Ferienzeit hier in Peru so das wir noch mehr Patienten haben als sonst. Am Mittwoch dachten wir noch es wäre früh gewesen das sich die 1. Patienten gegen 1:55 Uhr vor dem Hospital eingefunden haben, aber gestern hatten wir den Höhepunkt erreicht. Als wir gegen 17 Uhr das Krankenhaus verließen, hatten sich schon einige Patienten eingefunden um sich mit ihrem Decken, einer hatte sogar seine Matratze dabei, vor den Haupteingang zu legen. Diese Patienten haben fast 21 Stunden gewartet um behandelt zu werden. Wir spüren immer mehr das dieses Hospital hier an der richtigen Stelle ist und hoffen das wir hier weitere Ärtze bekommen die uns helfen den Patientenansturm zu bewältigen. Wir haben für euch einen Rundumblick im und vor dem Krankenhaus vorbereitet. Ihr findet die Fotos im linken Menü unter Fotos "Hospital1" und "Hospital2". Zum ansehen ist JavaScript erforderlich, wer kein JavaScript mag kann sich auch unter Downloads die offline Versionen herunterladen.

 

Mittwoch 05.08.2008 Rundgang durch das Hospital und 200 Patienten

Montags ist immer der Tag mit den meisten Patienten. Viele wissen das deswegen gerade Montags nicht alle Patienten drankommen und stellen sich so sehr früh an um eine kleine Nummer in der Schlange zu bekommen. Das Bild der Überwachungskamera am Eingang zeigte in der Nacht von Sonntag auf Montag um 1:55 Uhr den 1. Patienten. Gegen 8 Uhr waren es dann ca. 200 Patienten welche vor der Eingangstür auf ihre Behandlung warteten. Könnt ihr euch vorstellen mitten in der Nacht aufzustehen um euch vor einem Krankenhaus anzustellen?

Damit ihr euch eine bessere Vorstellung vom Innenleben des Hospitales machen könnt, denn es hat sich auch beim Innenausbau einiges getan, haben wir für euch eine digitale Karte mit Fotos vorbereitet. Ihr findet den Link in Zukunft immer unter dem Startbild auf der rechten Seite. Digitale Karte vom Hospital Diospi-Suyana.

1. Patient um 1:55 Uhr

200 Patienten gegen 8 Uhr

 

Montag 04.08.2008 Augustina´s Kinder, wie geht es weiter?

In der letzten Woche war nun die Beerdigung von Augustina und dieses Wochenende war es auch an der Zeit mit den restlichen Verwandten der Familie über die Zukunft der Kinder zu reden. Eine Tante von den Jungs würde sich um 2-3 der Kinder kümmern und eine andere Tante um die restlichen Kinder. Aber wir fanden es keine sehr gute Idee die Kinder nach dem Verlust der Mutter auch noch zu trennen. Deswegen hat sich der Älteste der 7 Söhne, er ist 19 und hat selbst schon ein Kind, mit seiner Frau bereiterklärt hier nach Curahuasi in das Elternhaus zu ziehen. Wir werden der Familie helfen noch 2 Räume an das Haus anzubauen damit der älteste Sohn mit seiner Familie einen Raum bewohnen kann und die anderen von den Brüdern bewohnt werden können. In dem zweiten Raum werden wir versuchen der Familie einen kleinen Lebensmittelladen einzurichten damit auch die Frau nebenbei noch ein wenig Geld für die Familie verdienen kann. Für den ältesten Sohn sind wir gerade dabei eine Arbeit im Hospital (vielleicht als Gärtner) zu suchen. Zusammen sollte das Geld dann reichen um die Familie durchzubringen. Aber in den ersten Monaten werden wir ihnen trotzdem weiter jede Woche ein Packet mit Lebensmittel zukommen lassen bis sie auf eigenen Beinen stehen können. Für den Umbau und Anbau des Hauses wird aber noch etwas Geld benötigen, an dieser Stelle schon mal vielen Dank an alle Personen welche jezt schon für die Familie gespendet haben. Für die Kinder ist geplant eine Schulpatenschaft einzurichten, mit ca. 10 Euro im Monat pro Kind wäre die schulische Ausbildung der Kinder inklusive Bücher und Uniform gesichert. Darüber werdern wir aber noch einmal getrennt berichten. Hier seht ihr in welchem Zustand das Haus im Moment ist damit ihr eine Vorstellung von der Wohnsituaition habt:

 

Dies ist das Elternhaus welches wir anbauen wollen

 

Montag 29.07.2008 Augustina ist gestorben

Erinnert ihr euch noch an Augustina? Siehe Archivbericht vom Sonntag 11.05.2008 Ein Bett für Augustina, und Freitag 28.03.2008 Wasser für Augustina. Heute in den frühen Morgenstunden klopften ihre Kinder an die Tür einer unserer Ärzte und erzählten ganz aufgeregt das ihre Mutter sehr schwer atmen würden. Leider konnte er nur noch den Tot der Mutter feststellen. Antonio (4 Jahre alt) fragte noch warum seine Mutter den nicht aufwacht. Eine Missionarin erklärt ihm dann, dass die Mama tot ist aber jetzt bei Gott wohnt. Aber das Wort tot konnte er nicht einsortieren und er hat die ganze Situation wahrscheinlich noch gar nicht erfasst. Einige Verwandte der Familie konnten wir finden aber auch diese wohnen in ziemlich ärmlichen Verhältnissen. Die Familie hatte gesammelt um einen Sarg für Augustina kaufen zu können. 200 Soles ca. 50 Euro sollte er kosten, aber alle zusammen konnten nur 73 Soles ca. 18 Euro zusammenlegen. So mussten einige Mitarbeiter einspringen um ersteinmal die nötigsten Dinge zu besorgen. Wie es mit den Kindern weitergeht wissen wir noch nicht genau. Wir werden versuchen das die Tante die jüngsten Kinder bei sich aufnimmt und dann mit versorgt. Dazu würden wir einen weiteren Raum neben ihr Haus bauen in dem die Kinder dann wohnen könnten und ebenso jede Woche das Essen zu der Familie bringen damit sie dieses Geld nicht auch noch aufbringen müssen. Das Haus der Tante liegt ein ein Stück weit von Curahuasi entfernt so dass die Kinder dort auch in eine neue Schule gehen müssten. Wir werden diese Kinder aufjedenfall nicht im Stich lassen und euch berichten wenn es auch für euch eine Möglichkeit gibt konkret zu helfen.

Augustina mit Antonio, jüngster von 7 Kindern

 

Sonntag 28.07.2008 Nationalfeiertag Peru 2008

In dieser Woche war ganz Peru mal wieder auf den Beinen, es galt den Nationalfeiertag mit vielen Paraden und Reden vorzubereiten. In unserem Stadtbezirk wurden so gut wie alle Häuser von außen gestrichen und die Strassen gesäubert. Wir wollten natürlich einen guten Eindruck machen. Aber wie immer passiert dies nicht ganz uneigennützig, denn der schönste und sauberste Bezirk erhält von der Stadtverwaltung einen betonierten Bürgersteig. Ob wir gewonnen haben wissen wir noch nicht, aber immerhin ist jetzt alles sehr farbenfroh, denn schrille Farben wir lila und grün waren doch sehr oft vorhanden. Wie auch im letzten Jahr durften wir als Hospital Diospi Suyana bei der Parade nicht fehlen. Für die Peruaner bedeutet es sehr viel, wenn wir als "Weisse" ebenso stolz die Fahne Perus zeigen. Das taten wir gerne. Wir lassen am besten mal die Fotos sprechen.

 

Sonntag 20.07.2008 Rundbrief Nr.12 und Notstromgenerator

Nachdem wir dieses Wochenende mal wieder einen kleinen Zusammenbruch des Stromnetzes hatten, es waren mal wieder nur 100 Volt anstatt 230 Volt auf den Zuleitungen, hoffen wir das der neue Notstromgenerator am Mittwoch zu uns auf die Reise geschickt wird um dieses Zusammenbrüche aufzufangen. Das Gerät ist fertig zusammengebaut und wartet nun nur noch auf seinen Endtest und die Verladung auf den LKW. Wie genau wir das 4 Tonnen schwere Gerät ohne einen Kran oder zumindest einen Gabelstabler abladen und auf den dafür vorgesehenen Platz bringen sollen, wissen wir auch noch nicht ganz so genau aber bis dahin wird uns schon noch etwas einfallen. Wir werden euch aufjedenfall darüber berichten, bis dahin könnt ihr in unserem Rundbrief Nummer 12 noch einmal die wichtigsten Entwicklungen der letzten Wochen nachlesen. Ihr findet den Rundbrief hier. Wer den Rundbrief gerne per Post oder E-mail haben möchte kann uns einfach eine kurze E-mail schicken. Die Adresse findet ihr unter Kontakt.

 

Mittwoch 16.07.2008 Zwillinge aber kein Strom!

Ein ganz normaler Arbeitstag beginnt, aber irgendetwas ist anders. Richtig der Strom ist mal wieder ausgefallen. Kein Problem denke ich noch auf dem Weg ins Hospital, unser Elektriker wird den Notstromgenerator bestimmt schon gestartet haben. Im Hospital angekommen höre ich aber nicht das vertraute Brummen aus dem Generatorraum sondern nur einen Mechaniker schrauben. Der Generator startet nicht! Zum Glück konnte dieser das immerhin schon einige Jahre alte Stück dann doch noch zum Starten überreden (Der neue Genarator für das Krankenhaus ist noch auf dem Weg hierher). Aber so ganz zufrieden waren wir immernoch nicht. Die Lampen leuchteten aber die Server, PCs und sonstigen Maschinen starteten nicht. Die Frequenz war auf 45 Hz (normal sind hier 50/60 Hz) zusammengebrochen. Zuerst musste die Wäscherei und die Küche abgeschaltet werden und der Frequenzumrichter neu eingestellt werden. 1,5h nach Arbeitsbeginn waren endlich alle wichtigen Systeme wie Sauerstoff, Druckluft und Absaugung wieder einssatzbereit. Denn im Operationsaal wartete schon eine hochschwangere Frau darauf endlich ihre Zwillinge zur Welt bringen zu können. Die Frau ist 43 Jahre alt und wollte eigentlich gar keine Kinder mehr. Als sie merkte das sie schwanger ist wollte sie es ihrem Mann erst gar nicht sagen, aber eines Tages bekam sie Schmerzen und kam mit ihrem Mann zu uns ins Hospital. Als die Schwangerschaft dann bestätigt wurde bat die Frau uns ob wir es nicht ihrem Mann sagen könnten. Erstmal war er ganz schön schockiert aber wir konnten ihm erklären das es doch ein Geschenk Gottes und ein Wunder zugleich ist. So hat er sich langsam auf die Kinder gefreut und war auch schon ganz aufgeregt als es endlich losging. Am Anfang der Woche stand noch nicht fest ob die Kinder überhaupt hier zu Welt kommen können, da wir noch keine Blutkonservern in der Blutbank hatten. Aber von bei einer Operation am Montag wurden keine Konservern gebraucht so das die Operation hier stattfinden konnte. Um 10 Uhr wurde als 1. ein gesundes Mädchen und sofort darauf ein gesunder Junge geboren. Die 1. Babys im Hospital Diospi-Suyana sind also auf der Welt und wir hoffen das der Vollbetrieb der beiden Kreissäle nun auch bald anlaufen kann. Der Vater der beiden Zwillinge war mit im Kreissaal, was für Peru ziemlich unüblich ist, aber er ist überglücklich. Namen haben die beiden noch nicht. Diese werden hier in Peru erst 1-2 Wochen nach der Geburt vergeben. Natürlich haben wir ein paar Fotos für euch.

 

Mittwoch 09.07.2008 Montag 100 und heute nur 20 Personen ?

Am Montag morgen waren es noch 100 Patienten in der Ambulanz und heute nur ca. 20 Personen. Was ist da passiert? Keine Angst das ist hier mal wieder vollkommen normal. Es ist eigentlich jedes Jahr das Gleiche! In der 2ten Juli Woche ist nationaler Streiktag. Es werden Baumstämme und Felsbrocken auf die Strassen gerollt, alte Autoreifen werden angezündet. Der ganze Strassenverkehr kommt zum Erliegen und es geht mal wieder für 1-2 Tage gar nichts mehr. Bis jetzt haben wir noch nichts von größeren Personenschäden gehört und wir hoffen das auch weiterhin alles ruhig bleibt. Die Gewerkschaften des Landes haben zu diesem Streik aufgerufen und fordern von der Regierung mehr Geld für Gesundheit und Ausbildung, höhere Löhne, mehr Umweltschutz und Bekämpfung der Armut. Erfahrungsgemäß ist bis zum Wochenende wieder alles vorbei, geändert hat sich danach am Alltag der Menschen meistens nichts und es läuft alles weiter wie bisher.

 

Montag 07.07.2008 Patientenansturm

Montags ist immer der Tag mit den meisten Patienten. Aber so etwas wie heute morgen hatten wir seit Eröffnung des Krankenhauses noch nicht erlebt. Für Notfälle sind wir natürlich 24h da, am Wochenende kamen 4 Notfälle, aber der normale ambulante Betrieb beginnt erst gegen 8:00 Uhr. Heute morgen erzählt eine Patienten die von etwas weiter angereist war das sie gegen 4 Uhr heute morgen das Hospital erreichte und schon 10 Leute vor dem Haupteingang angestanden haben. Schätzungsweise waren um 8:30 Uhr etwa 100 ambulante Patienten in dem Warteraum vor der Ambulanz und 10 Patienten stationär aufgenommen. Wir merken das es wirklich Zeit wird hier noch weitere Allgemeinmediziner zu haben.

Der Wartessal heute morgen um 10 Uhr

 

Auch an der Kasse standen die Patienten an um ihre 4 Soles (ca. 0,90 Euro) für ihre Behandlung zu bezahlen.

 

Mittwoch 02.07.2008 Gerónimo

Erinnert ihr euch noch an Gerónimo (Archiv Bericht vom 13.06.2007).? Gerónimo malt immer noch wunderschöne Bilder und inzwischen geht er auch öfters in eine Gemeinde, b.z.w wird von den Leuten dort abgeholt und wieder nachhause gebracht. Leider ist es mit der Mobilität von Gerónimo noch nicht so gut da er keinen eigenen Rollstuhl besitzt. Aber im letzten Container fanden wir eine kleine Überraschung. Unter all den Spenden befand sich auch ein kleiner gebrauchter Rollstuhl der wie für ihn gemacht ist. Heute haben wir den Rollstuhl noch an seinen Körper angepasst und nun wird noch ein Sitzkissen für ihn genäht. Rund um das Haus in dem er wohnt ist das Gelände leider so uneben das ein Fortbewegung mit dem Rollstuhl unmöglich ist. Aber immerhin ist er nun im Haus und wenn er Unterwegs ist mit seinem neuen Rollstuhl mobil.

 

Mittwoch 25.06.2008 Simones Frauen-Gymnastikgruppe

Schon seid einigen Woche hat mich der Gedanke bewegt nicht nur physiotherapeutische Einzeltherapien im Krankenhaus zu machen, sondern auch eine Gruppe anzuleiten. Vergangene Woche wurde es dann konkret und ich bot mit einem Aushang an der Kasse der Ambulanz eine Gymnastikgruppe für Frauen an. Und tatsächlich musste ich nicht lange auf Interessentinnen warten. Am gestrigen Dienstag fand das erste Treffen statt und mit 6 Frauen "turnten" wir eine Stunde lang. Da ich auf Grund des vorhanden Platzes und der etwas anderen Bedingungen nicht mehr als 6 Frauen gleichzeitig betreuen kann, anderseits aber noch weitere 4 Frauen sich gemeldet haben, wird es auf eine zweite Gruppe hinauslaufen. Die Kosten für die Frauen sind günstig. Umgerechnet auf Euro bezahlen sie weniger als 50 Cent. Ich freue mich über die gute Resonanz und hoffe weiter auf gute Kontakte.

 

Mittwoch 18.06.2008 Blutbank

In Deutschland gibt es Blutbanken von welchen man im Notfall Blut für eine Operation bekommen kann. Auch haben die meisten Krankenhäuser sowieso die gängisten Blutkonservern vorrätig. Hier in Peru ist das leider etwas anders. Wenn man eine Blutbank gefunden hat, welche auch noch bereit ist einen Vertrag mit einer weiteren Klinik zu machen, dann wird erwartet, dass man bei Abholung einer Konserve auch gleich die selbe Menge Blut wieder der Blutbank spendet. Na klar das keiner fahren will um die Konserven abzuholen :-) Auch müssten wir die Patienten erst in ein entferntes Hospital mit Blutbank schicken um eine Eigenblutspende zu machen und dann die Konserver hier zu uns zu transportieren. Dies ist bei den hier herrschenden sicheren Transportproblemem schon nicht einfach. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden hier im Hospital eine eigene Blutbank zu errichten, in der dann die Patienten bei Bedarf für ihre Operation Eigenblut spenden können und wir es hier nach den gängigen Verfahren lagern und aufbereiten können. Einen Großteil der Maschinen haben wir schon von einheimischen Firmen gespendet bekomme und auch peruanischen Mitarbeiter, welche sich mit dieser Materie auskennen, konnten wir schon einstellen.

 

Mittwoch 11.06.2008 Generator und Sonnenenergie

So langsam bewegt sich hier etwas zum Thema Stromversorgung. In der letzten Wochen hatten wir hier im Hospital Besuch von einem Photovoltaiktechniker aus Lima. Eine Firma aus Deutschland plant mit ihm die Umsetzung einer Photovoltaikanlage. Mit dieser Anlage können wir genügend Energie erzeugen um in der Nacht die Außenbeleuchtung des Hospitals zu betreiben (Nennleistung ca. 7000 Watt). Jede kW/h welche wir aus Sonnenenergie gewinnen können müssen wir nicht vom örtlichen Energieversorger kaufen und deswegen ist diese Maßnahme für uns bares Geld Wert was wieder für andere Projekte zur Verfügung steht. Gestern gabe es dann aber noch die beste Nachricht der Woche, eine peruanischen Firma hat sich bereiterklärt den dringend benötigten Notsromgenerator im Wert von 60.000 USD zu spenden. Der Generator wird bei Stromausfall automatisch nach ca. 8 Sekunden das ganze Krankenhaus mit Energie versorgen können. (Leistung ca. 250 kW-320 kW). Das Kapitel Notstrom dauerte nun fast ein Jahr und wir hoffen das der Generator in ca. 2 Wochen seinen Dienst aufnehmen kann und damit längere Stromausfälle endlich der Vergangenheit angehören.

 

Freitag 06.06.2008 Container Nr. 16 und Operationen

Gestern Abend gegen 18 Uhr kam endlich der "Problemcontainer" aus Lima hier im Hospital an. Der Fahrer war ziemlich müde, kein Wunder nach 24 Stunden LKW fahren und stimmte so auch ohne Problem zu, dass der Container erst heute morgen entladen werden sollte. Alle Sachspenden waren gut verpackt und bis jetzt haben wir auch die im Zoll heruntergefallen Kiste noch nicht identifizieren können. Hoffen wir das es "nur" eine von den Kisten mit dem speziellen Druckerpapier war. Am letzten Donnerstag fand zu diesem Container dann auch vor laufenden Fernsehkameras ein Gespräch zwischen dem Krankenhausdirektor und der zuständigen Zollintendentin statt. Im Moment sieht es so aus als wenn wir mit folgenden Containern keine weiteren Schwierigkeiten mehr haben werden. Trotzdem blieb heute nicht viel Zeit zum Durchatmen denn plötzlich mussten zusätzlich zu den geplanten auch noch 2 nicht geplante Operationen bewältigt werden. Am letzten Dienstag viel während einer Operation 3 mal der Strom aus und somit ist uns noch mal ganz deutlich klar geworden wie dringend wir hier einen automatischen Notstromgenerator benötigen. In Lima konnten wir auch eine Firma finden die genau solch einen Generator, neu in ihrer Lagerhalle stehen hat. Neupreis 60.000 USD, in der nächsten Woche wird diese Firma entscheiden ob wir dieses Gerät gespendet bekommen.

Container Nr. 16 heute morgen

 

Sonntag 01.06.2008 Container, Zoll und Röntgen

Leider lies es sich in der letzten Woche nicht mehr verhindern das der Container Nr. 16 vom peruanischen Zoll geöffnet und inspiziert wurde. Alle Bitten den Container doch erst hier in Curahuasi zu kontrollieren wurden abgelehnt. Unsere Frachtpapiere waren in Ordnung und stimmten mit den Waren im Container überein aber leider wurden bei dieser Inspektion einige Geräte beschädigt. Das genaue Ausmaß werden wir erst erfahren wenn der Container in der nächsten Woche hier am Hospital ankommen wird. Sofort wurde über die Webseite von Diospi-Suyana und Jesus.de zu einer Protestaktion per E-mail aufgerufen. Über die Diospi-Suyana Webseite wurden die E-mail Adressen der Zollintendentin, des 2ten peruanischen Fernsehens und einer großen peruanischen Tageszeitung veröffentlich. Alle Leser waren aufgerufen eine kurze Protest-Email an den Zoll mit Kopie an die Presse zu richten. Diese Aktion zeigte Wirkung und der peruansiche Fernsehsender rief die Zollagentur kurz darauf zu einer baldigen Klärung der Vorfälle auf. Am nächsten Donnerstag wird es nun in Lima ein Treffen zwischen dem Krankenhausdirektor, der Zollverantwortlichen und 2 Fernsehteams geben. Wir hoffen das in diesem Gespräch eine Regelung gefunden werden kann zukünftige Sachspenden sicher in das Land zu bringen. Aber es gibt auch postive Nachrichten. Am Samstag morgen wurde die Installation der Röntgenanlage fertiggestellt und ab Montag können wir nun endlich professionelle Röntgenbilder anfertigen. In Deutschland liegt schon eine Digitalisierungseinheit bereit so das wir in Zukunft auch die Entwicklungskosten sparen werden. Aber die größte Nachricht der Woche ist wohl das uns die peruanische Firma "Medifarma" jeden Monat mit Medikamentenspenden im Wert von 10.000 USD unterstützen wird. Es geht also vorwärts, dabei fällt die Kleinigkeit das wir heute mal wieder für 12 Stunden vom Stromnetzt getrennt waren doch "fast" kaum ins Gewicht.

 

Dienstag 27.05.2008 Manchmal sieht man einfach kein Licht mehr

Am Wochenende hatten wir mal wieder für über 12 Stunden keinen Strom. Zwar ist die EDV-Anlage des Hospitales mit USVen (Batterien) gepuffert, aber diese lange Zeit war natürlich nicht eingeplant. Das ganze endete dann so , dass alle Systeme abgestürzt waren und selbst die elektronischen Türen sich nicht mehr öffnen ließen. Also hieß es Sonntag Abend "noch schnell" alle System wieder hochfahren, so dass am Montag morgen der Betrieb wieder normal laufen konnte. Am heutigen Dienstag morgen viel dann das Internet im Hospital aus. Nach einigen Tests war schnell klar der Fehler liegt nicht an uns sondern an unserem "Internet Provider" und nach exakt 7 Telefongesprächen mit einem Techniker dieser Firma, sah dieser dann auch ein, dass es an ihnen liegen könnte und man versprach uns schnelle Hilfe. 7 Stunden später lief dann auch das Internet wieder. Aber die nächsten Meldung ließ nicht lange auf sich warten, einer unserer Container hängt gerade im Zoll in Lima fest und der Zollbeamte möchte gerne ALLE Kisten öffnen und auspacken. Wir hoffen dass wir das noch irgendwie verhindern können, denn ob die Geräte dann noch heil hier ankommen ist fraglich. Für den heutigen Tag waren 3 Patienten für eine Operation geplant, eine Tag vorher damit noch alle nötigen Vorbereitungen getroffen werden können, aber keiner der Patienten ist erschienen. Na ja Zeit ist hier eben relativ. Immerhin sind die Siemenstechniker heute angekommen um die Röntgenanlage aufzubauen, aber auch hier fehlt es auch mal wieder an einem Teil, der Sicherungskasten zur Stromversorgung fehlt und muss von uns noch gekauft werden. 800 Dollar und er soll frühestens in 1,5 Wochen hier im Hospital sein. Aber wir sehen postiv nach vorne und beten einfach das die Zeiten besser werden.

 

Donnerstag 22.05.2008 Die 1. OP und Sonnenbrillen

Am Dienstag dieser Woche war es nun endlich soweit, die 1. Patientin wurde mit Vollnarkose im Operationssaal des Hospitales Diospi-Suyana operiert. Kleinere OPs hatten wir schon vorher, aber noch keine in dieser Größenordnung. Die ganze Aktion dauerte etwa 90 Minuten und nach einigen Stunden konnte die Patinetin die Aufwachstation auch schon wieder verlassen. Alles in allem war die Operation ein Erfolg und für die nächste Woche sind nun weitere OPs geplant. Am Montag werden wir dann auch ganz offiziell mit der stationären Aufnahme von Patienten beginnen. Der Steri läuft leider immer noch nicht richtig aber zum Glück haben wir noch ein kleines mobiles Gerät mit welchem wir uns vorerst behelfen können. Für den Hauptsteri muss erst noch ein neues Programm geschrieben werden damit das Türproblem gelöst ist. Heute morgen gab es noch ein weiteres Highlight für die Besucher der Morgenandacht. Von Apollo Optik bekamen wir 85 kg! Sonnenbrillen geschenkt, das entspricht in etwa 15 Umzugskisten voll. Alle Besucher bekamen eine Sonnenbrille geschenkt und dabei sind wirklich einige coole Fotos entstanden. Wir werden diese immer mal wieder als Startbilder rechts veröffentlichen.

Der 1. Patient im OP

 

Sonntag 18.05.2008 Rundbrief Nr. 11 und OP- Start

Für Dienstag dieser Woche ist die 1. größere Operation im Hospital angesetzt worden und wir alle sind froh und gleichzeitig auch gespannt das der Betrieb jetzt "richtig" losgehen kann. Gleichzeitig mit dieser 1. Operation, abhängig vom Zustand der Patientin, werden wir auch mit der stationären Aufnahme beginnen. Am Freitag konnten wir noch die 1. Röntgenaufnahme aus dem mobilen Röntgengerät bewundern. Trotz der Schwierigkeit das der Motor der Entwicklungsmaschine fehlte und die Zahnräder per Hand gedreht werden mussten waren die Aufnahmen gut. Für das feste Röntgengerät rechnen wir diese oder nächste Woche mit dem Techniker von Siemens, es fehlen mal wieder ein paar Kleinigkeiten aber daran sind wir ja langsam gewöhnt. Außerdem haben wir heute an euch alle unseren Rundbrief Nr. 11 verschickt, wer ihn gerne per E-mail oder Post haben möchte kann uns kurz eine E-mail schicken. Alle anderen finden hier die online Version.

 

Donnerstag 15.05.2008 Letzte Vorbereitungen

Am letzten Dienstag erreichte nun endlich Container Nr. 15 aus Deutschland das Hospital. Mit an Bord waren nicht nur viele Sachen für Simones Physiotherapieraum sondern auch das stationäre und die zwei mobilen Röntgengeräte. Am kommenden Montag wird nun ein Techniker von Siemens kommen um diese Geräte mit uns zusammen in Betrieb zu nehmen. Wir hoffen also in der nächsten Woche das 1. Röntgenbild aufnehmen zu können. Am letzten Montag wurde die Krankenhausküche eröffnet und seitdem kocht unser Küchenteam am Tag bis zu 40 warme Mahlzeiten. Die Vorbereitungen für die stationäre Aufnahme wären also getroffen, wenn da nicht der Steri für das Operationsbesteck wäre. Innerhalb der letzten Tage ist es immerhin gelungen das Gerät soweit zu bringen das es sein vorgewähltes Programm durchläuft aber das Gerät öffnet noch nicht die Türe um Bestecke einzulegen. Da wir uns hier in Curahuasi auf über 2000 m Höhe befinden ist der Luftdruck zu niedrig und der Sterilisator öffnet aus Sicherheitsgründen nicht die Türe, die Maschine ist eben noch auf Deutschland eingestellt. Aber wir sind zuversichtlich auch dieses Problem in den nächsten Tagen in den Griff zu bekommen.

 

Sonntag 11.05.2008 Ein Bett für Augustina,

In der letzten Woche erhielten wir aus Deutschland 50 Euro als zweckgebundene Spende für Señora Augustina. In peruanischen Landeswährung entspricht das ca. 220 peruanische Soles. Mit diesem Geld haben wir uns gleich auf den Weg gemacht um hier in Curahuasi für Augustina und ihre Söhne einzukaufen. Im Moment teilen sich die Mutter und 6 Kinder zusammen 3 Betten. Aus diesem Grund haben wir für sie ein neues Bett gekauft so das sich nun nur noch 2 Kinder ein Bett teilen müssen und die Mutter kann in ihrem eigenen Bett schlafen. Für die 50 Euro bekamen wir außerdem noch, 1 Matratze, 2 warme Decken, 1 Füllung für ihre Gasflache zum Kochen und Lebensmittel für 1 Woche. Mario, Juan Carlos, Elvis, Antonio, Donato, Cesar und Augustina sagen Danke mit ein paar Fotos.

 

Mittwoch 07.05.2008 Unimog

In der letzten Woche bekamen wir im Hospital Besuch von Eike aus Deutschland. Eike ist zur Zeit Zivildinstleistender im Dschungel von Peru und fährt dort tagtäglich Unimog. In der letzten Woche bekamen wir von ihm eine Einweisung wie man diese LKWs sicher durch die Berge von Peru fahren kann ohne damit umzukippen oder sich festzufahren. Natürlich haben Simone und ich auch gleich die Chance genutzt um Unimog fahren zu lernen. Mit 100 PS, 6 Liter Hubraum und Allradantrieb ein wirklich geländegängiger Rettungswagen! Jetzt wäre unsere Krankenwagen eigentlich eisatzbereit für die Berge aber leider fehlt es mal wieder an der Lizenz. Die Unimogs haben noch keine peruanischen Nummernschilder bekommen und dürften so eigentlich noch gar nicht auf der Strasse fahren. Aber bei einen Notfall haben wir die LKWs trotzdem schon für eine Fahrt auf der Strasse eingesetzt. Wir hoffen aber trotzdem die Nummernschilder so schnell wie möglich zu bekommen um Patienten im Notfall transportieren zu können.

5 Schalthebel um den Unimog zu steuern

 

Sonntag 04.05.2008 Zu Fuß 56 Kilometer durch die Anden Perus

Das ist der Weg den wir in den letzten Tagen zurückgelegt haben, denn auch wir haben den 1. Mai für eine Wanderung genutzt. Peru hat nämlich nicht "nur" Machu Picchu, sondern auch Choquequirao. Diese alte Inka-Stadt ist bei den meisten Touristen noch relativ unbekannt und bis jetzt auch nur zu einem Teil freigelegt. Bisher kann man nur zu Fuß und mit Pferden diesen wunderschönen Ort hoch oben in den Anden erreichen. So machten wir uns am Donnerstag morgen gegen 9 Uhr, zu Fuß auf den Weg nach Chouquequirao. Nach 1,5 Tagen mit hohen Temperaturen im Schatten und Stunden des Wanderns, NUR bergauf, tauchte vor uns eine wunderschöne fast unentdeckte Ruine auf. Wir verbrachten einen ganze Nachmittag auf dem weitläufigen Gelände und hatten noch immer nicht alles gesehen. Aber der Rückweg mit 32 Kilometer stand uns noch bevor. Die Nacht verbrachten wir auf 3100 Höhenmetern IN einer Wolke, eine ziemlich feuchte Angelegenheit aber die Wolken hängen hier sehr tief und somit hatten wir keine andere Möglichkeit. Weiter ging es am nächsten Morgen um 6 Uhr um den Abstieg vor der großen Mittagshitze zu schaffen. Nach insgesamt 4 Tagen, 56 Kilometer und mit vielen Eindrücken erreichten wir, völlig erschöpft aber glücklich, wieder unser Zuhause. Ein paar Eindrücke haben wir für euch hier festgehalten.

 

Sonntag 27.04.2008 Was wir nicht haben das bauen wir eben selbst!

Langsam kommen wir dem Eröffnungstag der Patientenstation immer näher. Oftmals merken wir es daran, dass man sich nun auch über Kleinigkeiten Gedanken macht und versucht manche Abläufe schon vorher einmal durchzuspielen. Dabei stellen wir fest, dass es oft an kleinen Dingen fehlt die wir für ein paar Euro in Deutschland kaufen könnten, welche hier aber einfach nicht zu bekommen sind. Deswegen ist wie so oft der Erfindergeist der Mitarbeiter gefragt und es ist erstaunlich was man doch alles selbst bauen kann. Wann es jetzt aber genau losgeht wissen wir auch nicht. Zur Zeit fehlt uns das Röntgengerät welches sich im Container kurz vor Lima befindet. Das Equipment soll am 4. Mai dann vom Schiff abgeladen werden und wenn der Zoll uns keine Schwierigkeiten machen sollte, wäre das ganze 3-4 Tage später hier. Es bleibt also wie immer spannend. Jetzt aber ersteinmal zu den Fotos.

 

Mittwoch 23.04.2008 Das Wasser ist wieder da!!!

Wir sind echt froh, am gestrigen Morgen ist das Wasser wiedergekommen. Da das Wasser aus der Leitung hier in Peru kein Trinkwasser und auch sonst ziemlich voll von "Schmutzpartikeln" ist, hatten einige Holzstücke und weiterer Dreck die Wasserleitung in der Strasse soweit verstopft, dass überhaupt nichts mehr zu uns durchkam. Nach mehrmaligem Nachfragen auf der Stadt war dann auch jemand da, um sich dieses Problems anzunehmen. Und siehe da: nach erfolgreicher Reinigung läuft es wieder. Zwar haben wir nicht mehr den Wasserdruck wie früher, da scheint also immer noch etwas festzustecken, aber es reicht aus dass sich im Laufe des Tages der Wassertank wieder füllt. Wir wussten gar nicht das man sich so über Wasser freuen kann.

So sieht der Wasserfilter oft nach ein paar Tagen aus

Dieses Holzstück war wirklich im Filter, ein Wunder das es überhaupt soweit gekommen ist ohnen festzuhängen.

 

Sonntag 20.04.2008 Irgendwann trifft es jeden!

Diesmal hat es uns erwischt, das erste mal seit 7 Monaten. Vor 4 Tagen versiegte unser Wasser und seit dem kommen nur noch einige Tropfen aus dem Wasserhahn. Gestern konnten wir mit dieser Methode immerhin Wäsche waschen, aber alles Wasser mussten wir mit Eimern (wir haben zum Glück einen Toplader) in die Waschmaschine schütten. Immerhin wissen wir jetzt das unsere Waschmaschine 160 Liter für eine Ladung Wäsche braucht. Unser Wassertank ist seit gestern Abend nun auch komplett leer und jetzt heißt es für uns Eimer von den ca. 200 m entfernten Nachbarn schleppen. Morgen werden wir bei der Stadt nocheinmal nachfragen ob das ganze schnell repariert wird, aber erfahrungsgemäß dauert das immer ein paar Tage und bis dahin werden wir wohl mit den Eimern auskommen müssen.

 

Donnerstag 17.04.2008 Jetzt wird es modern!

Am heutigen Donnerstag bekamen wir im Hospital Besuch aus Costa Rica. Die Firma Dräger Medical aus Deutschland hatte ihre Südamerikabeauftragte zu uns geschickt. Dräger hatte vor einigen Wochen 4 neue Narkosegeräte, 1 Kinderbeatmungsgerät und 1 neue Wiederbelebungseinheit für Kinder für das Hospital gespendet. Allein der Wert dieser Spende bewegt sich schon im 6-stelligen Bereich. Heute hat dann Dräger noch einmal nachgelegt. Wir bekommen zusätzlich zu den bereits gespendetetn Maschinen ein komplettes Softwarepaket für das Hospital. Es ist das 1. mal das diese Software in einem Krankenhaus in Südamerika eingesetzt wird und auch viele deutsche Krankenhäuser träumen von solchen Möglichkeiten. Alle Patientendaten sind an jedem PC-Arbeitsplatz verfügbar, zusätzlich können aktuelle Werte von Patienten abgerufen werden, welche sich gerade im OP an einer Narkosemaschine, Beatmungsmachine etc. angeschlossen befinden. Auch Röntgenbilder und CT Aufnahmen sind Sekunden später nach dem Erstellen in der digitalen Patientenakte verfügbar. Dahinter steckt natürlich einiges an Servern und ein leistungsstarkes Netzwerk, aber Dank einiger großzügiger Spenden aus Deutschland verfügen wir genau über die passende Hardware und Netzwerkstruktur um dieses High-tech System zu realisieren. Dies alles ist für uns nur mit einem Wunder Gottes zu erklären. Nun habe ich auch endlich peruanische Unterstützung bekommen, denn allein würde ich in Zukunft diese ganzen Systeme und Server (im Moment sind es schon 7 Server) auch nicht mehr bewältigen können. So hat in dieser Woche Benjamin aus Lima seine Arbeit im Hospital aufgenommen und er wird mich bei allen Computersystemen unterstützen.

Eines der 4 neuen Fabius Narkosegeäte

 

Sonntag 13.04.2008 Lizenzen, Brunnen und Überschwemmung

Es ist geschafft, in dieser Woche konnten wir die offizielle Lizenz für das komplette Hospital Diospi-Suyana in Empfang nehmen! Diese Lizenz ermöglicht es uns nicht nur die Ambulanzräume uneingeschränk betreiben zu können, sondern wir dürfen auch endlich Narkosemittel kaufen, um Operationen durchführen zu können. Somit haben wir vorerst alle behördlichen Grenzen überwinden können, und dem Stationsbetrieb steht von dieser Seite aus nichts mehr entgegen. Am Dienstag dieser Woche fängt das Küchenpersonal im Krankenhaus an sich "warm zu kochen". Alle Menüpläne werde einmal hoch und runter gekocht, so dass ein wenig Routine beim Küchenpersonal eintritt, bevor es dann in den nächsten Wochen richtig losgeht. Alle Zeichen stehen auf Start und wir hoffen das die Röntgenanlage, im Moment auf hoher See zwischen Europa und Südamerika, schnellstmöglich hier ankommt, so dass der 1. Patient in den OP gefahren werden kann. Unsere Ärtze haben schon einige dringende Fälle auf ihren Wartelisten. Vor einigen Wochen hatte wir ein "Brunnenteam" aus Peru zu Gast im Hospital und erste Messungen haben ergeben, dass sich unter dem Gelände des Krankenhauses wahrscheinlich ein Trinkwasservorkommen befindet. Eine Minengesellschaft hat uns zugesagt das notwendige Bohrmaterial zur Verfügung zu stellen, so dass wir in Zukunft vielleicht unser eigenes Trinkwasser "produzieren" können. Wasser war an diesem Wochenende auch ein wichtiges Stichwort, während es bei uns im Dorf die meiste Zeit abgestellt war, erhielt ich von unserem Wachpersonal einen Anruf das unter der Tür des Labores Wasser in den Flur läuft. Der Trinnkwasserschlauch einer Labormaschine war abgeplatzt und hatte Teile des Labores mit Wasser überschwemmt. Aber zum Glück wurde das Ganze schnell bemerkt, so dass es bei einem Schrecken blieb und keine Materialen oder Maschinen beschädigt wurden....

 

Mittwoch 09.04.2008 IP-Telefone

Diese Woche stand ganz im Zeichen der IP-Telefone. Aus Deutschland haben wir 50 IP-Telefone und einen Server bekommen. Nun war meine Aufgabe der letzten Woche eine kostenlose Software zu finden, welche diese Telefone möglichst einfach verwalten kann und eine gute Sprachqualität gewährleistet. Am Anfang schien es, dass sich das Projekt nicht so einfach lösen lassen würde, aber wie durch ein Wunder fand ich eine Webseite die mit den Worten begann: "Sie möchten kostenlos eine komplette Telefonanlage aufbauen, haben aber keinen Programmierer zur Hand". Das war genau das was wir gesucht hatten und jetzt 3 Tage später sind alle 50 Telefone im Krankenhaus installiert und es kann fleißig kreuz und quer durch das ganze Hospital telefoniert werden.

 

Sonntag 06.04.2008 Neue Handynummern

Obwohl Peru ein sehr armes Land ist boomt der Handyverkauf. Bis jetzt gibt es schon 15 Million verkaufte Handys im ganzen Land. Leider wurden dem Anbieter die Nummern langsam knapp so das gestern im ganzen Land die Handynummern von 7 auf 9 Stellen erweitert wurden. Deswegen haben auch wir 2 Ziffer dazubekommen. Ab heute funktionieren nur noch die folgende Handynummern: Timo: 0051-84-984367433; Simone: 0051-84-984372558. Solltet ihr uns in den vergangenen 48 Stunden versucht haben eine SMS zu schicken so ist diese wahrscheinlich nicht angekommen. Das Netz ist mit dieser Aktion mal wieder vollkommen überlastet. Aber wir hoffen das sich das ganze in den nächsten Tagen wieder normalisieren wird.

 

Freitag 04.04.2008 Lizenzen

In dieser Woche ging es im Hopsital noch einmal richtig rund zum Thema Lizenzen. Eine Kommision hat sich das ganze Krankenhaus angesehen, um dann zu entscheiden ob wir die Lizenz bekommen. In Peru werden Krankenhäuser in Klassen eingeteil, die Kunst dabei ist allerdings nicht zu hoch eingestuft zu werden (sonst müssen zu hohe Auflagen erfüllt werden), gleichzeitig aber auch nicht zu niedrig, um gewissen Leistungen anbieten zu können. An dem Tag wo uns die Kommision besucht hat, wurde dann auch noch zu allem Übel an der Hauptenergieversorgung gearbeitet, so dass wir zeitweiese nicht einmal mit Strom dienen konnten. Dennoch lief alles zu unserer Zufriedenheit und die Kommision hat uns ein Zertifikat ausgestellt mit dem wir nun die entgültige Lizenz von der Regierung bekommen können. Am heutigen Tage sollten wir die Lizenz abholen, aber wie es nun manchmal hier in dem Land ist, wir müssen dann doch Montag noch mal wiederkommen das Dokument war noch nicht fertig....

 

Freitag 28.03.2008 Wasser für Augustina

In der letzten Nacht hatten wir mal wieder ein kleines Erdbeben hier in Peru, in Curahuasi wackelte die Erde gegen 2 Uhr morgens für einige Sekunden. Eingestürzt ist nichts und auch am Krankenhaus sind keine Schäden zu beklagen, langsam gewöhnen wir uns daran. Vor einigen Tagen gab es mal wieder ein spontanes Projekt. Wir besuchten an einem Nachmittag Augustina, die Frau mit den 7 Kindern (siehe Bericht vom 02.03.2008). Sie erzählte uns das sie seit 2 Tagen keinen Wasseranschluß mehr in ihrem Haus hätte. Auf dem Nachbargrundstück wird ein Haus gebaut und bei den Ausschachtarbeiten und den teilweise heftigen Regenfällen wurde eine Teil ihres Grundstückes mitsamt der Wasserleitung weggespült. Die Bauarbeiter von nebenan nutzen die Gelegenheit um an die nun frei gewordene Zuleitung ihren Wasserschlauch anzuschließen. Das diese Frau nun kein Wasser mehr zum Kochen und Wäschewaschen hatte, interessierte die Bauarbeiter herzlich wenig. Natürlich haben wir der Frau geholfen und einige Stunden später hatte Augustina wieder einen funktionierenden Wasserhahn vor ihrem Haus. Oftmals ist es erschrenkend anzusehen wie gleichgültig einigen Personen ihre Mitmenschen sind. Einige Fotos von Augustina findet ihr hier.

 

Mittwoch 26.03.2008 Neue Homepage

Leider wurde über unsere alte Homepageadresse immer wieder Werbung eingeblendet welche wir nicht unterbinden konnten. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen unsere Homepage auf die neue Adresse www.wir-in-peru.net umziehen zu lassen. Bitte ändert eure Favoriten und benutzt in Zukunft immer diese neue Adresse.

 

Donnerstag 20.03.2008 Sicherheitstechnik

In der letzten Woche hatten wir Besuch vom einem Sicherheitstechniker aus Deutschland. Seine Firma hatte einiges an Equipment für das Krankenhaus gespendet und in der letzten Wochen konnten wir alle Systeme fertig konfigurieren. So besitzt das Hospital jetzt zum Beispiel bewegliche Kameras rund herum und auch darin. Einige Türen auf den Stationen und zum Administrationsbereich sind durch Kartenleser abgesichert, so dass auch nur berechtigte Personen Zugang erhalten. Wir sind also langsam gut gerüstet für den Vollbetrieb. Außerdem sind noch einige Muster an OP-Kleidung angekommen, natürlich haben wir das sofort mal anprobiert :o) Hier findet ihr einige aktuelle Fotos.

 

Sonntag 16.03.2008 Rundbrief Nr. 10 und Container Nr. 14

Unser Rundbrief Nr. 10 ist fertig. Wenn ihr ihn in dieser Woche nicht in eurem Briefkasten oder E-Mail Postfach gefunden habt, gibt es hier die online Version. Schickt uns einfach eine kurze E-mail wenn ihr unseren Rundbrief automatisch per Post oder E-mail bekommen wollt. Unsere Adresse befindet sich unter Kontakt. An diesem Montag konnten wir außerdem den 14. Container aus Deutschland am Hospital ausladen. In diesem Container befand sich nochmal einiges an Ausstattung für die Küche, Medikamente und Desinfektionsmittel, welches hier in Peru schwer bis gar nicht zu bekommen ist. Außerdem waren 50 IP-Telefone mit dabei, welche ich in den nächsten Wochen in Betrieb nehmen werde. Es gibt wie immer viel zu tun. Ein paar aktuelle Fotos vom Ausladen und den neuen Unimogs findet ihr hier.

 

Sonntag 09.03.2007 Unimogs und Wasser

Am Freitag Abend sind die beiden gespendeten Unimogs aus Deutschland bei uns im Hospital eingetroffen. Einer dieser beiden ist in Deutschland als geländegängige Ambulanz umgebaut worden, so das wir zukünftig Patienten nicht mehr auf der Ladefläche des Hopital-Jeeps transportieren müssen. Der andere Unimog wird uns in der Zukunft als Transportfahrzeug dienen. Mit diesen beiden Fahrzeugen ist es nun auch denkbar Einsätz in Bergdörfern zu fahren welche sonst keine medizinische Versorgung bekommen. Zuerst müssen aber 3 Leute von uns in den Dschungel um dort auf einer Station den Umgang mit diesen Gefährten zu erlernen. Ein Foto der letzten Woche möchten wir euch nicht vorenthalten. Jetzt während der Regenzeit haben wir in unserem Haus viel öfter Leitungswasser als während der Trockenzeit. Leider ist die Qualität des Wasser an machen Tagen nicht so berauschend:

 

Mittwoch 05.03.2003 Minister, Zoll, Container

Hinter uns liegt eine ziemlich lange Nacht mit nur 4 Stunden Schlaf, aber beginnen wir ganz von vorne. Unser Container in Lima hatte vom Zoll die Kategorie rot zugeordnet bekommen. Was für uns bedeutete, dass der komplette Container in Lima hätte ausgepackt werden müssen und alle Artikel sollten von Zollbeamten gesichtet werden. Zum Glück ist die First Lady des Landes die Schirmherrin von Diospi-Suyana, so dass ein Anruf von ihr beim Zoll genügte den Conatiner unbürokratisch freizubekommen. Wir rechnen Anfang nächster Woche mit seiner Ankunft hier im Hospital. Gestern befand sich Econ Hernán Garrido-Lecca, der Gesundheitsminister von Peru, auf einer Rundreise durch unseren Bundesstaat um sich verschiedene Projekte anzusehen. Auch unser Hospital wollte er gegen 19 Uhr besuchen. Also hatten wir alle Räume so richtig herausgeputzt und ein klasse Buffet vorbereitet, leider verschob sich die Ankunft immer wieder und bis die Kolonne vor dem Haupteingang erschien, war es schon 23 Uhr. Nach einem kurzen Snack (er sagte es war die 1. Station wo er etwas zu essen bekäme) hörten sich der Gesundheitsminister und seine Berater geduldig den Vortrag über Diospi-Suyana an und ergriff danach selbst das Wort. Schnell war klar der Gesundheitsminister von Peru ist überzeugt von Diospi-Suyana. Er fragte wie er uns helfen könnte und versprach auch sofort sich für uns bei verschiedenen Lizenzproblemen, welche noch ungeklärt sind, einzusetzten. Es war inzwischen 0:30 Uhr aber er wollte noch alle Räume des Spitals besichtigen und so machten wir noch eine Runde durch das komplette Krankenhaus mit ihm. Das ganze Spektakel endete dann gegen 1 Uhr. Er hinterließ seine privaten Kontaktdaten und die Bitte wir sollten sofort anrufen wenn wir seine Hilfe bräuchten. Diese anstrengende Nacht hat sich gelohnt und wir sind zuversichtlich Mitte April die 1. stationären Patienten aufnehmen und operieren zu können nachdem die Lizenzfrage nun hoffentlich auf einem guten Weg ist. Fotos findet ihr hier.

 

Donnerstag 28.02.2008 Projekte

Hier in Curahuasi bekommen wir immer wieder viel Leid und Armut zusehen. Oftmals kommen Patienten zu uns denen wir gerne weitere praktische Hilfe anbieten wollen, als "nur" eine Behandlung im Hospital. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen jeden Monat einige kleine Projekte durchzuführen. Das 1. Projekt ist eine Frau mit 7 Kindern und ohne Ehemann. Diese Frau leidet an einer Schädigung der Lunge und kam deshalb zur Behandlung ins Hospital. Bei der Aufnahme eines Patienten fragen wir auch immer nach den näheren Wohn- und Lebensumständen. Bei dieser Frau kam heraus das sie noch auf offenem Feuer kocht (im Haus). Für ihre Genesung ist dieser Zustand nicht sonderlich förderlich. Aus diesem Grund haben wir mit ein paar Mitarbeiter zusammengelegt und für sie einen Gasherd angeschafft und die alte Küche umgerüstet. Ab Montag muss sie nicht mehr auf offenen Feuer kochen. Dann hat sich in diesem Monat noch ein 2. Projekt aufgetan. Erinnert ihr euch noch an die Frau mit dem Taxiunfall (Archiv 5.12.2007)? Diese Frau kann sich zwar mit ihrer Gehhilfe wieder frei im Haus bewegen, doch beim Verlassen des Haus stösst sie an ihre Grenzen. Zusätzlich steht ihr Bett zur Zeit in der Küche weil der Boden des anderen Raumes zu uneben ist. Ihr Sohn hatte schon angefangen den Boden für Zement vorzubereiten, aber nachdem die Steine gelegt waren und der Sand gekauft, reichte ihr Geld nur noch für 2 Säcke Zement (Stückpreis 6 Euro) und es sind mindesten 8 Säcke nötig. Da der Sohn keine feste Arbeit hat und bei Gelegenheitsarbeiten etwa einen Tagesverdienst von 2 Euro aufweisen kann, wurde für diese Familie das Projekt ersteinmal auf Eis gelegt. Am gestrigen Mittwoch haben wir die Familie besucht und ihnen versprochen, dass wir ihnen Helfen werden. Am kommenden Samstag werden wir nun das Material besorgen und ein Arbeiter (hauptberuflich Gemeindepastor) wird zusammen mit dem Sohn den Boden betonieren, so dass die Frau in diesem Raum schnell einziehen kann.

 

Sonntag 24.02.2008 Zoll

Im Moment ist es zum Thema Streik ziemlich ruhig hier in Peru geworden, der 1. Streikteil scheint mehr oder weniger vorbei zu sein und so gut wie alle Strassen sind wieder frei. Für diese Woche ist aber wieder Streik von Mittwoch bis Samstag angekündigt worden. Wir werden sehen ob der Streik sich auch auf unsere Gebiete ausweiten wird. Viel mehr Sorgen macht uns im Moment der Zoll in Lima. Die beiden Unimogs aus Deutschland sind in Lima angekommen, wurden aber vom Zoll nicht freigegeben, weil ein Dokument fehlte. Dies wäre nicht so schlimm da wir das fehlende Dokument wohl ohne Probleme besorgen können, leider verlangt der Zoll für jeden Tag wo unsere Unimogs in der Zollhalle stehen 100 Dollar Lagergebühren. Wir hoffen das ganze schnell über die Bühne bringen zu können. Das 2te Problem ist ein Container von Diospi-Suyana welche im Moment kurz vor oder gerade in Lima angekommen ist. Dieser Container enthält vorwiegend Medikamente und 50 IP-Telefone für das Hospital. Doch auch hier möchte der Zoll gerne einige Stichproben machen und weitere Dokumente haben. Das bedeutet für uns, dass der komplette Container im Zoll ausgeladen und nach der Prüfung wieder eingeladen werden muss. Wir hoffen immer noch um diese Prüfung herumzukommen.

 

Mittwoch 20.02.2008 STREIK!!!

Vielleicht habt ihr es aus den Nachrichten erfahren, Peru wird mal wieder bestreikt. Diesmal sind es 2 Gruppen welche Streiks organisiert haben, die Bauern in den Anden haben Strassensperren errichtet und greifen durchfahrende Busse und Taxis an, Grund ist das der Verkaufspreis der Milch erhöht worden ist aber von dieser Erhöhung bei den Bauern nichts ankommt. Desweiteren wird in Cusco gestreikt, dort hat die Regierung einen Gesetzentwurf in Vorbereitung das alle Gelder welche mit Machu Picchu verdient werden NICHT nach Cucso sondern direkt nach Lima (in die Hauptstadt) fließen sollen. Dann ist in Vorbereitung das in bestimmten Stadtteilen in Cusco keine Peruaner mehr wohnen sollen, sondern nur noch Touristen und Ausländer. Na klar das hierbei auch die Taxifahrer in Cusco auf die Barikaden gehen und diese Gebiete erst gar nicht mehr anfahren. Für morgen (Donnerstag) ist ein landesweiter Generalstreik angekündigt worden. Gleichzeitigt will das Militär aber alle Strassensperren beseitigen und die Streiks zerschlagen. Bei uns in Curahuasi ist alles ruhig, da auch nicht sehr viele Nachrichten bis zu uns durchdringen. Gestern hat ein Missionar für die Strecke Cusco-Curahuasi wegen der vielen Strassensperren 6 Stunden gebraucht (normal sind 2,5 Stunden). Wir hoffen dass das Land bis zum Wochenende wieder zu seinem normalen Rythmus zurückgekehrt ist.

 

Mittwoch 13.02.2008 Unfall auf dem Acker

In der letzten Woche kam eine junge Patientin zu uns, sie leidet immer wieder an Krampfanfällen. Natürlich bot sich in diesem Fall sofort an eine Untersuchung mit dem CT durchzuführen. Nach der Behandlung sah man auch sofort was passiert war. In ihrem Gehirn fehlt schlichtweg ein Teil. An der Stelle wo doch eigentlich Hirnmasse sein sollte, befindet sich nur noch Wasser. Ursache dafür war, dass das jetzt 15-jährige Mädchen vor einigen Jahren, während eines Gewitters, von einem Blitz getroffen worden ist. Vorher konnte sie sich die Behandlung nicht leisten und das nächste CT ist auch erst einige 100km weiter zu finden. Auch wenn wir selbst mir moderner Medizin diesen Schaden nicht reparieren können, so wird jetzt wenigstens ihr Krampfleiden mit Medikamenten eingestellt. Trotz dieses Befundes sind wir dankbar, dass sie noch am Leben ist!

 

Sonntag 10.02.2007 Spezialwerkzeuge

Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir mal wieder im Dunkeln, der Strom ist wie so oft ausgefallen. Am gestrigen Samstag hatten wir in 24 Stunden genau für 1 Stunde Strom. Na ja man gewöhnt sich daran :-). Am Freitag haben wir dann Adela (siehe Bericht vom Dienstag) nach Cusco aus ihrer Reha hier in Curahuasi verabschiedet. Adela hat sich über ihr neues Spezielbesteck (Danke Michael!) gefreut und wir werden in 2 Wochen, wenn Adela wieder kommt, auch erfahren ob sie es im Alltag gut einsetzen konnte. Am heutigen Sonntag sollte eigentlich ein Hauskreis mit 3 peruanischen Ehepaaren starten. Die Frauen besuchen schon längere Zeit einen Bibelgrundkurs und nun wollten auch ihre Männer gerne einmal mitkommen. Also wurde ein neuer Kreis gegründet welcher heute seinen 1. Tag haben sollte. Beginn war um 17 Uhr aber leider ist keines dieser Ehepaar erschienen, wahrscheinlich war die Karnevalsfeier auf dem Marktplatz ein zu großer Magnet. Aber wir werden die Hoffnung nicht aufgeben und es nächsten Sonntag noch einmal versuchen. Im Hospital werden wir am Montag die Urologie eröffnen und David wird seine Sprechstunde in der Ambulanz beginnen. Es ist schön zu erleben wie es jeden Tag ein Stück weiter geht.

 

 

Dienstag 05.02.2008 abgeschlossene Reha

Bereits einige Male berichteten wir euch von Adela. Der jungen Frau die aufgrund einer Halbseitenlähmung in die Physiotherapie kommt. Am Ende dieser Woche ist ihre "Reha" vorerst abgeschlossen. Diese Woche trainieren wir die letzten nötigen Sachen, damit sie dann mit ihren 2 kleinen Kindern den Alltag wieder allein meistern kann, während ihr Mann zur Arbeit geht. In der kommenden Zeit wird sie für einige Therapien 2 Mal im Monat die Fahrt von Cusco nach Curahuasi auf sich nehmen. Da die Funktion ihrer Hand noch nicht vollständig wiederhergestellt ist, haben wir uns einiges einfallen lassen. So basteln wir gerade an Spezialbesteck wie Messer mit senkrechtem Griff etc., welches man in Deutschland in jedem Sanitätshaus einfach kaufen kann. Am Ende der Woche werden wir euch von diesen Ideen ein paar Fotos nachreichen.

 

Mittwoch 30.01.2008 Aktion Physiotherapie 3000

Noch in den nächsten 2-3 Monaten soll nicht nur der 24h Betrieb des Krankenhauses aufgenommen werden sondern auch der große Physiotherapieraum soll eröffnet werden. Zur Zeit arbeitet Simone "nur" in einem kleinen Raum ohne große Hilfsmittel, der Physiotherapieraum selbst ist noch ziemlich leer. Aus diesem Grund haben wir über die Diospi-Suyana Webseite und natürlich auch über unsere, die Aktion Physiotherapie 3000 ins Leben gerufen. Um die Physiotherapie mit den 1. wichtigsten Geräten auszustatten fehlen im Moment ca. 3000 Euro oder einige Sachspenden. Wenn ihr Ideen habt wie wir die Physiotherapie füllen können, meldet euch bitte bei uns. Alle Einzelheiten zur Aktion und die Bedarfsliste findet ihr hier.

 

Sonntag 27.01.2008 Kein Strom und 1. Verabschiedung

Freitag Abend, Feierabend man kommt nach Hause und schaltet das Licht ein....nichts...alles dunkel. Na ja das kennen wir ja schon, aber die Nachbarn, die haben Strom....komisch. Dann fragen wir doch mal den Vermieter und siehe da, erst druckste er ein bißchen rum und dann sagte er, dass er die Stromrechnung nicht bezahlt habe. Wir hatten ihm das Geld gegeben, allerdings scheint er es nicht weitergegeben zu haben. Da steht man nun am Freitag Abend ohne Strom da und das Gefrierfach taut auch langsam auf. Zum Glück hat er noch am Abend einen Techniker erreicht, welcher den Strom wieder angeschlossen hat. Mit dem versprechen am Montag die fällige Rechnung zu bezahlen. Am heutigen Sonntag durften wir im Hospital den 1. Verabschiedungsgottesdienst feiern. Udo und Barbara werden nach 2,5 Jahren Aufenthalt in Peru wieder zurück nach Deutschland reisen. Udo und seine Frau Barbara sind zusammen mit Familie John (den Gründern des Projektes) im Jahre 2005 ausgereist und Udo hat als Bauingenieur umsonst die kompletten Bauarbeiten im Krankenhaus geleitet. Mit Udo´s Erfahrung konnten viele Fehler beim Bau verhindert werden. Ohne die beiden wäre das Krankenhaus nicht so gut geworden. Danke für eure Arbeit hier in Peru. Wir haben ein paar Fotos für euch online gestellt.

 

Mittwoch 23.01.2008 Parasiten

In der letzten Woche haben Simone und ich uns einem Labortest im Hospital unterzogen. Na ja irgendwer muss die neuen Maschinen ja mal testen ob sie auch richtig funktionieren und siehe da was ist das denn? Unsere Laborkraft hat doch tasächlich kleine Mitbewohner in unseren Körpern entdeckt. Simone und ich haben uns wohl irgendwo Parasiten eingefangen. Wir haben mal ein schönes Foto für euch rausgesucht:

Diese lustigen kleine Dinger (in 2000 facher Vergößerung auf dem Bild) schwimmen jetzt in unseren Körpern herum. Wir haben ein Medikament bekommen und hoffen dass sie damit wieder verschwinden. An diesem Parasiten und Würmern leiden hier in Peru viele Bewohner. Oftmals werden sie durch unsauberes Trinkwasser übertragen. Aber es gibt in dieser Woche auch posotive Nachrichten, wir konnten einen weiteren Meilenstein im Hospital erleben. Der Computertomograph ist in Betrieb gegangen, allein am heutigen Tag konnten wir 4 Leute durch die "Röhre" schicken. Ein Foto liefern wir euch natürlich nach.

 

Sonntag 20.01.2008 Online!!!!

Es ist geschafft!!! Nach genau 24h waren wir wieder mit unserer Satellitenschüssel online. Jetzt haben wir im Hospital 6 internationale Telefonleitungen und eine Internetbandbreite von 512 Kbit/s mit der wir in die Welt kommunizieren können. Zwar noch mit einigen Einschränkungen, denn wenn die Geräte ihren Stromanschluss verlieren, vergessen diese ALLE ihre Einstellungen und weder Telefon noch Internet funktionieren. Jedoch am Montag soll das neue Gerät in Curahuasi eintreffen, was diesen "Fehler" behebt. Hoffen wir das die Batterien (USVen) lange genug halten. Am Freitag wurde außerdem noch der Computertomograph mit zugehörigen Drucker in Betrieb genommen, so dass wir auch diesen Bereich bald eröffnen können. Am Wochenende waren wir und noch einige andere Missionare in Cusco. Das diese Strecke nicht ganz ungefährlich ist, erlebten 2 Missionare während ihrer Taxifahrt am eigenen Leib. Der Fahrer fuhr sehr sicher und langsam, doch plötzlich kam ihnen auf der Strasse ein Kleinbus, besser gesagt zuerst nur sein Hinterrad, entgegen. Wäre der Taxifahrer nicht ausgewichen dann hätte diese Rad auch in der Windschutzscheibe landen können und nicht "nur" am Kotflügel des Taxis. Der Kleinbus rutschte dann noch ca. 20m nur auf der Bremstrommel weiter. Wahrscheinlich war die Felge nicht mit genug Schrauben befestigt gewesen. Aber der Kleinbus wurde natürlich nicht abgeschleppt sondern einfach mit einem Wagenheber aufgebockt und das verlorenen Rad mit ein "paar" Muttern wieder angeschraubt. Ob der Kleinbus sein Ziel noch erreicht hat wissen wir leider nicht, das Taxi konnte mit den 2 Diopsi-Suyana Mitarbeitern noch bis Cusco weiterfahren (ca. noch 30 min).

 

Donnerstag 17.01.2008 Probleme mit der Kommunikation

Gerade haben wir wieder die 1. Verbindung zum Internet aufgebaut. Am gestrigen Mittwoch hat ein Techniker von Impsat mit dem Umbau unserer Satellitenschüssel für Telefon und Internet begonnen. Eigenlich sollte der Umbau nur ein paar Stunden dauern aber gestern Abend haben wir dann um 20 Uhr Schluss gemacht und jetzt schreibe ich gerade (19 Uhr) direkt vom Hospital. Leider funktioniert es immer noch nicht :o(. Die Telefonleitungen lassen sich nicht konfigurieren und der Techniker ist langsam der Überzeugung das die Hardware, welche er mitgebracht hat defekt ist. Er hat heute schon einge Stunden mit seiner Firma gesprochen aber bis jetzt haben diese den Fehler noch nicht finden können. Na ja wir werden sehen was die Nacht noch bringt.

 

Sonntag 13.01.2008 Der Container Nr. 13 ist da

In der letzten Woche ist er endlich angekommen, der Container Nr. 13. Vom Zoll in Lima wurde der Container nicht geöffnet und wir sind so um das gefürchtete prüfen der Listen herumgekommen. Der Zoll wird zwar noch einmal in das Hospital kommen, um sich alle Sachen hier vor Ort anzusehen aber das ist meistens nur noch Routine. In diesem Container befanden sich viele gespendetet Medikamente, OP-Sets und Kleinigkeiten welche uns wieder einen Schritt näher an den Vollbetrieb des Krankenhauses bringen. Wir planen noch im 1. Halbjahr den stationären Betrieb aufzunehmen und die 1ten Operationen durchzuführen. Genau dafür brauchen wir dann auch eine funktionierende Wäscherei. Wir haben zwar eine gewerbliche Waschmaschine und einen Trockner gespendet bekommen aber leider waren diese nicht für unser Stromnetz ausgelegt (110V). In dieser Woche haben sich Tobias (der Solartechniker) und ich an den Umbau der Waschmaschine gewagt nachdem der Trockner nun schon funktioniert. Na ja morgen sollen die letzten Umbauteile aus Cusco kommen und dann hoffen wir dass die Maschine laufen wird. Natürlich haben wir mal wieder ein paar Fotos für euch vorbereitet.

 

Mittwoch 09.01.2008 Eine volle Woche

Obwohl diese Woche erste 3 Tage alt ist, liegt doch schon einiges an Arbeit hinter und für die nächsten Tage auch noch vor uns. Am Montag konnten Tobias (ein Solartechniker aus Deutschland) und Timo endlich unseren gewerblichen Trockner von 230 Volt Netzspannung auf 400 Volt umrüsten. Nun kann der Trockner endlich in der Wäscherei eingesetzt werden. Denn auch im Hospital haben wir während der Regenzeit das Problem die Krankenhauswäsche zu trocknen. Am heutigen Tag kam dann endlich die langersehnte neue Satellitenschüssel für Internet und Telefon im Krankenhaus an; gleich morgen früh werden wir das gute Stück installieren. Außerdem rechnen wir morgen mit der Ankunft des Containers und die 40 Tonnen müssen dann so schnell wie möglich ausgeladen werden. Ihr seht, wir kommen ganz gut ins Schwitzen, ja schwitzen... am Montag Abend hatten wir das letzten mal Stadtwasser, der Wassertank hat auch nur noch eine Reserve von 300 Liter und im Ort sagt man dass das Wasser erst am Samstag wieder kommen soll....wir werden sehen. Ja und dann ist da noch Lia unsere neue Mitbewohnerin. Lia ist ca. 3-4 Wochen alt und ihre Mutter ist gestorben. Natürlich konnten wir die kleine Katze nicht ihrem Schicksal überlassen und so peppeln wir den kleinen Zwerg gerade mit der Spritze auf.

 

 

Sonntag 06.01.2008 Das Schwein

Zuerst einmal eine paar gute Nachricht, seit dem 20. Dezember befindet sich ein Container von Diospi-Suyana im Zoll in Lima. Seit letzter Woche wissen wir, dass der Container durchgekommen ist und er wahrscheinlich am Montag auf einen LKW verladen wird und sich dann auf den Weg nach Curahuasi macht. Wir rechnen also noch dieses Woche mit der Ankunft des inzwischen 13. Containers mit Sachspenden. Auch die Firma IMPSAT wird in der nächsten Woche eine neue größere Satellitenschüssel für uns auf den Weg schicken. Damit wird unser Internet für das Hospital um ein 4-faches schneller werden (von 256 Kbit/s auf 1024 Kbit/s) außerdem bekommen wir 8 internationale Telefonleitungen. Wir hoffen, dass der Techniker von IMPSAT auch in der nächsten Woche auf der Baustelle erscheinen wird um mit mir (Timo) die Anlage zu installieren. Jetzt zu den etwas schlechteren Nachrichten, nicht für uns aber für das Schwein. Unsere Nachbarn haben am letzten Wochenende ein Schwein in ihrem Garten geschlachtet, um es dann auf dem Sonntagsmarkt zu verkaufen. Die hygienischen Verhältnisse ließen ein wenig zu wünschen übrig aber damit ihr euch vorstellen könnt warum wir inzwischen kein Schwein mehr hier im Ort essen, haben wir ein paar Bilder für euch gemacht.

 

Dienstag 01.01.2008 Gesegnetes neues Jahr

Auch hier in Curahuasi wurde das neue Jahr kräftig gefeiert. Aber anstatt mit Silvesterknallern oder Raketen (auch die gibt es hier vereinzelt) das neue Jahr zu begrüßen, gibt es hier andere Bräuche. Viele Familien basteln eine große Puppe aus Stroh welcher sie alte Kleider vom letzten Jahr anziehen. Diese Puppe wird dann als Symbol dass das alte Jahr vorbei ist um Punkt Mitternacht verbrannt. Überall auf den Strasse konnte man dann nach Mitternacht diese verkohlten Haufen erkennen und ein beißender Geruch nach verbranntem Plastik und verbrannter Wolle lag in der Luft. Für uns beginnt morgen (Mittwoch) wieder der normale Krankenhausbetrieb und wir hoffen das in dieser Woche der Container aus dem Zoll kommt der seit dem 20. Dezember schon in Lima auf seine Weiterfahrt nach Curahuasi wartet. Aber zuerst haben wir für euch noch die versprochenen Bilder von der Aktion "Paneton und Schokolade" für 2000 Kinder.

 

Donnerstag 27.12.2007 Paneton für alle

Hier in Peru ist es üblich das alle Kinder zu Weihnachten Paneton (eine Art Kuchen) und eine Tasse heiße Schokolade bekommen. Die Polizeistation hier in Curahuasi machte den Anfang und stellte einen großen Tisch auf die Strasse und sobald ein Kind sich seine Portion abgeholt hatte, bekam es einen Strich auf die Wange damit es sich nicht nocheinmal anstellt. Aber auch bei Diospi Suyana gab es Paneton für die Kinder, eine Mitarbeiterin lud alle Kinder, welche in ihrer Strasse wohnen, zu Paneton und Schokolade ein. Dabei waren über 100 Kinder. Doch ob sie alle wirklich in ihrer Strasse wohnen, bezweifeln wir noch :-) Den Höhepunkt hier im Ort bildet jedes Jahr eine Familie, welche unter den Kindern nicht nur Paneton und Schokolade verteilt, sondern auch kleine Geschenke und Anziehsachen. Schon morgens wurden die Kinder mit LKWs zu dem Haus gefahren und es bildeten sich lange Schlangen. 2000 (!) Kinder sollen angestanden haben. Leider war es unmöglich diesen "Ameisenhaufen" genau zu zählen aber die Kinder hat es gefreut. Die Fotos liefern wir euch in den nächsten Tagen noch nach.

 

Freitag 21.12.2007 Weihnachten in Peru

Auch bei uns hier in Peru wird es langsam ruhiger vor den Feiertagen. Im Krankenhaus hatten wir am gestrigen Donnerstag eine Weihnachtsfeier für alle Mitarbeiter und Samstag haben die Bauarbeiter dann auch ihren letzten Arbeitstag für dieses Jahr. Hier bei uns gibt es allerdings nur den heiligen Abend und den 1. Weihnachtsfeiertag als Feiertag. Zwischen den Jahren wird wieder gearbeitet und wenn alles gut läuft kommt in diesen Tagen auch der nächste Container aus Deutschland an und will ausgeladen werden. Aber zurück zum Weihnachtsfest. Hier in Peru ist es üblich das alle Familien eine Krippe in ihrem Haus aufbauen. Geschmückt wird diese mit Josef und Maria, den Hirten und vielen Tieren. Nur das Jesuskind in der Krippe fehlt, dieses wird am heiligen Abend um Punkt 24 Uhr in die Krippe gelegt. Danach sitzten die Familien noch bis spät in die Nacht zusammen. Unsere Vermieterin Margarita hat uns erlaubt ihre Krippe zu Fotografieren. Wir wünschen euch allen aus Peru ein gesegnetes Weihnachtsfest und einige ruhige Tage. Hier geht es zu den Fotos.

 

Montag 17.12.2007 Rundbrief Nr. 9

Unser Rundbrief Nummer 9 ist fertig. Dort könnt ihr noch einmal die wichtigsten Infos der letzte Wochen zusammengefasst nachlesen. Einige von euch müssten ihn heute in ihrem E-Mail Postfach finden die anderen im Laufe der nächsten Woche in ihrem Briefkasten. Wer noch nicht in unserem E-Mail oder Postverteiler ist kann uns eine kurze E-Mail schicken (Adresse unter Kontakt) und bekommt den nächsten Rundbrief dann automatisch. Wer nicht bis dahin warten möchte kann ihn sich auch hier herunterladen.

 

Mittwoch 12.12.2007 Transportmittel

Heute hatten wir eine Patientin welche ziemlich schlecht laufen konnte. Aus diesem Grund kam sie mit ihrem "Fortbewegungsmittel" bis direkt vor den Haupteingang des Hospitals. Sie kam nicht etwa mit einem Taxi oder Rollstuhl, sie kam mit ihrem Pferd! Da sie sich auf Grund ihrer Schmerzen kaum bewegen konnte, mussten wir ihr nach der Behandlung wieder auf das Pferd helfen. Mit vereinten Kräften ging es dann auch, zum Glück sind die Leute hier nicht übergewichtig. Wir hoffen das die Patientin in ihrem Dorf auch wieder gut absitzen konnte. Aber seht selbst die Fotos.

 

Sonntag 09.12.2007 Kinderfest

Am gestrigen Samstag fand im Amphietheater des Krankenhauses die Weihnachtsfeier des Kinderclubs statt. Angefangen hat der Kinderclub Weihnachten 2005 mit knapp 20 Kindern in einer einzigen Gruppe. Heute 2 Jahre später haben den Kinderclub bereits über 800 Kinder besucht und inzwischen sind es 5 verschiedene Gruppen, welche sich jede Woche im Clubhaus treffen. Der Kinderclub ist schon zu einem festen Bestandteil des Hospitals geworden. Zum diesjährigen Weihnachtsfest kamen ca. 600 Kinder, teilweise mit ihren Eltern. Ich, Timo wurde gefragt ob ich nicht schnell ein paar Mikrofone für ein Anspiel aufbauen kann. Nach der Generalprobe standen dann 10 Mikrofone, 2 Sängerinnen, 1 Gitarrenspieler und ein Keyboard auf der Bühne und ich am Mischpult. (Danke Hermann dass du mich in 2 Stunden zum Tontechniker ausgebildet hast!) Es hat aber doch noch alles gut geklappt. Nach einigen Liedern und dem Krippenspiel bei 25 Grad in der Sonne (auch eine neue Erfahrung) gab es dann für alle noch ein Essen. Aber seht euch selbst die Fotos an.

 

Mittwoch 05.12.2007 Die Geschichte des Toilettenstuhls

Was tun wenn Medizin und Physiotherapie an ihre Grenzen stossen? Sicher, wir könnten sagen, so ist das nunmal und mehr können wir nicht tun. Doch dafür sind wir nicht einfach nur ein Krankenhaus, sondern wollen ganz bewusst unsere Aufgabe auch in der Hilfe darüber hinaus sehen. Doch damit das alles jetzt konkret wird, hier die Geschichte des Toilettenstuhls. Seid einigen Wochen kommt zur Physiotherapie eine ältere Dame (ein Teil ihrer Geschichte lasst ihr am 1.11.2007, siehe Archiv), die im März vom Auto angefahren wurde und einen Unterschenkelbruch erlitt. Nach vielen Komplikationen und 7 Monaten ohne Therapie im Sinne der Rehabilitation, kam sie das erste Mal zu mir. Zunächst hatten wir die Hoffnung mit intensiver Therapie das so gut wie versteifte Kniegelenk wieder mobil zu bekommen. Doch schnell mussten wir feststellen, dass es wohl zum Teil schon knöchern fixiert ist. Eine Mobilisation also nicht erreicht werden kann. Eine Komplikation, die nicht leicht zu verkraften ist, mit der man aber durch aus Leben kann - sofern die Umstände dem entsprechend sind. In ihrem Fall ein schwieriges Unterfangen. Denn wie das "baño seco" (einfach ein Loch im Boden als Toilette) benutzen, wenn man das Knie beim Hinhocken nicht beugen kann? Und wirklich die nächsten Jahre immerzu eine Schüssel im Bett benutzen, bei der sie ständig auf Hilfe angewiesen ist? Undenkbar. So war die Idee des Toilettenstuhls geboren und mit Hilfe unseres Schreiners auch schnell umgesetzt. In diesen Tagen konnten wir ihr in ihrem Lehmhaus den Stuhl überreichen und die Freude darüber war unendlich groß. Auch für uns; nur mit der Tatsache, dass wir als Dankbarkeit meist zu einem Cuy-Essen (Meerschweinchen) eingeladen werden, müssen wir uns jedesmal neu auseinander setzten. Doch so viel sei gesagt: es war lecker zubereitet. Doch seht hier selbst.

 

Sonntag 02.12.2007 Strom, kein Strom und .....

In Deutschland kannten wir nur Strom (230V) oder kein Strom (0V). Hier in Peru haben wir jetzt während der Regenzeit noch eine 3. Möglichkeit kennengelernt, nämlich nur ein "bisschen Strom" (ca. 120V). Wenn nach einem komplette Stromausfall das Licht nur ein wenig leuchtet, dann weiß man schon es ist wieder nur ein "bisschen Strom" vorhanden. Dies ist natürlich für alle elektronischen Geräte überhaupt nicht gut und so sollte man die Netzstecker auch sofort ziehen. Wenn wir nicht zuhause sind, hoffen wir einfach das die Geräte diese Prozedur ohne Schaden überstehen. Schliesslich muss der Kühlschrank mit Gefrierfach immer laufen. Denn wer möchte schon abends nach dem Nachhausekommen immer an das erneute Einstecken seines Kühlschrankes denken müssen. Mal von dem evtuellen Auftauen abgesehen.

An diesem Sonntag haben wir uns ein wenig Zeit gegönnt, sind spazierengegangen und haben einen neuen Teil von Curahuasi entdeckt. Wenn man sich so um die Marktgegend herum aufhält, dann könnte man den Eindruck bekommen: so arm ist Curahuasi gar nicht. Doch das täuscht. Verlässt man den Stadtkern nur um ein paar Strassen, so erkennt man das wahre Stadtbild vom Ort. Die einfachsten Adobehäuser (Lehm), Menschen die hart arbeiten und Kinder ohne Schuhe mit weniger und dreckiger Kleidung. Auch wenn wir das alles gerne hier ein mal in Bildern darstellen würde, so ist das sehr schwierig. Die Armut zu fotografieren, ist für uns an vielen Stellen undenkbar oder auch einfach nicht machbar. Doch seht hier einen kleinen Einblick.

 

Donnerstag 27.11.2007 Adela

Vor ein paar Tagen erzählten wir die Geschichte einer jungen Frau die einige Zeit nach der Geburt ihres 2.Kindes ins Koma fiel und nun eine halbseitige Lähmung hat. In diesen Tagen habe ich, Simone, sie kennengelernt. Adela ist 31 Jahre alt und noch immer ist für uns nicht klar, was wirklich passiert ist. Die Ursache für ihren Hirnschaden bleibt wohl auch vorerst ungeklärt. Viel wichtiger ist jedoch, dass sie jetzt hier in Curahuasi ein kleines Zimmer im Haus des Kindeclubs hat und ihr eine junge Frau bei allen alltäglichen Arbeiten zur Seite steht. Aus uns Missionaren hat sich ein kleines Team gebildet, das sich um ihre Rehabilitation kümmert. Stefan als Intensivkrankenpfleger - und derzeit ihr Nachbar - kümmert sich um Esstraining und alles rund um ihren Alltag. Zu mir in die Physiotherapie kommt sie 3 mal die Woche mit zusätzlichen Hausbesuchen. Carolina kümmert sich um die Finanzen und dass ein paar Spenden für sie zusammenkommen. Und noch vieles mehr. Wir hoffen und beten, dass wir viele gute Erfolge in der Therapie erzielen können. Adelas Ziel ist es sich dann wieder ohne fremde Hilfe um ihr Baby kümmern zu können. Und damit auch ihr sie kennenlernt, hier ein Foto aus meinem consultorio (Behandlungszimmer).

 

Montag 26.11.2007 Fotos

Die versprochenen Fotos von der Parade sind online. Ihr findet sie hier.

 

Sonntag 25.11.2007 Parade

Wie so oft fand an diesem Wochenende mal wieder eine Parade in Curahuasi statt. Dieses mal wurde der Jahrestag des Dorfes ganz groß mit auf dem Marktplatz gefeiert. Alle Schulen, Vereine und sonstige Instituitionen, also auch wir, hatten sich dort versammelt, um dann feierlich an der Ehrentribüne vorbeizumarschieren. Beginnen sollte das ganze um 12 Uhr und so haben wir uns, typisch europäisch, um 11 Uhr getroffen, um dann gemeinsam zum Veranstaltungsort zu gehen. Leider hatte sich der Beginn der Parade noch ein wenig verschoben so das wir endgültig gegen 15 Uhr im Stechschritt an der Ehrentribüne vorbeigehen konnten. Für die Curahuasinos ist dieser Akt wichtig und wir zeigen ihnen damit, dass wir ihre Kultur verstehen wollen. Die Fotos von der Parade liefern wir euch natürlich morgen nach. Desweiteren wurde an diesem Wochenende in Deutschland ein weiterer Container mit Spenden für das Krankenhaus gepackt und auf die Reise geschickt. Wenn mit dem Zoll alles glatt läuft werden wir ihn am 20. Dezember als Weihnachtsgeschenk hier in Peru haben. Zusätzlich wurden alle Verträge für den Import der beiden Ambulanzwagen unterschrieben, so dass uns Anfang des Jahres 2 geländegängige Krankenwagen für den Einsatz in den Bergen zur Verfügung stehen. Wir sind dankbar das so viele Dinge langsam Form annehmen und wir jeden Tag weitere Fortschritte sehen können.

 

Mittwoch 21.11.2007 Im Koma

Immer wieder begegnen uns auch außerhalb des Krankenhauses Geschichten von Menschen die uns tief bewegen. Vor einigen Tagen hörten wir von einer Frau mit einem 3 Monate alten Baby. Diese Frau sollte eine Ausschabung in Cusco bekommen. Bei der Behandlung gab es allerdings einige Komplikationen so dass sie ins Koma fiel und jetzt eine halbseitige Lähmung hat. Das inzwischen 3 Monate alte Baby befindet sich vorübergehend bei Verwandten und der Vater kümmert sich den ganzen Tag um seine Frau. Eigentlich müßte er aber am Tag Taxi fahren um das Geld für die Familie zu verdienen. Jetzt fährt er nachts Taxi und kümmert sich am Tag um seine Frau. Leider verdient er aber nachts nicht viel und er hat keine Ahnung wie es weiter gehen soll. Wir haben jetzt in einer Mitarbeiterbesprechnug zusammengelegt und werden für die Frau hier in Curahuasi ein Zimmer mit einer Haushaltshilfe mieten. Hier im Ort kann die Frau dann von Simone Physiotherapie bekommen und wir hoffen, dass sie in einigen Monaten wieder gesund ist und sich dann auch wieder um ihr Baby kümmern kann.

 

Sonntag 18.11.2007 Jahrestag und Geburtstag

Wieder liegt eine spannende Woche hinter uns. In dieser Woche wurde die 1. größere Operation in einem kleinen selbst eingerichteten Operationssaal durchgeführt. Manche Dinge sind noch etwas abenteuerlich, so z.B. die OP Lampe, ein umgebauter Baustrahler. Aber es geht vorwärts und wir merken an der immer steigenden Zahl der Patienten das diese medizinische Versorgung hier einfach gefehlt hat. Zusätzlich ist in Cusco noch ein Krankenhaus geschlossen worden, so dass einige dieser Patienten jetzt auch zu uns kommen. Am Donnerstag wurde dann mit einem Festumzug durch die Strassen der Stadt der Festmonat zum Jahrestag von Curahuasi eingeläutet. Natürlich dürfen wir uns bei solchen Ereignissen nicht ausklammern und müssen als eine Einrichtung hier in Curahuasi mit dabei sein. Also wurden uns Trachten geliehen und wir sind mit den Curahuasinos und einer Kuh durch die Strassen gezogen. Na ja wie wir ausgesehen haben seht ihr auf den Fotos hier. Am heutigen Sonntag haben wir dann Simones 26. Geburtstag gefeiert. Es war Simones 1. Geburtstag bei 28 Grad im Schatten.

 

Mittwoch 14.11.2007 Adresse die 2te

Von den Lizenzen des Krankenhauses haben wir bis jetzt noch nichts gehört, doch dafür gibt es mal wieder Neuigkeiten von der Post. Wir hatten euch vor einiger Zeit gebeten, falls ihr uns Päckchen schicken möchtet, ein bestimmtes Adressformat zu benutzen. Jetzt gibt es mal wieder eine Änderung, der Name Diospi-Suyana sollte NICHT mehr in der Adresse enthalten sein. Das Päckchen sollte nur an einen von uns mit ausgeschriebenem Vor- und Nachnamen adressiert sein. Dies wäre dann die korrekte Form:

"Simone Klingelhöfer"

Apartado 210

Abancay, Apurimac, Peru

Seid heute ist auch offziell der Festmonat der Stadt Curahuasi in vollem Gange. So werden wir morgen, Donnerstag, an einen sogenannten Pasacalle teilnehmen. Mehr dazu am Wochenende. Noch ein kleiner Nachtrag, Simone hat am Sonntag den 18. November Geburtstag sie würde sich bestimmt über einen Eintrag von euch im Gästebuch eine E-Mail oder eine SMS freuen, hier ihre Handynummer: 0051 84-9372558 Aber Pssssst von diesem Eintrag hat Simone keinen Ahnung :o)

 

Sonntag 11.11.2007 100. Eintrag und Lizenzen

Heute schreiben wir für euch den 100. Eintrag auf unserer Webseite und nehmen mal wieder das Foto vom Eintrag Nummer eins. Erinnert ihr euch noch an den Eintrag? Wir hatten am 3.Juni 2007 mit unserem Reisetagebuch angefangen. Wir reisten damals hierher nach Peru, um uns das Hospital anzusehen. Jetzt sind wir schon mittendrin in der Arbeit und auch diese Woche war es wieder spannend. Schon seit einer ganzen Weile versuchen wir die offizielle Lizenz zur Betreibung des Krankenhauses zu bekommen, zur Zeit arbeiten wir nur unter einer vorübergehenden Lizenz, die wir von der Stadt Curahuasi erhalten haben. Am Freitag war dann endlich die Kommision, zur Beurteilung aller Anträge, im Krankenhaus, um sich das Ganze vor Ort anzusehen. Wir werden wahrscheinlich im Laufe dieser Woche erfahren, was wir noch anpassen müssen (Dokumente, Notausgangsschilder, etc.). Aber es gibt auch jetzt schon gute Nachrichten. Autos die älter als 5 Jahre sind, dürfen nur von der Stadt oder der katholischen Kirche nach Peru importiert werden. Darunter fallen auch 2 Unimogs, die für Diospi Suyana gespendet wurden. Vor ein paar Tagen konnten wir einen Vetrag mit der katholischen Kirche schließen und so den Import zu ermöglichen. Die beiden Autos sind komplett generalüberholt und einer wurde bereits als Krankenwagen umgebaut. So hoffen wir sie bald hier zu haben, so dass sie uns hier für schwieriges Gelände zur Verfügung stehen.

 

Mittwoch 07.11.2007 Angriff im Computernetzwerk

Was ist so ziemlich das schlimmst was in einem Computernetzwerk passieren kann, Viren, Würmer? Nein, Nagetiere sind wohl das schlimmst was sich ein Netzwerkverantwortlicher vorstellen kann. So auch geschehen in unserem Netzwerk im Krankenhaus. Über das Wochenende hatte ich, Timo eine Bananenschale in einer Mülltüte vergessen. Am Montag morgen war die Tüte wenig appetitlich zerpflückt und kleine Fussspuren deuteten auf nächtliche Besucher hin. Also haben wir eine von den großen Rattenfallen gekauft, denn hier in Peru ist alles bekantlich ein wenig größer. Am Dienstag morgen hatten wir noch kein Glück aber heute morgen hatte es der Ratte das Genick gebrochen. Ob die Kabel Schaden genommen haben werden wir in den nächsten Tagen feststellen. Unseren "Krankenhauszoo" haben wir heute übrigens noch um eine weitere Tarantel in der Kirche erweitert. Leider war ich mit dem Fotoapparat nicht schnell genug, so dass diese dann bereits tot war.

 

Sonntag 04.11.2007 Cusco und zurück in 30 Stunden

Dieses Wochenende haben wir genutzt um unsere Vorräte für die nächsten 5 Wochen wieder aufzufüllen, Butter, Käse, Wurst, etc. ist halt hier einfach nicht zu bekommen. Außerdem war dann natürlich mal wieder ein Frisörbesuch für mich, Timo, obligatorisch. Zusätzlich sollten wir, natürlich nur kurz, einige Muster für das Hospital abholen. Um was es sich genau handelte wussten wir nicht, lediglich eine Adresse hatten wir. Dort wurden wir dann auch sogleich freundlich begrüsst und uns mitgeteilt, dass er die Proben leider noch nicht fertig hätte, aber sofort mit uns heraussuchen würden. Dann ging es vom Büro durch einige Querstrassen in ein "Lager". Dort türmte sich alles was man an Verbrauchsmaterial für ein Krankenhaus braucht auf. Die 8 verschiedenen Proben Wundnatmaterial, soviel wussten wir schon, wurden dann JETZT von seinem Helfer aus dem Regal geholt. Das JETZT zog sich allerdings noch eine 3/4 Stunde hin. In der Zwischenzeit erklärte uns der Händler auf spanisch die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen den verschiedenen Materialien. Das ich Timo nur "Spanisch" verstanden habe muss ich glaube ich nicht erwähnen. Das ganze Unternehmen dauerte alles in allen ca. 1 Stunde. Langsam verstehe ich warum unsere Einkäufer immer etwas länger brauchen um "nur mal kurz" ein paar Muster abzuholen. Aber so langsam gewöhnen wir uns an diese Mentalität hier.

 

Donnerstag 01.11.2007 in Deutschland undenkbar

Hier in Peru ist das Prinzip der ärztlichen Behandlung einfach und strikt. Wer nicht im Voraus zahlt, wird nicht behandelt! Ja, wir wussten um diesen Prinzip, doch erst jetzt im Kontakt mit den Patienten wird uns neu bewusst, was es denn wirklich in der Praxis bedeutet. Seid 1 Woche kommt eine ältere Frau zu mir in die Physiotherapie. Sie wurde vor einiger Zeit vom Auto angefahren und erlitt eine Unterschenkel-Fraktur. Im Krankenhaus in Cusco wurde sie 13 Tage lang nicht operiert ... nicht weil es zu stark geschwollen war oder sie Komplikationen hatte ... nein, einfach weil sie nicht die 1000 Soles (weniger als 250 Euro) hatte, um das benötigte Operationsmaterial zu kaufen. Ihre Geschichte hat mich schockiert. Wir sind froh, dass wir am Hospital Diospi Suyana noch andere Möglichkeiten haben. Durch viele Spenden und auch euch, die ihr uns persönlich unterstützt, können wir den Ärmsten sehr günstige oder sogar kostenfreie Behandlungen und Medikamente zu Verfügung stellen. Das "SI GRACIAS DOCTORITA" (so bedanken sich die Patienten vielmals bei uns) geben wir so an euch weiter.

 

Sonntag 28.10.2007 Die 1. Patientenwoche

Die 1. Woche in der wir Patienten behandelt haben liegt hinter uns. In diesen 5 Tagen waren ca. 140 Patienten in der Ambulanz und wurden von 2-3 Ärzten und einer Zahnärztin behandelt. Eine Patientin mussten wir Zwecks fehlender Mittel an ein Krankenhaus in Cusco (ca. 160 km) überweisen; wir hoffen, dass die anderen Bereiche wie OP, Intensivstation, CT, etc... schnellstmöglich auch in Betrieb gehen werden. Manches scheitert noch am nötigen Geld, manches an den Ärzten und Spezialisten, welche noch bis Anfang des Jahres in der Sprachschule sind. Aber es ist toll zusehen wie jeden Tag ein weiterer kleiner Bereich des Krankenhauses funktioniert. Am kommenden Wochenende werden wir nach 5 Wochen hier in Curahuasi mal wieder nach Cusco fahren und Lebensmittel einkaufen, Käse, Wurst und Quark ist hier vor Ort einfach nicht zu bekommen. Habt ihr schon mal einen Einkaufszettel für 5 Wochen geschrieben?

 

Donnerstag 25.10.2007 Der Gips muss runter, aber womit?

Heute morgen hatten wir in der Ambulanz einen kleinen Patienten mit einem Gipsbein. Nach der Aufnahme erzählt uns der Patient das er diesen Gips jetzt fast (es fehlten nur noch 2 Tage) 4 MONATE (in Worten: vier Monate) trägt. In Deutschland sind 6 Wochen normal. Leider fehlte uns das passende Werkzeug um einen Gips zu entfernen :o( Aber ich hatte aus Deutschland mein Leatherman (Multifunktionswerkzeug) mitgenommen und Simone hatte die Idee das es damit doch auch gehen könnte. Gesagt, getan, der Patient schaute am Anfang ein wenig skeptisch aber nach 30 Minuten war der Gips runter und der Patient glücklich. Die Fotos haben wir natürlich gleich an den Hersteller verschickt. Und Euch wollen wir sie natürlich auch nicht vorenthalten. Hier.

An alle Physiotherapeuten: Ich (Simone) war doch bei der anschliessenden Untersuchung sehr erstaunt, dass er sein Sprunggelenk noch was vollständig bewegen konnte. Nur wenige Grade fehlen. Aber daran arbeiten wir jetzt fleissig.

 

Montag 22.10.2007 Sr. Ciprian Leon Ccahuo

Dies war der Name des 1. Patienten heute morgen im Hospital, er hat als Dankeschön eine Rose und eine Bibel bekommen. Zum Glück wurden wir nicht von einem Ansturm von Leuten überrannt. An heutigem Tag hatten wir ca. 28 Patienen in der Ambulanz und konnten so langsam ein wenig Routine aufkommen lassen. Der Preis den ein Patient für eine Behandlung bezahlen muss, liegt bei 4 Soles (ca. 0,93 Euro). Aber schon heute am 1. Tag konnten 2 Patienten nur 3 Soles bezahlen. Den Rest des Geldes müssen wir dann aus dem Charity Fund nehmen. Es ist spannend mitzuerleben wie jeden Tag ein weiterer Teil des Hospitals funktioniert. Hier sind für euch ein paar aktuelle Fotos von heute.

 

Sonntag 21.10.2007 Censo und der Tag vor dem ersten Hospital-Betrieb

Heute hatten wir staatlich angeordneten Hausarrest, denn in ganz Peru war Volkszählung mit Befragung der Wohn- und Lebensumstände. Der sogenannte "Censo". Der sonst sonntäglich Markt war also auch schon gestern und heute morgen waren die Strassen wie ausgestorben und nur vereinzelt sah man Menschen. Warten mussten wir selbst nur bis 11Uhr am Morgen. Nachdem wir mit einer Frau dann ein 4-seitiges Formular ausgefüllt hatten, bekamen wir einen Aufkleber an die Haustür. Dieser erlaubt es uns wieder das Haus zu verlassen und galt ebenso als Zeichen für alle anderen Volkszähler, die evtl. noch vorbei kämen. Da alles in der Stadt aber nach wievor eingeschränkt lief, blieben wir zuhause und bereiteten noch ein paar Dinge für den morgigen Tag vor. Um 9 Uhr am Montag morgen gehen im Hospital Diospi Suyana die Türen im Ambulanzbereich für die Patienten auf. Wir haben schon fleißig spekuliert, wie viele Personen wohl kommen werden, doch die Schätzungen reichen von gar keinen bis 500 Personen. So sind wir auch diesmal wieder sehr gespannt und werden am Mittwoch von den ersten Erfahrungen berichten.

 

Mittwoch 17.10.2007 Zwischen High-tech und Lehmhütten

Noch 108 Stunden bis wir die Ambulanzräume für die 1. Patienten des Hospitales öffnen werden. An allen Ecken und Enden wird noch geschraubt, geputzt oder die letzten Behandlungsinstrumente in Position gebracht. Die gespendeten Medikamente sind in letzter Minute aus dem Zoll gekommen und wir hoffen die Kisten vor Montag im Krankenhaus in Empfang nehmen zu können. Simone und ich haben in dieser Woche das elektronische Schlüsselausgabesystem in Betrieb genommen. Jeder Mitarbeiter hat eine persönliche Identifikationskarte bekommen, mit der er nur die Schlüssel aus einem gesichertem Schlüsselkasten entnehmen kann, welche ihm vorher per Computerprofil zugewiesen worden sind. Bei diesem vielen High-tech mitten in einem kleinen Andendorf kommt man doch ein wenig ins Nachdenken. Auf dem Nachhauseweg in der Abenddämmerung sitzt eine Frau unter eine Strassenlaterne und näht. Im ersten Moment fragt man sich warum sitzt diese Frau nicht in ihrem Haus? Aber dann wird einem wieder bewusst, dass viele dieser Menschen in ihrem Zuhause aus Lehmsteinen nicht einmal eine einfache Glühlampe haben. Wieviel größer muss dann bei einigen Leuten erst die Angst vor der vielen Technik im Hospital sein? Wir sind gespannt wie viele Menschen am Montag morgen vor unserer Tür stehen werden und auf eine Behandlung hoffen.

 

Sonntag 14.10.2007 Eine ganz normale Arbeitswoche

Die 1.Woche Arbeit im Krankenhaus liegt hinter uns. Am Montag in genau einer Woche werden wir den 2ten Patienten in der Consulta begrüßen dürfen. Wir sind gespannt wie viele Leute am 1. Tag vor der Tür stehen werden. Oft wird man im Ort gefragt wann es denn jetzt endlich losgeht. In dieser Woche habe ich, Timo, angefangen die ersten 70 von insgesamt 400 Netzwerkkabel in den Verteilerschränken (Patchfeldern) aufzulegen, das Sicherheitssystem für die Schlüsselverwaltung in Betrieb zu nehmen, die 1ten PCs installiert und aufgestellt. Simone hat ihren Physiotherapieraum in den Ambulanzen eingerichtet und den Rest der Woche Access Datenbanken für die Verwaltung der Schlüssel im Krankenhaus angefertigt. SImone entwickelt sich noch richtig zum Computerspezialisten. Die Vorbereitungen laufen also auf Hochturen. Unsere Nachbarn hatten in dieser Woche Besuch aus Deutschland und zur Feier des Tages hat es sich unsere Vermieterin natürlich nicht nehmen lassen Meerschweinchen zuzubereiten. Nach dem Essen haben wir sie gefragt aus was denn die Füllung zubereitet worden ist (schmeckte ein wenig komisch). Sie sagte uns, dass sie alle Innereien kleingeschnitten hatte, dann mit Kräuter und Spinat gewürzt und dann das Meerschweinchen wieder damit gefüllt hatte (Kein Kommentar). Euch möchten wir diese und weiter Fotos von unserem Festessen natürlich nicht vorenthalten :o)

 

Mittwoch 10.10.2007 Pakete und Briefe

Leider haben alle Diospi-Suyana Mitarbeiter in letzter Zeit ein wenig Probleme die Pakete aus Deutschland vom Zoll zu bekommen. Einige Pakete wurden an "Familie + Nachname" adressiert. Für die peruanischen Behörden ist aber das Wort "Familie" kein Vorname. Das bedeutet wir können das Paket nicht empfangen. Die Post geht also (wenn überhaupt) direkt dann an die Organisation Diospi-Suyana, diese muss das Paket dann versteuern und das waren beim letzten mal 170 Soles (40 Euro). Manchmal kann es Monate dauern bis wir überhaupt informiert werden, das ein Päckchen für uns im Zoll liegt. Dann dürfen Pakete auch nicht an 2 Personen z.B. "Timo und Simone Klingelhöfer" adressiert werden, außerdem darf der Vorname nicht abgekürzt werden, damit ist z.B. "S. Klingelhöfer" also auch verboten. Wir freuen uns trotzdem darüber wenn ihr uns Post zuschickt. Eine Korrekte Anschrift sieht also so aus:

 

"Simone Klingelhöfer"

Apartado 210

Abancay, Apurimac, Peru

 

Sonntag 07.10.2007 Rundbrief Nummer 8

Unser Rundbrief Nummer 8 ist fertig. Dort könnt ihr noch einmal die wichtigsten Infos nachlesen. Einige von euch müssten ihn heute in ihrem E-Mail Postfach finden die anderen im Laufe der nächsten Woche in ihrem Briefkasten. Wer noch nicht in unserem E-Mail oder Postverteiler ist kann uns eine kurze E-Mail schicken (Adresse unter Kontakt) und bekommt den nächsten Rundbrief dann automatisch. Wer nicht bis dahin warten möchte kann ihn sich auch hier herunterladen.

 

Freitag 05.10.2007 Der erste Patient

Wir hatten euch geschrieben das wir am 22. Oktober den 1. Patienten im Krankenhaus behandeln werden. Leider hatten wir gestern Abend schon den 1. Patienten. Unser Schreiner hat ein wenig unglücklich mit seinem Daumen in die Kreisäge "gefasst" und sagte dann: "Ich habe mir wehgetan!" Leider fehlt es in unserem Krankenhaus noch an Nähmaterial so dass das "wehgetan" im örtlichen Gesundheitsposten, zuerst ohne Betäubung, dann aber doch mit einer Spritze und einer stumpfen Nadel mit 3 Stichen genäht worden ist. Aber den Verbandswechsel konnten wir schon machen. In der letzten Nacht gab es außerdem die ersten Gewitter und heftigen Wind. Dieser sorgte dafür das der gesammte Ort für ca. 3h ohne Strom war. Wir sind gespannt auf die Regenzeit.

 

Dienstag 02.10.2007 Geschafft

Am letzten Freitag haben wir unsere Sprachschulzeit in Cusco beendet und sind mit unserem restlichen Gepäck nach Curahuasi umgezogen. Ein Foto von unserem Zertifikat werden wir natürlich noch online stellen. Angekommen in Curahuasi wartete ersteinmal eine Menge Arbeit auf uns, lediglich unser Schlafzimmer war fertig. Also ging es los mit Streichen, Putzen, Kabelverlegen und Steckdosen einbauen, da es hier keinen Klemmen gibt behersche ich inzwischen auch die peruanischen "Kabel-Knüpf-und-Falttechnik" zum Verbinden der Leitungen. Zusätzlich bereiten wir im Hospital noch die Ankunft des 1. Patienen am 22. Oktober vor. Anfangen werden wir mit den Ambulanzen, Physiotherapien, Labor, Apotheke und Ultraschall. Hoffentlich haben wir bis dahin die Elektrokabel um auch alle Räume mit Strom zu versorgen. Eine peruanische Firma hat alle diese Kabel welche wir benötigen in einer Lagerhalle liegen. Die Firma müsste sich lediglich entscheiden uns diese zu spenden.

 

Mittwoch 26.09.2007 Wir werden diese Kinderaugen nie vergessen

Am nächsten Morgen wachten wir auf und es ging uns besser. Nach dem Frühstück konnten wir die letzten 200 Höhenmeter in ca. 1,5 Stunden mit einigen Pausen bewältigen. Der Abstieg war um einiges leichter und wir haben unser Ziel, die warmen Quellen von Lares, 7h später erreicht. Dort konnten wir in den natürlichen, bis zu 50°C heißen, Quellen baden. Am nächsten Morgen kaufte unsere Direktorin ca. 100 Brote und Kekse ein, sie meinte das ist für die Kinder auf dem Weg. Tatsächlich immer wenn wir eine Schafherde in den Anden sahen und hupten kamen Kinder angelaufen. Sie wussten das wir Essen für sie haben. Jedes Kind bekam 2 Brote und ein Päckchen mit Keksen. Die Kinder haben ihre Geschenke mit großen Augen angesehen und uns dankbar nachgewunken. Ein Kind im Alter von ca. 8 Jahren, wir haben es draußen bei einer Schafherde getroffen, hielt sein Brot ganz fest und fing vor Freude an zu weinen. Es muss ziemlich Hunger gehabt haben. Wir werden diese Kinderaugen nie vergessen und werden immer wenn wir durch ein solches Gebiet fahren Essen für diese Kinder dabeihaben. Schaut euch einfach die Fotos an, uns hat diese Erfahrung wirklich überwältigt.

 

Sonntag 23.09.2007 1800 Höhenmeter in 7 Stunden

Letztes Wochenende haben wir mit unsere Sprachschule einen 3-Tages-Ausflug unternommen. Da wir am kommenden Freitag unsere Sprachschule beenden, haben wir es als tollen Abschluss erlebt. Gestartet sind wir am Freitag morgen um 6 Uhr mit einem Kleinbus mit 13 Leuten. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt waren wir am Ausgangspunkt auf 2900m Höhe angelangt. Tagesziel war ein Basislager in 4700m Höhe zu erreichen. Wir mussten also 1800 Höhenmeter in 7 Stunden überwinden. Das Gepäck wurde auf 9 Pferde und Esel gebunden und wir wurden von 4 einheimischen Führern begleitet. Vorher hatten wir noch einiges an Süssigkeiten für die Kinder eingekauft, die weit in den Bergen wohnen und deren Häuser auf unserer Route lagen. Die ersten Stunden waren noch sehr gut zu bewältigen, doch die letzten 200 Höhenmeter waren wirklich der Hammer. Wir merkten wie die Luft immer dünner wurde und das Atmen bei jedem Schritt schwerer viel. Als wir gegen 15:30 Uhr das Lager erreichten, waren wir völlig am Ende. Unser Kopf hämmerte und der Magen drehte sich um. Uns hatten die Soroche (Höhenkrankheit) erwischt. In der Nacht hatten wir strikte Anweisung uns nicht zu weit vom Zelt zu entfernen, weil es in dieser Gegend Pumas gibt. Am nächsten Tag standen uns noch weitere 200 Höhenmeter bis auf 4900m bevor und wir hatten noch keine Ahnung wie wir das schaffen sollten. Dazu aber mehr im nächsten Bericht. Jetzt seht euch erstmal die Fotos von diesen Tagen an.

 

Mittwoch 19.09.2007 Rally de Cusco

Wenn man hier mit einem Taxi unterwegs ist dann fühlt man sich sowieso schon wie in mitten in einer Rally. Jetzt stellt euch aber vor ihr wollt eine Strasse überqueren und plötzlich fährt an euch ein aufgemotztes, tiefergelegtes Auto mit einem riesen Lärm vorbei. Dann ist wieder Rally de Peru. Hier fahren die Rally Autos tatsächlich mitten durch die Stadt, die Polizei hält einfach kurz den Verkehr an und weiter geht es. Auf dem mittleren Bild seht ihr ein Rennauto mit einem Taxischild auf dem Dach. Ob der Fahrer sonst mit diesem Auto Taxi fährt wissen wir leider nicht so genau. Die Ticos (die kleinen Taxis hier in Cusco) wurden eigentlich nur zum umherfahren auf Betriebsgeländen entwickelt und jetzt fahren die Peruaner sogar Rennen damit quer durch das Land...

 

Sonntag 16.09.2007 Das juckt!!!!

Das letzte Wochenende an dem wir nur zu Besuch in Curahuasi waren liegt hinter uns. Ab in 2 Wochen werden wir dort dann endlich und fest in unsere 4 Wände einziehen. Es gab wieder einiges zu tun, unserem Fließenleger haben wir vielen Dank gesagt und ihm mitgeteilt, dass wir den Rest selbst fertigstellen werden. Er hatte angefangen das Waschbecken im Bad zu montieren. Im Bad befindet sich ein Spiegel in der Wand, natürlich hat er das Waschbecken nicht mittig unter dem Spiegel montiert sondern daneben, zum Teil ÜBER der Toilette. Verfugt haben wir dann auch noch selbst. Leider fehlte uns dafür dieser "Fließengummi" um die Masse in den Ritzen zu verteilen. Aber eine leere Milchtüte tat es dann auch. Außerdem mussten wir einige Elektroleitungen austauschen. Unser Vermieter hat Lautsprecherkabel für die Lichtschalter verwendet, ist natürlich viel billiger aber leider auch ein wenig gefährlicher. Während dieser ganzen Arbeit haben uns einige Stechmücken begleitet und jetzt sehe ich (Timo) aus als wenn ich die Beulenpest hätte UND DAS JUCKT. Simone hat sich schon mal angesehen welche Geräte für die Physiotherapie zur Verfügung stehen. Geplant ist die Ambulanz des Krankenhauses am 15. Oktober zu eröffnen. Zur Zeit hängt es noch an den Elektrokabeln, uns fehlen die Energiezuleitungen für das Krankenhaus. Der Preis liegt bei 50000 Dollar. Jetzt hat aber die Kabelfirma eingelenkt und uns einen Plan vorgeschlagen. Für die Kabel werden 3 m3 Kupfer benötigt. Wenn eine Minengesellschaft aus Peru für uns diese 3 m3 Kupfer umsonst aus ihrer Mine holen würde, dann würde die Kabelfirma uns die Kabel für 3000 Dollar (dreitausend) produzieren. Wir beten das es klappt!

 

Mittwoch 12.09.2007 Kinderheim

Unser Alltag hat sich ein bischen geändert. Wir wohnen jetzt für die letzten 3 Wochen in einem Kinderheim. Morgens frühstücken wir oft zusammen mit den Kindern und nachmittags freuen sie sich schon wenn wir aus der Schule kommen. Juan möchte immer auf den Arm genommen werden und Alex hat in diesen Tagen gerade das Laufen gelernt. Ist aber manchmal noch ein bißchen schwierig, wenn es noch nicht so klappt wie er sich das vorstellt. Am Wochenende werden wir wieder nach Curahuasi fahren und hoffentlich unser Haus fertigstellen können. Heute sagte man uns ist wohl noch ein Fließenleger in unserem Haus gesichtet worden, aber bis jetzt hat er sich die Situation wohl ersteinmal nur angesehen und noch nicht mit der Arbeit angefangen. Aber jetzt schaut euch ersteinmal die Fotos von den Kids an.

 

Sonntag 09.09.2007 Sprachschule

Unsere letzten 3 Wochen in der Sprachschule hier in Cusco sind angebrochen. Am 28. September werden wir dann entgültig nach Curahuasi ziehen und unsere Arbeit am Krankenhaus beginnen. Uns juckt es schon mächtig in den Fingern endlich loszulegen, aber es geht nichts darüber sich dann auch gut mit den Leuten verständigen zu können. Unser Haus in Curahuasi ist leider noch nicht ganz fertig geworden, aber den Rest werden wir auch noch alleine schaffen. Hat von euch schon mal jemand Fließen verlegt :o) Unsere Wohnung hier in Cusco haben wir schon zugunsten einer anderen Familie aus Deutschland geräumt. Untergekommen sind wir in einer Kirche mit angeschlossenem Kinderheim. Hier war ein Zimmer für uns frei. In diesem Haus wohnen außerdem noch Carlos (3 Jahre) mit seiner Mutter (16 Jahre), Juan (1,5 Jahre), Alex (1 Jahr), Diego (7 Monate), Sulma (7 Monate) und 2-3 Betreuer für die Kinder. Es macht Spass mit den Kindern zu spielen und von ihnen noch einige neue Worte Spanisch zu lernen. Wir werden euch bald auch einige Fotos von den Kids zeigen. Sie sind einfach zum Knuddeln. Für heute aber ersteinmal das neueste Foto vom Hospital aus der Ferne:

zum Vergrößern bitte Bild anklicken

 

Mittwoch 05.09.2007 Kinderfest und Gottesdienst

Am Samstag hatten die Einwohner von Curahuasi dann die Möglichkeit sich das Krankenhaus von Innen anzusehen. Über 1000 Leute waren da um OP, Intensivstation, CT, Zahnarztpraxis, etc. einmal zu besuchen. Mit diesem Ansturm hatten wir nicht gerechnet. Damit den Kinder in der Zwischenzeit nicht langweilig wurde, fand im Innenhof ein Kinderfest mit Basteln und Spielen statt. Es war schön das Lachen der Kinder beim Spielen an den verschiedenen Ständen zu sehen. Am Sonntag wurde dann ein großer Gottesdienst im Amphietheater unter Mitwirkung der örtlichen Gemeinden veranstaltet. Er fing pünktlich 1 Stunde zu spät an. Auch das zwischendurch der Strom im Ort abgestellt wurde und wir dadurch keine Musikanlage mehr hatten, wurde von den Einheimischen mit Gelassenheit und Routine aufgenommen. Was uns noch die Schweißperlen auf die Stirn treibt ist für viele von ihnen völlig normal. Schaut euch einfach die Fotos von diesen 2 tollen Tagen an.

 

Freitag 31.08.2007 Eröffnung!!!

Heute war es dann endlich soweit, der Tag der Eröffungsfeier des Krankenhauses. Auf diesen Tag haben wir die letzten Wochen hingearbeitet. In der Nacht vorher haben wir noch alle Tische für die 120 zum Essen geladenen Tische gedeckt. 4000 Getränkeflachen und 4000 Chipstüten hinter die Bühne getragen. Gegen 23 Uhr kam noch der LKW mit den letzten Fenstern und diese wurden noch bis 4 Uhr morgens eingebaut um 23:30 Uhr wurden dann noch die Laborgeräte angeliefert. Heute morgen warteten wir dann alle gespannt ob die Präsidentengattin, die First Lady des Landes ihr Versprechen war macht und zur Einweihung erscheint. Um 13:00 Uhr tauchte Sie dann endlich auf. Ab 12 Uhr füllte sich dann das Amphietheater mit ca. 5000 Menschen und die Band sorgte für Stimmung. Das offizielle Programm begann dann um 14:30 Uhr mit Reden und dem Durschschneiden des Bandes. Mit allen Musikdarbieteungen dauerte das Programm ca. 3 Stunden. Aber seht selbst wir haben für euch einige Fotos online gestellt.

 

Mittwoch 29.08.2007 Kurz vor der Einweihung

Bis zur Einweihung sind es noch knapp 48 Stunden und in allen Ecken des Krankenhauses wird gearbeitet. Jeden morgen um 8 Uhr ist Besprechung auf der Baustelle welche Räume wir als nächstes für die Einweihung fertig einrichten können. Während die einen noch die Türen installieren oder Fliesen legen, räumen andere schon die Betten oder andere Möbel in das Hospital ein. Ständig muss irgendwo noch einmal geputzt werden oder noch Dinge montiert werden. Alle Geräte müssen wegen des Staubes gut abgedeckt und geputzt werden. Nebenbei wird schon das Amphietheater mit zusätzlich 500 Stühlen, der Dekoration und der Tontechnik bestückt. In 2 Tagen erwarten wir hier knapp 4000 Leute zur Einweihung. Wie weit wir schon mit der Einrichtung fertig sind seht ihr hier.

 

Sonntag 26.08.2007 Umzug nach Curahuasi

Die Woche über hatten wir noch alle Hände voll zu tun und entschuldigen uns auch daher für den verspäteten Eintrag. Doch jetzt ist der erste Teil geschafft und wir sind gut mit all unseren Sachen in Curahuasi angekommen. Der Umzug hat ganz ohne Schwierigkeiten geklappt, obwohl der Transport schon etwas abenteuerlich ausgesehen hat. Das Wochenende über haben wir dann an unserem Haus weitergearbeitet, gestrichen, den rohen Holzfußboden geebnet und unserern Wassertank installiert. Ab Montagmorgen werden wir dann im Krankenhaus mithelfen und den Räumen die bereits fertiggestellt sind, den letzten Schliff verpassen. So hoffen wir das es dann bis zur Einweihung am Freitag gut voran geht und wir ein schönes "fast fertiges" Krankenhaus präsentieren können. Durch zahlreiche Spenden der 100000 US-Dollar-Aktion konnten noch viele Sachen bezahlt werden und wir sind Gott sehr dankbar, dass das Krankenhaus jetzt bereits so dasteht. Allen die auch daran mit beteiligt waren ein großes Dankeschön! Fotos vom Umzug unter August 2007.

 

Montag 20.08.2007 100000 Dollar in 3 Tagen

Bis zur Einweihung des Krankenhauses sind es noch genau 11 Tage. Zur Zeit haben wir noch keine Waschbecken, Elektrokabel, weiße Fliesen, etc... Um bis zur Einweihung diese Dinge fertigzustellen fehlen uns noch ca. 100000 Dollar. In den Bau sind bis jetzt ca. 3,1 Millionen Euro geflossen und ca. 1,8 Millionen an Sachspenden. Wir brauchen das Geld bis Mittwoch auf dem Diospi-Suyana Konto. Also wenn ihr Ideen habt helft mit das dieses Geld bis Mittwoch zusammen kommt. Infos und aktueller Spendenstand unter: www.Diospi-Suyana.org

 

Sonntag 19.08.2007 Angekommen

Am Freitag morgen konnten wir am Flughafen in Cusco wieder 8 neue Diospi-Suyana Mitarbeiter (Kinder eingeschlossen) begrüssen. Dann ging es mit 2 Kleinbussen, einer gefüllt mit 10 Personen und einer mit 8 Alukisten, 8 Koffern und 8 Stücken Handgepäck erstmal in unserer Wohnung um das Gepäck umzupacken. Eine Familie haben wir dann direkt weiter nach Curahuasi geschickt und mit Tove waren wir dann am Samstag schon ein Bett und eine Matratze kaufen. Tove wird ab nächster Woche in unserem Zimmer hier in Cusco wohnen um in die Sprachschule zu gehen. Simone und ich werden dann am Donnerstag morgen schon nach Curahuasi ziehen und die Einweihung des Krankenhauses mit vorbereiten. Für September haben wir ein Zimmer in einer Kirche gefunden, wo wir dann noch für 4 Wochen wohnen werden. Ein kleiner Nachtrag noch, am Wochenende habe ich Verdünnung gebraucht um Pinsel sauberzumachen. Ich habe dann auch ein "Fachgeschäft" gefunden wo diese verkauft wird. In welchen sicherem Behälter ich die Flüssigkeit bekommen haben könnte ihr auf dem Foto unten sehen.

Verdünnung in der Spriteflasche, original aus dem Geschäft

Donnerstag 16.08.2007 Erdbeben in Cusco

Gestern abend haben wir unser 2.Erdbeben in unserem Leben erlebt. Nach nur einem kurzem Erdstoss letztes Jahr in der Nähe von Lima, hat diesmal die Erde doch etwas mehr gewackelt. Die Nachrichetn sprechen von 8,0. Beim Abendbrotessen dachte jeder so vor sich hin "hui da muss etwas im Essen gewesen sein, mir ist ganz schwindelig". Doch nach kurzem Blick auf unsere Wohnzimmerlampe, die sachte hin und her schaukelte, stürmten wir Fünf raus auf die Strasse. Ebenso auch alle unsere peruanischen Nachbarn. Weitere Minuten vergingen in den wir uns wie auf einem großen Wackelbrett fühlten. Größerer Schaden ist nicht entstanden und Cusco steht noch in seiner vollen Schönheit. Gott sei Dank!!! Leider ist es im Epizentrum etwas schlimmer gewesen. Die Zeitungen sprechen von ca. 350 Toten.

 

Mittwoch 15.08.2007 Fernsehberichte

Damit die letzten Conatiner aus dem Zoll kommen konnten hat uns auch ein Fernsehteam hier vor Ort in Peru geholfen. Das Team hat auf die schnelle einen Bericht über die Diospi aufgenommen und für das nötige Interesse der Öffentlichkeit gesorgt. Hier kann es mit unter 1 Jahr dauern bis Sachspenden vom Zoll freigegeben werden. Zur Einweihung des Hospitals erwarten wir ca. 4-5 Fernsehteams welche über das Hospital berichten werden. Einen Fernsehbericht haben wir für euch zum Download bereitgestellt. Er ist zwar in Spanisch aber mit den Bildern muss man gar keine Übersetzung haben. Es sind 3 Berichte in einer Datei. Wenn der Bildschirm also kurz schwarz bleibt einfach abwarten. Ihr findet die Berichte auf unserer Downloadseite oder hier.

 

Sonntag 12.08.2007 Curahuasi-Container

Dieses Wochenende war mal wieder viel los in Curahuasi. DIe beiden Container sind aus dem Zoll gekommen. Obwohl die Zollbeamten Stichproben gemacht haben, hatten sie Nichts zu beanstanden. Gott sei Dank! Am Samstag wurden die Container dann auf der Baustelle ausgeladen und alle Technik auf die Lagerräume verteilt. Mein Arbeitsraum steht voll mit etlichen Computer und anderer Technik, die nur darauf warten in Betrieb genommen zu werden. In der Zwischenzeit hat dann Simone unser Schlafzimmer gestrichen und ich habe mit Sergio (unserem Vermieter) die Wasserrohre verlegt und angeschlossen. Nun ja, es fehlte noch ein Teil so dass wir jetzt gar kein Wasser in unserm Haus haben. Das entsprechende Teil gibt es nur in Cusco und das sind hin- und zurück ca. 4-5 Stunden im Taxi. Der Rest ist auch noch ziemlich baufällig, das Bad ist noch im Rohbau ,es fehlen noch 4 Fenster, der Fussboden ist auch noch nicht fertig, aber der Vermieter hat ja noch eine Woche Zeit. Wir werden in ca. 1,5 Wochen für die Zeit der Einweihung nach Curauasi ziehen. Unsere Wohnung hier in Cusco werden wir dann schon ganz räumen und für die letzte Sprachschulzeit im September bei einer Familie wohnen.

 

Mittwoch 08.08.2007 Neue Kategorie "Gebet"

Aus gegebenem Anlass haben wir uns in dieser Woche zu einer neuen Kategorie auf der linken Seite entschlossen. Durch die Mithilfe von jemandem von Euch (gern kannst du dich einmal bei uns melden, es würde uns sehr interessieren) sind wird auf der Startseite von www.betenonline.de gelandet. Zudem hängen seid gestern morgen 2 Container von Diospi Suyana im Zoll von Lima fest und es ist unklar, wie lange sich das "Herauslösen" hinzieht. So ist unser Gebet hier vor Ort, dass Gott auch diesmal wieder mächtig eingreift und wir schon bald die Kontainer in Curahuasi entladen können. So werden wir neben diesen Berichten hier auf unser Startseite, auch künftig regelmäßig Gebetsanliegen unter "Gebet" online stellen. Und wer immer möchte, kann uns dann immer aktuell auf diesem Wege unterstützen!

 

Sonntag 05.08.2007 Tourismus

Die Container sind dieses Wochenende in Lima im Hafen angekommen. Wir hoffen das die Weiterfahrt Mitte der Woche klappt und die Container nächstes Wochenende schon in Curahuasi sind. Auch wir werden am nächsten Wochenende wieder mit einem Taxi nach Curahuasi fahren, um unser Haus zu streichen und die Einweihung (nur noch 26 Tage) vorzubereiten. Einige von euch haben uns gefragt, ob sie uns nicht einmal besuchen können, um sich das Krankenhaus selbst einmal anzusehen. Am besten sollten ihr die Reise mit einem Besuch von Cusco und Machu Picchu verbinden. Deswegen haben wir eine neue Kategorie "Tourismus" eröffnet auf der ihr alle nötigen Informationen von Impfungen bis Hotels findet. Also viel Spass beim Planen eurer Reise. Wir freuen uns auf euch.

 

Mittwoch 31.07.2007 Rundbrief

Unser Rundbrief Nummer 7 ist fertig geworden. Einige von euch müssten ihn heute in ihrem E-Mail Postfach finden die anderen im Laufe der nächsten Woche in ihrem Briefkasten. Wer noch nicht in unserem E-Mail oder Postverteiler ist kann uns eine kurze E-Mail schicken (Adresse unter Kontakt) und bekommt dann den nächsten Rundbrief dann automatisch. Wer nicht bis dahin warten möchte kann ihn sich auch hier herunterladen.

 

Sonntag 29.07.2007 Cusco-Curahuasi-Cusco

Das letzte Wochenende haben wir wieder in Curahuasi verbracht. Bis zur Einweihung sind es heute noch genau 33 Tage. Am Samstag war hier in Peru Nationalfeiertag und alle mussten bei den Paraden mitmachen. So auch wir als Mitarbeiter von Diospi-Suyana, am Morgen wurde die Peru-Fahne gebügelt und das Diospi-Suyana-Banner herausgeholt. Um 11 Uhr durften wir dann an der Ehrentribüne vorbeilaufen. Für die Peruaner bedeutet das hier echt viel und unser Vermieter hat sich noch ganz viel bei uns bedankt, dass wir für sein Vaterland marschiert sind. Am Nachmittag waren dann die Vorbereitungen für die Einweihung dran. Am 31. August, am Tag der Einweihung, erwarten wir ca. 4000 Besucher die wir auch alle mit einem kleinen Imbiss, so ist es hier in Peru üblich, versorgt werden wollen. Wir stehen also vor der Herausforderung ca. 4000 Essen vorzubereiten. Kleine Randbemerkung, die Küche im Krankenhaus ist noch nicht fertig und wir rechnen 1-2 Tage vor der Einweihung mit der Ankunft der Container und der Materialien. Am Samstag wird es dann für alle Bewohner Führungen durch das Krankenhaus geben und am Sonntag einen Abschlussgottesdienst. Unser Haus in Curahuasi sollte eigentlich 1 Woche vor der Einweihung fertig sein, so dass wir schon dort wohnen können. Wie es zur Zeit aussieht und ob der Vermieter es wirklich schafft, könnt ihr hier sehen.

 

 

Mittwoch 25.07.2007 Steckdosen

Ein Thema über das ich in hier in Peru schon immer mal schreiben wollte sind Steckdosen und Strom. Diese Dinge bescheren mir immer mal wieder ein wenig Arbeit und wir wissen noch nicht so ganz wie wir das Problem im Krankenhaus in den Griff bekommen sollen. Sobald wir Geräte haben die ein wenig mehr Strom benötigen, haben wir hier in Peru ein Problem. Es gibt einfach keine richtigen Steckdosen die einen "sauberen" Kontakt zwischen Stecker und Steckdose herstellen. So kommt es schon mal vor das eine Steckdose oder die Stecker hier ein wenig anschmoren. Auf den Bildern seht ihr die bisherigen Ausbeute an Steckdosen und Steckern. Zum Glück haben wir das ganze immer bemerkt, bevor es einen Brand geben konnte. So sind wir nun dazu übergagangen abends vor dem Schlafengehen alle Stecker aus den Steckdosen zu ziehen (bis auf den Kühlschrank natürlich :-) Dieses Wochenende werden wir wieder mit dem Taxi nach Curahuasi fahren um die Einweihung vorzubereiten. (Noch 36 Tage)

(Zum vergrößern bitte das Bild anklicken)

 

Sonntag 22.07.2007 Behördengänge

Diese Woche haben wir unsere Carnet "Aufenthaltserlaubniskarte" von Lima nach Cusco umgemeldet. Eigentlich hätten wir 1-2 mal pro Jahr nach Lima fliegen müssen um unsere Gebühr für die Carnet zu bezahlen. Aber hier in Cusco (2,5 Taxistunden vom Krankenhaus entfernt) existiert auch eine Behörde, wo wir diese Gebühr bezahlen können. Also sind wir frohen Mutes auf diese Behörde um unsere Akte von Lima nach Cusco zu "transferieren". Mitgebracht hatten wir Kopien von so ziemlich allen Dokumenten die wir beide besitzen. Um diesen Transfer vorzunehmen mussten wir zuerst eine Gebühr von ca. 13 Euro bezahlen, aber nicht direkt dort sondern in einer Bank weiter oben in der Strasse. Dort bekamen wir eine Quittung, die wir übrigens auch erstmal kopieren mussten. Danach wurden wir von dem Beamten genau in Augenschein genommen und unsere Körpergröße und sonstigen Merkmale, einschließlich Fingerabdrücken, aufgenommen. Jetzt wollte er noch 2 Fotos haben, 1x Frontal und 1x Profil, hatten wir natürlich dabei, aber leider war ihm das Format ein wenig zu groß. Also mussten wir noch schnell an der Ecke ein paar neue Fotos machen lassen. Dann wollte er (von uns!) 2 Klarsichthüllen haben, um die Dokumente abzuheften. Hatten wir natürlich dabei. Diese waren ihm aber leider ein bißchen zu klein, hier in Peru gibt es noch ein Format etwas größer als Din A4. Also sind wir noch mal los und haben 2 Klarsichthüllen gekauft. Nun war alles okay und wir sind endlich offiziell umgemeldet. Da sag noch mal jemand Behördengänge in Deutschland wären schwierig.

 

Mittwoch 18.07.2007 Kurzbericht zum San Juan de Dios

Wie versprochen jetzt noch ein kurzer Rückblick auf meine (Simone) Woche im San Juan de Dios. Eine Woche lang konnte ich in der Physiotherapie-Abteilung dort im Rehabilitationshaus für körperlich und geistig behinderte Kinder mithelfen. Es war eine wertvolle Zeit für mich, denn ich habe einiges an Vokabeln gelernt, die fachspezifisch sind und somit kaum in einem normalen Wörterbuch stehen. Die Arbeit mit den Kindern hat mir viel Spass gemacht. Es ist einfach toll, ihr Lachen zu sehen und Fortschritte zu erleben. Da leider viel Kinder irgentwo auf dem Lande ohne medizinische Versorgung zur Welt kommen, sind Behinderungen hier keine Seltenheit. Bei Geburtskomplikationen wird ausgeharrt und so entstehen viel der Behinderungen durch Sauerstoffmangel im Gehirn. Unsere Arbeit am Hospital soll also nicht nur helfen, wo schon eine Krankheit besteht, sondern wir wollen versuchen Aufklärung zu leisten und schon in der Vorsorge große Schritte tun. Zudem konnte ich mir ein Bild über häufige Krankheitsbilder hier in der Region verschaffen, denn neben den Kindern wurden auch ambulante Patienten behandelt. Wo bei uns die Mehrheit an Patient unter Rückenschmerzen aller Art leidet, werde ich hier doch mehr Gesichtshälftenlähmungen und Zustände nach Unfällen behandeln. Somit bin ich gespannt was genau mich bald in Curahuasi erwartet. Hier noch 2 Bilder von Carlos mit dem ich in der Zeit arbeiten durfte. Er leidet an einer Halbseitenlähmung mit Spastik und kann kaum sprechen.

 

Sonntag 15.07.2007 Tres Cruces

Der Ort Tres Cruces (wenn man ihn als einen solchen bezeichenen kann, denn es steht dort nur ein Haus) ist bekannt für einen einmaligen Sonnenaufgang. Nur 2 Orte auf der Welt können dieses Panorama bieten. Japan, und Tres Cruces in Peru! So haben wir die Gelegenheit genutzt und uns am gestrigen Morgen das Naturspektakel angesehen. Was allerdings nicht ohne "Strapatzen" möglich war. Zunächst sind wir von Cusco aus um 18:30 Uhr mit dem Bus für 3,5 Stunden nach Paucatambo gefahren. Ein Abenteuer, wenn man weiß, dass 3 Stunden davon die Strasse keine Strasse sondern Piste war. In diesem verschlafenen Ort angekommen haben wir uns 3 Stunden lang die Zeit vertrieben und wollten gegen 1:00 Uhr nachts ein Taxi nach Tres Cruces nehmen. Leider war entgegegen unser Information kein einziges Taxi dort, was wir hätten nehmen können. So haben wir schlußendlich einen Mikrobus-Fahrer (er wollte eigentlich wieder nach Cusco) überredet, uns 5 und noch 4 weitere Sonnenaufgangbegeisterte hinzufahren. 2 weitere Stunden über Schotterpiste und Rinsäle folgten und endlich waren wir da. Bis um 5:00 Uhr warteten wir mit einen kleinen Nickerchen im Bus. Was die nächste Zeit bis um 6:30 Uhr betrifft, können wir nur sagen: TRAUMHAFT. Wir waren auf 3600m direkt am Übergang zur Selva, dem Dschungel. Direkt zwischen den Wolken. Wolken direkt über der Selva und Wolken über uns. Dazwischen der Aufgang der Sonne. Es war als befänden wir uns ein Stück über der Welt. Wir haben euch ein paar Fotos zusammengestellt und hoffen ihr könnt euch ein wenig die Schönheit mit vorstellen. Zurück in Cusco (nach einer sehr staubigen Fahrt im Taxi) haben wir beschlossen: es war mit das Schönste was wir je gesehen haben, doch ein mal im Leben muss reichen. Alles hat seinen Preis, in diesem Fall ca. 11 Stunden Fahrt, kein Schlaf, eine eisige Kälte dort oben und den Staub einfach überall. Genießt die Fotos.

 

Donnerstag 12.07.2007 Nationaler Streiktag

Hier noch ein kleiner Nachtrag zum Nationalen Streik hier in Peru. Die Strassen waren leer und machmal sah man eine Barrikade auf der Strasse. Die Streikbrechertaxis wurden dann mit gelber Farbe (die Farbe der Verräter) angeschmiert oder die Reifen aufgeschlitzt. Ein paar Fotos von den leeren Strassen (ein unglaubliches Bild für uns) bekommt ihr unter Fotos Juli 2007.

 

Mittwoch 11.07.2007 Taxistreik und Strassensperren

Aus aktuellem Anlass schreibe ich heute nicht über mein Praktikum im San Juan de Dios, dazu am Freitag mehr. Heute und auch wahrscheinlich morgen befindet sich diese Stadt im Ausnahmezustand. Der angekündigte Verkehrsstreik ist wahr geworden. Sehr viele wichtige Strassen sind vollständig gesperrt und ab etwa 9:00 am Morgen soll kein Taxi, kein Bus mehr fahren. Heute früh um 8:00 haben Timo und unsere Mitbewohner noch gerade ein Taxi Richtung Schule bekommen. Richtung bedeutet, sie mussten trotzdem etwa 20 Gehminuten vorher aussteigen, da der Rest der Strassen nicht mehr passierbar war. Zudem haben sie 6 Soles, statt normal 2 Soles dafür bezahlt, und der Taxifahrer hat nochmal zusätzlich bei der Person im Kofferraum 2 Soles kassiert. Na dass nenne ich mal ein Geschäft. Doch nicht nur Cusco liegt in diesen Tagen lahm, auch viele Überlandstrassen rundum. So sitzt eine Familie mit 3 Kindern gerade 250km vor Cusco im Bus zwischen 2 Strassensperren fest und wartet auf die Dinge die da kommen werden. So werde ich gleich zum Praktikum also auch den Fußmarsch antreten.

 

Sonntag 08.07.2007 neue 7 Weltwunder

Gestern am 07.07.07 haben nicht nur viele Leute geheiratet, sondern die Entscheidung in der Wahl der neuen 7 Weltwunder ist gefallen. Hier die Auflistung: chinesische Mauer,
die Steinstadt Petra in Jordanien,
die Erlöser-Statue Christi in Rio de Janeiro,
die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru,
die Ruinenstätte Chichen Itza auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan,
das Kolosseum in Rom,
und der Taj-Mahal-Tempel in Indien. Bei der Nähe wie wir hier an Machu Picchu dran wohnen, da kommt schon ein Gemeinschaftsgefühl auf. WIR sind auf dem 4. Platz gelandete! Die Freude war überwiegend groß, denn natürlich erhofft man sich dadurch noch mehr Touristen und ein boomenderes Geschäft. Doch auch kritische Stimmen sind zu vernehmen. Einige befürchten in Folge dessen auch im Allgemeinen steigende Preise und bei dem oft geringen Einkünften ist die Sorge verständlich. Wie auch immer es sich entwickeln wird. Wir freuen uns bald nicht einfach nur Machu Picchu zu besuchen, sondern unser 1. von 7 neuen Weltwundern. In meinen Augen ein Weltwunder, was aber auch nur durch die Größe und Macht Gottes erbaut werden konnte. Er hat uns Menschen den Verstand und die Genialität gegeben, solche Bauwerke errichten zu können. Ihm sei Dank dafür.

 

Mittwoch 04.07.2007 San Juan de Dios

In der vergangenen Woche haben wir uns eine Einrichtung unter dem Namen "San Juan de Dios" angesehen. Dort wohnen Kinder im Alter von 2-15 Jahren und erhalten auf Grund ihrer körperlichen und geistigen Behinderungen rehabilitative Behandlungen aller Art. Einer der wenigen Orte hier in Cusco, die auch in meinem Fachgebiet der Physiotherapie arbeiten. Die Atmosphäre im Haus ist sehr familiär und freundlich. So habe ich mich entschlossen, die kommende Woche dort ein Praktikum zu machen, um den Kindern zu helfen und auch für mich ein wenig "Fachspanisch" zu lernen. Timo wird die Zeit über Einzelunterricht Spanisch haben und viele Inhalte der letzten 3 Monate Unterricht wiederholen.

 

Sonntag 01.07.2007 Curahuasi

Hinter uns liegt mal wieder ein vollgepacktes Wochenende in Curahuasi. Zuerst aber noch einmal ein Wort zu Bill Gates. Leider ist er nach seiner Machu Pichu Tour nicht mehr in dieses Hotel zurückgekehrt und wir konnten ihm das Krankenhaus Projekt nicht mehr vorstellen, schade. Aber zurück zu unserem Wochenende. Am Freitag sind wir mit einem bis unter das Dach beladenen Taxi mit 3 Personen (diesmal gingen wirklich nicht mehr Personen rein) nach Curahuasi gefahren. Leider hatte das Auto keinen Dachgepäckträger, aber wir konnten unsere Gäste-Matratze trotzdem einfach so auf´s Dach binden. Den Fahrer hat es auch nicht weiter gestört und er ist zeitweise mit 90 km/h über die Strassen "gebrettert". Die Matratze hat sich ganz schon gebogen aber sie ist gut angekommen. Unser Haus in Curahuasi ist in einem schlechten Zustand. Der Vermieter hat in den letzten Wochen eigentlich noch nichts geschafft, aber wir hoffen immer noch das er bis zur Einweihung des Krankenhauses am 31. August alles fertig bekommt. Dann standen 2 Besprechnungen auf der Baustelle an, um über verschiedenen Standorte der Computer und Sicherheitstechnik zu entscheiden. Am Samstag Nachmittag dann noch einen Mitarbeiterbesprechnung um den aktuellen Stand zu erfahren und die ersten Dinge für die Einweihungsfeier festzulegen. Zwischendurch haben wir dann noch auf Felix (den Hund von Familie Engelhard) aufgepasst. Am Sonntag mittag sind wir dann wieder die 2,5 stündige Fahrt nach Cusco angetreten. Damit ihr euch das auch alles bildlich vorstellen könnt gibt es zu allem natürlich wieder ein paar Fotos unter Juli07.

 

Mittwoch 27.06.2007 Sein wir realistisch,versuchen wir das Unmögliche

In dem Festmonat Juni kommen auch viele promimente Personen hier in die Stadt nach Cusco. Cameron Dias ist schon in der Stadt gesehen worden. Gestern tauchte dann auch Bill Gates auf der Bildfläche auf. Heute erzählte uns ein Lehrer in der Schule, dass er die Putzfrau kennt, die in dem Hotelzimmer von Bill Gates saubermacht. Sein wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche. Wir versuchen nun über diese Frau Kontakt zu Bill Gates zu bekommen, um ihn für das Wochenende zu einem Besuch im Hospital Diospi-Suyana einzuladen. Wir werden euch berichten wie es weitergeht, es bleibt weiterhin spannend....

 

Sonntag 24.07.2007 Inti Raymi

Heute war hier in Cusco das Fest Inti Raymi, das Sonnenwendenfest. Ab heute soll es wärmer werden, vamos a ver (wir werden sehen). Die Touristen bezahlen, um dieses Spektakel hier zu sehen, zwischen 40 Dollar und 80 Dollar für einen Sitzplatz. Dank unserem Lehrer konnten wir auf einem Hügel hinter der Zuschauertribühne sitzen und mussten keinen Eintritt bezahlen. Das ganze Spektakel sollte gegen 11 Uhr beginnen. Naja, hier in Peru ist das mit der Zeit nicht ganz so wichtig. Das ganze startete dann gegen 13 Uhr. Aber schaut euch einfach die Bilder an und entscheidet selbst ob ihr Cusco in diesem Festmonat besuchen wollt. Ab Montag läuft unser Unterricht in der Sprachschule endlich wieder Vormittags. Die letzten 2 Wochen mussten wir auf Unterricht am Nachmittag und Abend ausweichen, das schlaucht auf die Dauer doch ziemlich. Bis jetzt haben wir 8 verschiedene Zeitformen gelernt und arbeiten im Moment daran, wann welche angewendet wird. Am nächsten Wochenende werden wir wieder nach Curahuasi fahren, am Samstag ist morgens eine Baustellenbesprechung für mich, Timo, geplant und am Nachmittag wird es eine Mitarbeiterbesprechung mit den neuesten Infos zur Eröffnung geben. Gerade wurden in Deutschland die 2 vorerst letzten Container mit Sachspenden für das Krankenhaus gepackt und auf die Reise geschickt. Wir beten und hoffen, das Material noch vor der Eröffnung hier in Peru zu haben. Jetzt aber erstmal zu den Fotos von Inti Raymi.

 

Mittwoch 20.06.2007 Geburtstag von Cusco

Der Juni ist der Geburtstagsmonat von Cusco. Im 24. Juni ist dann auch das Sonnenwendenfest, genau an diesem Tag soll es dann mit den Temperaturen wieder aufwärts gehen, haben uns zumindest die Taxifahrer erzählt. So auf dauer friert man dann doch in der Wohnung bei 14 Grad. Am Dienstag war dann auf dem Placa der Armas die große Parade der Kunststudenten. Die Studenten haben, ähnlich wie bei uns beim Rosenmontagszug, verschiedene "Wagen" aus Pappe gebastelt mit denen sie dann über den Platz gezogen sind. Viele Dinge haben mit der Kultur der Inkas zu tun, viele tragen Trachten und spielen die typische peruanische Musik. Einige Motive waren auch sehr sozialkritisch und regen zum Nachdenken an. Ein Wagen zeigte z.B die Vermüllung der Welt. Hier in Peru liegt der Müll oft auf der Strasse und wird dann von den Hunden gefressen und verteilt. Ein anderes Motiv zeigte eine betrunkene einheimische Frau mit einem Kind auf dem Rücken und einer Flasche mit Alkohol in der Hand, der Alkohol ist hier in Peru leider unter den Quetschua Indianern oftmals ein großes Problem. Aber macht euch selbst ein Bild von den verschiedenen Motiven.

 

Sonntag 17.06.2007 Eröffnung des Hospitals

Jetzt haben wir endlich einen offiziellen Termin für die Eröffnung des Krankenhauses. Am 31. August 2007 geht es endlich los. Das sind ab heute gerechnet nur noch 75 Tage bis zur Einweihung. Die Bauarbeiten gehen gut voran und wir hoffen, dass bis zu diesem Zeitpunkt die wichtigsten Arbeiten auf der Baustelle abgeschlossen sind. Manches lässt sich schwer planen, da die finanziellen Mittel noch nicht ganz zur Verfügung stehen. Parallel dazu wird gerade in Deutschland der letzte Container gepackt und auf die Reise nach Peru geschickt. In diesem Container befinden sich noch mal einige wichtige Dinge, die wir für die Eröffnung noch benötigen. Wir beten und hoffen, dass auch dieser Container so problemlos durch den Zoll kommt wie die vorherigen 7 Container. Nach der Eröffnungsfeier wird es aber nicht gleich mit dem vollen Betrieb des Krankenhauses losgehen. Wir rechnen damit das wir noch ca. 4 Wochen benötigen werden, um die ersten Startschwierigkeiten zu überwinden und die restlichen Bauarbeiten abzuschließen. Zu dem Anlass der Eröffnung und weil die Geschichte von Diospi-Suyana noch auf unserer Webseite fehlte, haben wir hier noch einmal die wichtigsten Daten für euch zusammengefasst.

 

Mittwoch 13.06.2007 Gerónimo - ein Schicksal aus Curahuasi

Diesen Artikel haben wir von der Diospi Suyana Seite kopiert weil er uns echt berührt hat. Er zeigt uns ganz klar warum Gott uns in diesem Land haben will und warum es sich lohnt mit den manchmal, für uns schwierigen Umständen zu Leben. Gironimo wird dann wahrscheinlich Simones erster Patient im Krankenhaus werden:

Gerónimo ist 16 Jahre alt und sitzt den ganzen Tag auf der Stufe zu dem kleinen Lehmhaus seiner Eltern. Er kann nicht laufen. Wenn die Eltern auf dem Acker arbeiten und er zur Toilette muss, rutscht er mühevoll auf dem Po bis zum Bad. Mit 4 Jahren wurde er krank, hatte schreckliche Gelenkschmerzen und manchmal Fieber.

Sein Vater brachte ihn nach Cusco ins Krankenhaus und ein Verwandter half finanziell, so dass Gerónimo sogar in Lima untersucht werden konnte. Allerdings verstand sein Vater die Diagnose nur in soweit, als dass man seinen Sohn nicht heilen konnte. Er bekam Schmerzmittel, konnte nie die Schule besuchen und hat heute schlimme Gelenkverformungen und –versteifungen.

Mit seinen verkrüppelten Händen malt er Motive aus einem Märchenbuch ab und er lacht übers ganze Gesicht, als Dr. Martina John ihm eröffnet, dass sie versuchen will seine Bilder zu verkaufen.

Ein Bild von Geronimo

Bunte Farben trotz eines tristen Lebens.

Gerónimo leidet wahrscheinlich an einer rheumatischen Erkrankung, die genauen Untersuchungen können erst erfolgen, wenn das Krankenhaus in Betrieb ist. Er wird dann auch Krankengymnastik bekommen und wir suchen für ihn einen passenden elektrischen Rollstuhl, so dass er sich ein wenig fortbewegen kann. Wer mithelfen möchte das Gerónimo einen Rollstuhl bekommt der kann sich direkt bei Simone und mir melden. Wir werden dann dafür sorgen das dass Geld direkt bei Gerónimo ankommt.

Seit 3 Wochen erhält er in seinem Haus Unterricht und lernt begeistert lesen und schreiben. Seine Eltern freuen sich für ihn und sein Vater sagt: Ich habe immer gebetet, ich verstehe nicht, warum er so leiden muss, aber ich wusste, dass Gott eine Hoffnung für ihn hat und dass er nach diesem irdischen Leben, einen perfekten heilen Körper haben wird.

Die Bibel sagt, dass Gott einmal alle Tränen von unseren Augen abwischen wird. Glauben Sie das?

Geronimo ist krank, aber er hat eine feste Zuversicht. Wahrscheinlich sind Sie gesund, aber haben Sie eine Hoffnung, die trägt?

 

Sonntag 10.06.2007 Curahuasi

Am letzten Wochenende waren wir mal wieder in Curahuasi. Die Gelegenheit haben wir auch gleich genutzt, um schon mal unsere Waschmaschine nach Curahuasi zu transportieren. Immer wenn wir nach Curahuasi fahren, bietet es sich an schon mal ein paar Dinge mitzunehmen. Ein Umzug mit dem Taxi ist eben doch etwas anderes als mit dem eigenen Auto. Auf der Baustelle waren für mich (Timo) einige Dinge zum Thema Computernetzwerk und Telefonanlage zu Besprechen. Wir freuen uns total wenn de Arbeit am Krankenhaus für uns endlich losgeht. Nachmittags haben wir dann noch mal bei unserem zukünftigem Haus vorbeigesehen. Die Bilder unter Fotos sagen schon alles :o). Jetzt sieht es in den Räumen zwar nicht mehr so chaotisch aus aber dafür liegt alles im Hof. Wir hoffen das unser Vermieter alles bis zum Start des Krankenhauses fertig bekommt. Zusätzlich haben wir die Temperaturen in Curahuasi genossen. Bei uns hier in Cusco sind es morgens zur Zeit nur 2 Grad und in der Wohnung auch nur 9 Grad. Hier geht es zu den aktuellen Fotos Juni 07.

 

Mittwoch 06.06.2007 Falschgeld

Hier in Peru ist es üblich dass man sich das Wechselgeld, welches man bekommt (egal ob in der Bank oder auf dem Markt) genau ansieht. Die Scheine hält man in die Höhe und schaut ob auch ein Wasserzeichen drauf ist und die Buchstaben schimmern. Manchmal schimmern die Buchstaben aber diese lösen sich schon ab vom Schein. Die Zereisprobe ist auch immer ein gutes Merkmal. Einen Schein in die Hand nehmen und mit Schwung auseinanderziehen, sollte der Schein reißen dann ist er falsch (aber auch kaputt ;o) . Wenn man einen Geldschein auf einem Blatt Papier reibt und der Schein abfärbt, dann ist er echt (richtig wenn er abfärbt DANN ist er echt!) Auch die Münzen sollte man sich genau ansehen. Gestern morgen hatte es mich (Timo) mal wieder erwischt. Ich wollte den Taxifahrer bezahlen, doch dieser meinte die Münze wäre falsch. Auch mein Lehrer konnte mir bestätigen das die Münze falsch ist. Wie schwierig es ist falsche Münzen zu erkennen könnt ihr auf den Bilder sehen. Welche ist die falsche Münze? Die Lösung gibt es weiter unten.

(Zum vergrößern bitte das Bild anklicken)

(Zum vergrößern bitte das Bild anklicken)

Die Lösung gibt es hier.

 

Sonntag 03.06.2007 Batman, Zorro, Santa Ana und viele mehr

Seit einiger Zeit sind wir dazu übergegangen auch "Bus" zu fahren. Es ist auf die Dauer einfach günstiger, doch wir haben auch die Zeit gebraucht, um herauszufinden wie das Prinzip der Busse hier funktioniert. Zum einen gibt es nur begrenzt "Haltestellen" und zum anderen sucht man eine Tafel mit Fahrtrichtungsangaben vergebens. Hinten im Bus ist eine Person, die einfach immer die Tür aufreißt und alle möglichen Routenpunkte herausruft, ständig verbunden mit den Worten "baja, baja, baja" was so viel bedeutet wie "aussteigen". Wir haben das Gefühl sobald der Mann oder die Frau hinten aufhört zu rufen, fährt der Fahrer wieder los. Wir haben uns also umgesehen welcher der Bus zu uns fährt und haben es dann einfach mal gewagt. Unsere meist benötigter Route fährt also der ZORRO. Timo wollte sogern mal mit dem Batman fahren, doch er fährt leider eine andere Strecke, als wir brauchen. Von den Namen mal ganz abgesehen, sind die Busse eigentlich keine Busse. Es sind umgebaute kleine VW-Busse (oder ähnliche Modelle). In Spitzenzeiten sind wir inclusive Fahrer und Türaufreißer mit 24 Leute unterwegs. An manchen Streckenpunkten befestigt der Türaufreißer die Schiebetür dann schon mal mit einem Seilchen und hängt sich bereits aus der Tür, immer noch in voller Fahrt springt er dann aus dem Bus, rennt quer über die Strasse, stempelt eine Karte ab und springt meist wieder auf den noch fahrenden Bus zurück auf. Wenn wir mal die Gelegenheit haben, dann drehen wir ein kleines Video davon. Das Kartenabstempeln dient dazu, dass sich die Busse an Ihre vorgeschriebene Route halten.

 

Mittwoch 30.05.2007 Bitterkalt

Wir sind "fast" wieder gesund und gehen auch schon wieder in die Sprachschule. Unser Lehrer ist, glaube ich, auch ganz froh dass der Unterricht weiter gehen kann. Hier in Cusco wird es jeden Tag kälter und wir sind gespannt wie kalt es wirklich wird. Die ersten Gerüchte sagen, dass wir diese Woche bis zu -7 Grad (richtig: MINUS) bekommen sollen. Wenn man sich überlegt, dass wir hier im Haus nicht mal eine Heizung haben. Na ja dann machen wir es eben wie die Quetschua Leute hier in Cusco. Einfach das Doppelte anziehen und hoffen das es bald wärmer wird. Viele der Peruaner sieht man teilweise sogar schon mit Handschuhen und Mütze in den Strassen. Die Placa de Armas und ob es wirklich schneit könnt ihr hier sehen.

 

Sonntag 27.05.2007 Das Sofa und das Taxi

Am letzten Freitag war es dann soweit unser Sofa trat mit einem Taxi den 2,5 stündigen Weg nach Curahuasi an. Das Verladen des 3-Sitzers, 2-Sitzers und des Sessel hat nur 10 Minuten gedauert. Wie diese ganzen Möbel in (oder besser auf) ein Taxi gepasst haben könnt ihr unter den Fotos Mai 07 oder hier sehen. Übrigens das Wort "zulässige Dachlast" habe ich nicht im Wörterbuch gefunden, aber alle Möbel sind ohne Probleme gut in Curahuasi angekommen. Da behauptet noch jemand man bräuchte für eine Sofagarnitur schon einen Transporter :o)

 

Samstag 26.05.2007 Warum so lange kein Eintrag?

Diese beiden Bilder beschreiben das, was wir zwei die vergangene Woche gesehen haben:

Fenster

 

Zimmerdecke

Jetzt nach 800 Blatt Doppellagigem-Klopapier (Taschentücher hatten wir nicht), täglich 3 (hier) freiverkäuflichen Antibiotikatabletten, ein paar Schmerztabletten, viel Schlaf, Langeweile und ein wenig Essen, haben wir das Schlimmste unser ersten südamerikanischen Grippe überstanden. Wir bitten also vielmals um entschuldigung, doch es war uns einfach nicht möglich ein Internetcafe zu besuchen und ein paar Infos online zu stellen. Auch für uns als Ehepaar war es mal eine neue Erfahrung. Zusammen krank im Bett zu liegen, hatten wir bisher auch noch nicht. Marcial, unser Lehrer meinte, wir wären dann nach dieser Grippe für die Zukunft hier immun. So hoffen wir es auch ganz stark. Gestern sollte dann eigentlich die Fahrt nach Curahuasi sein. Da wir allerdings noch sehr schlapp auf den Beinen sind, mussten wir diese absagen. Nicht nur die Fahrt und das ganze Programm hätte uns überfordert, sondern vorallem der plötzliche Klimaunterschied. Die 1000m Differenz merken wir auch bereits im völlig gesunden Zustand. Trotzdem ist unser Sofa mit den anderen beiden Diospi-Suyana-Mitarbeiterinnen im Taxi auf die Reise gegangen. Dazu am Monntag ein paar Bilder.

 

Sonntag 20.05.2007 Bedarfsliste Hospital

Langsam wird die Eröffnung des Krankenhauses auch für uns konkreter. Allerdings fehlen noch viele Kleinigkeiten die wir für die Eröffnung des Hospitals benötigen. Wir wissen das viele von euch schon für uns direkt oder für Diospi-Suyana spenden, vielleicht habt ihr aber Kontakte zu Firmen , anderen Privatleuten, Hauskreisen, etc. die bereit sind zum Beispiel: Papierkörbe, Tischlampen, Aktenordner, oder einige dieser 1000 anderen Dinge zu Spenden, die noch benötigt werden. Bitte meldet euch bei uns wenn ihr Ideen habt und nutzt eure Kontakte für Diospi-Suyana. Die komplette Bedarfsliste findet ihr unter Downloads.

 

Mittwoch 16.05.2007 Sofakauf und der kleinste Vertrag der Welt

So auf die Dauer ist das Leben nur auf ungepolsterten Holzstühlen etwas unbequem. Die Zeit hier in Cusco werden wir noch so verbringen, doch für Curahuasi wollten wir gerne ein Sofa haben. Wir haben dann auch eins entdeckt. Jedoch bekommt man hier immer nur 3-Sitzer, 2-Sitzer und Sessel im Set zu kaufen. Einwenig zu viele Sitzplätze für unser Haus in Curahuasi. Wir haben uns also mit zwei anderen Diospi Suyana Mitarbeiterinnen zusammengetan und uns dann für das Sofa in neongrün entschieden. Wie nur sollte jetzt der Transport von Cusco nach Curahuasi geschehen? Wir alle wollen erst wieder am Samstag in einer Woche die Fahrt dorthin antreten. Wir vereinbarten also, dass der Verkäufer gegen eine Anzahlung die Garnitur nicht verkauft und wir uns am Freitag den 25. Mai bei ihm wiedertreffen. An dem Tag um 15:oo Uhr (unser Zeit) wollen wir also mit der gesamten (!) Garnitur und 4 Personen (+Taxifahrer) in einem (1) Combitaxi die 2,5-stündige Fahrt antreten. Wir sind sehr gespannt, wie das funktioniert. Bevor wir dann das Geschäft verließen, schrieb uns der Verkäufer einen Vertrag über alles das was wir vereinbart hatten. Solch einen Vertrag habe ich noch nie in den Händen gehalten. Fotos davon und vom Sofa findet ihr hier. Und? Könnt ihr euch den Transport vorstellen? Wir berichten in etwa 2 Wochen!

 

Sonntag 13.05.2007 Dia de la Madre (Muttertag)

Hier in Peru ist der "Dia de la Madre" ein ganz besonderer Tag. In den Straßen hängen überall rote Luftballons und große Herzen mit der Aufschrift "Feliz Dia de la Madre" (Glücklicher Muttertag). Manches erscheint für unsere Augen ein wenig "kitschig" aber man merkt schon das den Peruanern dieser Tag hier wichtig ist. In unserer Sprachschule wurde am Freitag sogar extra die Pause ein wenig verlängert, um für die Mütter ein Programm vorzuführen. Es wurde getanzt, gesungen und alle Mütter haben danach eine rote Rose, Inka Cola und Kekse bekommen. Auch bei uns in der Gemeinde hier in Peru hatten die Kinder etwas für die Mütter einstudiert und gebastelt. Also auch hier in Peru ist die Mutter etwas ganz besonderes. Wir wünschen allen Mütter von hier aus einen schönen Muttertag (unseren natürlich ganz besonders :o)

 

Samstag 12.05.2007 Rundbrief

Heute ist unser Rundbrief Nummer 6 endlich fertig geworden. Einige von euch müssten ihn heute in ihrem E-Mail Postfach finden die anderen im Laufe der nächsten Woche in ihrem Briefkasten. Wer noch nicht in unserem E-Mail oder Postverteiler ist kann uns eine kurze E-Mail schicken (Adresse unter Kontakt) und bekommt den nächsten Rundbrief dann automatisch. Wer nicht bis dahin warten möchte kann ihn sich auch hier herunterladen.

 

Mittwoch 09.05.2007 zurück in Cusco

Wir sind wieder zurück in Cusco! Am Dienstag morgen ging es mit 5 Leuten und 10 Koffern (ca. 240 kg Gepäck) zum Flughafen in Lima. Dadurch das Simone und ich mit dabei waren konnten wir das Gepäck ganz gut auf 10 Personen verteilen und unsere drei neuen Mitbewohner, Hanna, Petra und Stefan mussten so auch kein Übergepäck bezahlen. Um 8 Uhr ist unser Flugzeug dann in Cusco nach einem ruhigen Flug gelandet und um 10 Uhr waren Simone und ich bereits wieder in der Sprachschule. Am Nachmittag haben wir den dreien noch geholfen Betten und die ersten notwendigen Einkäufe zu besorgen. Stellt euch vor ihr besitzt kein Auto und habt in Deutschland 2 große Matratzen und ein Bett aus Holz gekauft. Hier in Peru alles kein Problem. Am Straßenrand ein Taxi angehalten, die Matratzen aufs Dach gebunden, Rückbank umgelegt und das Bett eingeladen die restlichen 4 Personen noch mit ins Taxi "gestopft" und schon konnte es losgehen. In den nächsten Tagen haben die 3 Zeit sich ein wenig hier in Peru einzuleben und sich für eine Sprachschule zu entscheiden, wir werden ihnen helfen so gut wir können.

 

Sonntag 06.05.2007 Lima "Carnet" Arbeitsskarte

Freitag morgen sind wir mit dem ersten Flieger nach Lima geflogen um unsere Carnet (die: Arbeitserlaubniskarte) zu bekommen. Lyndal und eine Person vom evangelischen Kirchenrat haben uns geholfen all diese Formalitäten zu erledigen. Diese Gebäude war für uns ein einziger "Ameisenhaufen" mit unzähligen Schaltern und Formularen. Aber nach 2 Stunden hatten wir sie tatsächlich in der Hand, unsere uneingeschränkte Aufenthalts und Arbeitserlaubnis. Jeah, die Arbeit kann beginnen!!! In der Nacht sind dann unsere Mitbewohner: Hanna, Stefan und Petra gut in Lima gelandet. Ihr Flug hatte einige Verspätung und so waren sie erst gegen 6 Uhr am morgen im Gästehaus in Lima. Etwas müde aber doch glücklich endlich angekommen zu sein. Am Montag werden sie noch ihre Formalitäten bei Interpol regeln und dann mit uns am Dienstag morgen mit dem ersten Flieger zurück nach Cusco fliegen. So verpassen wir nur einen Tag Sprachschule und können ihnen am Dienstag nach der Sprachschule noch helfen Betten und die ersten notwendigen Dinge zu besorgen. Anfang der Woche gibt es dann auch ein Foto von unserer Carnet.

 

Donnerstag 03.05.2007 Sprachschule und "Gringos"

Mit dieser Woche liegen nun schon 5 Wochen Sprachstudium hinter uns. Jeder Morgen ist für uns eine echte Herausforderung, denn unser Lehrer liebt Fragen mit "por qué" (warum?). Wir dürfen fleißig über unsere Familien, Freunde, unsere Wohnung in Deutschland, über Lemgo und vieles mehr erzählen. Marcial (unser Lehrer) hat manchmal auch so eine Art Kulturschock. Allein von dem was wir ihm über unsere Kultur erzählen. Wir sind also nicht allein. Einmal die Woche gehen wir außerdem mit ihm aus der Schule raus in die Stadt. Mal in ein Museum, mal einfach auf einen Platz oder einen Aussichtspunkt von dem aus man ganz Cusco bewundern kann. Heute haben wir eine kleine Fotoausstellung besucht. Die Fotos zeigten die vielen verschiedenen Gesichter und Menschen von Peru. Die Peruaner sind wirklich sehr multikulturell. Einflüsse von Afrika, Asien und auch Europa vermischen sich mit der peruanischen und indigenen Bevölkerung. Und trotz der vielen Einflüsse stechen wir hier in dieser Stadt und vorallem auf dem Land in Curahuasi als "Gringos" hervor. Genaugenommen sind wir keine "Gringos" denn der Begriff ist gedacht für die Amerikaner. Allerdings bedeutet weiße Hautfarbe haben, Nordamerikaner sein. An dieses Wort werden wir uns gewöhnen, denn gerade die Kinder sind oft von uns "Gringos" begeistert. Timo mit seinen großen Füssen und auch ich zähle hier bereits zu den höher gewaschsenen Leuten. "Gringos" - ein Wort das wohl zum Kulturschock gehört.

 

Dienstag 01.05.2007 1.Mai und Taxis

Hier in Cusco sind heute überraschenderweise auch Kundgebungen zum 1. Mai. Zitat Simone: " Das scheint ja doch überregional zu sein". Eigentlich waren wir davon ausgegangen das sich dieser "Feiertag" auf Europa beschränkt. Die Taxifahrer arbeiten an diesem Tag aber trotzdem. Wir haben hier in Cusco kein eigenes Auto und werden hier wahrscheinlich auch den nicht den Führerschein machen (der internationale Führerschein ist nur bedingt anerkannt, so genau kann das keiner sagen). Die bürokratischen Hürdern sind sehr hoch und zusätzlich fehlen viele Verkehrszeichen welche man sich dann einfach merken müsste. Auf den Strassen sind sowieso hauptsächlich nur Taxis unterwegs und es ist kein Problem eines zu bekommen. Zusätzlich sieht man noch viele Motorräder zum Transport von Gasflaschen (Fotos siehe unten). Am Freitag morgen werden wir nach Lima filegen um unsere "Carnet" die Arbeitserlauniskarte abzuholen und unsere neuen Mitbewohner mit zu empfangen.

Motorrad mit Gasflaschen beladen

Ein typisches Taxi hier in Cusco

 

Freitag 28.04.2007 Dusche und Kulturschock

Gestern ist es dann schon wieder passiert, Simone hat mal wieder einen elektrischen Schlag von unserer Dusche (das Teil hat bei uns den Namen: "Menschengrill") bekommen und danach war nur noch kalt Duschen angesagt. So konnte das einfach nicht weitergehen. Für Curahuasi mussten wir sowieso eine Dusche kaufen und deswegen haben wir uns entschlossen die Dusche jetzt schon zu kaufen, hier in Cusco einzubauen und dann nach Curahuasi mitzunehmen. Die neue Dusche besteht auch aus einem kleinen Durchlauferhitze der allerdings an die Wand geschraubt wird und man hat eine richtige Brause zum Duschen. Das Wasser bleibt auch gleichmässig warm und wechselt nicht ständig zwischen lauwarm und kalt. Nach dem Duschen darf man allerdings nicht vergessen zuerst den Durchlauferhitzer abzuschalten und dann das Wasser auszudrehen, sonst ist das Teil hin. Jetzt kommt noch ein FI-Schutzschalter davor (danke Hermann, Dorli und Paula) und dann kann man auch duschen ohne Angst zu haben, gleich gegrillt zu werden. Ich glaube diese Dusche war für mich ein erster Teil des Kulturschocks hier in Peru. Aber das haben wir ja auch gut überstanden. Bilder der Dusche vorher und nacherher gibt es hier.

 

Mittwoch 25.04.2007 Container und unsere Wohnung in Curahuasi

Die 7 Conainer mit den insgesamt 50 Tonnen Material für das Krankenhaus sind am Montag Mittag ohne Überfälle und Pannen gut in Curahuasi angekommen. Wir sind echt überwältigt und Gott dankbar wie gut der Transport geklappt hat. Letztes Wochenende waren wir außerdem in Curahuasi und haben die Zeit genutzt uns nach einem Haus umzusehen. Wir haben tatsächlich ein Haus gefunden in dem wir die dann ab August für 2 Jahre wohnen können. Das Haus ist eine "Doppelhaushälfte", auf der anderen Seite wohnen noch andere Mitarbeiter von Disopi-Suyana. Es sind noch einige kleine Renovierungsmaßnahmen durch den Vermieter notwendig, aber wir hoffen das alles bis August fertig ist. Bekommt keinen Schrecken wenn ihr die Fotos seht, wir sagen hier immer:" Das Haus hat Potenzial!" Ein Argument für das Haus war das der Vermieter Elektriker ist und wir dann 3 Phasen (für die Fachleute unter euch) im Haus haben werden. Außerdem hat das Haus 2 städtische Wasseranschlüsse so das wir eine gute Wasserversorgung haben. Das Wasser ist zwar kein Trinkwasser aber imerhin. Die Renovierungskosten können wir hier mit der Miete verrechen. Wir werden euch dann mit neuen Fotos versorgen. Einen ersten Eindruck könnt ihr jetzt schon unter Fotos April 07 bekommen oder hier.

 

Sonntag 22.04.2007 7 neue Weltwunder und das Wunder von Curahuasi

Derzeit kann man an jeder Ecke hier in Cusco für die 7 neuen Weltwunder abstimmen. Hier wünscht sich natürlich jeder, dass fleißig für Machu Pichu gestimmt wird. Denn sollte diese legendäre Inkastädte, von der wir hier nur 4 Tagesmärsche entfernt sind, unter die ersten 7 kommen, so steigert es auch wiederum den Tourismus. Und dieser ist einer der Hauptwirtschaftsfaktoren der Stadt. Das Wunder über das wir derzeit aber am meisten staunen, befindet sich nicht in der Liste. Es ist das Hospital und alle Dinge die damit verknüpft sind. An diesem Wochenende waren wir wieder in Curahuasi und konnten DAS Wunder Gottes in diesem kleinen Andendorf live miterleben. Nachdem am Mittwoch gegen 23:00 Uhr das Schiff mit den 7 Container in Lima eingelaufen war, begann das Wunder. Bereits am Freitag gegen 16:00 Uhr gab der Zoll die Container frei und sie konnten auf die bereitstehenden LKW verladen werden. Sachspenden in dieser Höhe sind zuvor noch niemals in solch wenigen Stunden durch den peruanischen Zoll gekommen. Manch ein Container vorher wurde monatelang gelagert und geprüft. Für uns ein echtes Wunder Gottes, dass wir solch einen unbürokratischen Weg geöffnet bekommen haben. Leider waren bis heute nachmittag um 16:00 Uhr die LKW noch nicht in Curahuasi angekommen und wir mussten den Rückweg nach Cusco antreten. Sie werden jetzt für Montag früh erwartet, wenn wir bereits wieder die Schulbank drücken. An dieser Stelle ein aktuelles Bild vom Hospital und dem Fortschritt der Bauarbeiten.

zum Vergrößern bitte Bild anklicken

 

Freitag 20.04.2007 Geschenke und Ameisenstrasse

Während ich diese Zeilen schreibe muss ich mich zwischendurch immer mal wieder um die Beseitigung von Ameisen kümmern. Heute Nachmittag hat eine Kolonie von Ameisen beschlossen eine Strasse durch unsere Wohnung zu bauen. Wenn also jemand ein gutes Rezept dagegen weiß immer rein damit ins Gästebuch.

Jetzt aber noch eine kleine Geschichte: Zu unserem Kühlschrank und unserem Herd gab es beim Kauf noch ein besonderes Geschenk dazu und das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Der Verkäufer meinte (auf spanisch natürlich) wir hätten die Wahl zwischen 2 USB-Sticks (je. 256MB) und etwas was ich nicht ganz genau verstanden habe. Na ja einen USB-Stick "hatten" wir also haben wir uns für die anderen Teile entschieden dessen Namen wir nicht so ganz verstanden hatten. Wir waren echt gespannt was das sein kann, zur Information USB-Sticks sind hier in Peru wirklich teuer. Na ja was wir tolles bekommen haben seht ihr hier.

 

Mittwoch 18.04.2007 Frisör und Curahuasi

Heute habe ich (Timo) mich das erste mal getraut in Peru einen Frisör zu besuchen. Es war wirklich dringend notwendig und irgendwann musste ich ja mal dorthin. Ich war am Anfang echt skeptisch. Die Peruaner sind meistens kleiner als ich und der Frisör konnte mir kaum auf den Kopf schauen als ich im Stuhl saß. Dann habe ich ihm mit meinen Spanisch versucht klarzumachen dass es 1cm weniger sein soll. Aber Bedenken hatte ich schon dass er verstanden hatte, das die Endlänge 1cm sein sollte. Aber es ist gutgegangen, wir können also auch wieder Fotos von mir online stellen :o) Am Wochenende werden wir wieder mit dem Taxi nach Curahuasi fahren. An diesem Wochenende wird sich hoffentlich auch entscheiden, wo wir dann nach der Sprachschule in Curahuasi wohnen werden. Wir hoffen dass sich ein Haus für uns findet, das nicht so viel renovierungsbedürftig ist.

 

Dienstag 17.04.2007 Container von Diospi-Suyana kurz vor Lima

In diesen Tagen erwarten wir die 7 Container von Diospi-Suyana im Hafen von Lima. Der Inhalt ist die gesamte Krankenhausausstattung. Auch unser Skelett "Honk" wird also eintreffen. Ist das Schiff erst im Hafen eingelaufen, steht für die Container noch ein langer Weg bevor. Zunächst einmal ist da der Zoll. Wir hoffen und beten, dass der Zoll auf eine Öffnung der Container in Lima verzichtet und sie zur Weiterfahrt nach Curahuasi zeitnah auf LKW verladen werden können. Die 1000km auf der Panamerican nach Curahuasi sind hoffentlich auch frei von Hindernissen jeder Art. Am Krankenhaus sind extra für die Entladung bereits 2 Rampen gebaut worden. Einige Kisten in den Container wiegen bis zu 6 Tonnen. Wir sind sehr gespannt, in welchem Zustand die Ausstattung hier ankommt. Sicher werden wir beim Entladen, Einlagern oder Dokumentieren der Sachen helfen. Wir werden euch weiter mit Bildern und Text über die Container berichten.

 

Samstag 14.04.2007 Geburtstagsessen und Feuer machen

Die zweite Woche Sprachschule liegt hinter uns und wir verstehen jeden Tag mehr Spanisch. Gestern Abend waren ein paar Leute von Diospi Suyana hier und wir haben Timos Geburtstag ein wenig gefeiert. Es gab Huhn und das Rezept müssen wir euch jetzt doch erstmal verraten. Ihr solltet das unbedingt mal ausprobieren. Man nehme ein ganzes Pollo (spanisch für Hühnchen) und setze es auf eine offene Bierdose (vorher etwas abgiessen). Dann das Pollo noch ein wenig würzen und für 2 Stunden in den Ofen. Das Fleisch wird wunderbar zart und es sieht echt witzig aus wenn so ein Hühnchen im Ofen "sitzt". Wir bereiten uns hier in Cusco gerade auf den Winter vor. Da wir uns auf der anderen Seite der Erde befinden sind bei uns die Jahreszeiten auch genau andersherum. Bei uns beginnt jetzt bis ca. Ende Juli der Winter. Hier in Cusco soll es sogar bis zu Null Grad kalt werden. Da unsere Wohnung keine Heizung besitzt (wie jede Wohnung hier) und die durchschnittliche Temperatur in der Wohnung nur ca. 17 Grad beträgt, sind wir froh dass wir wenigstens einen Kamin haben. Der erste Versuch Feuer zu machen ist leider daran gescheitert dass das gekaufte Holz zu nass war. Aber da in diesen Wochen die Regenzeit erst zuende geht, bekommt man leider nichts anderes. Aber man kommt ja auf die tollsten Ideen hier. Eine Gasflasche haben wir sowieso da unser Herd mit Gas läuft und einen Bunsenbrenner bekommt man an jeder Ecke. Die Verschraubungen sind ein wenig abenteuerlich aber er funktioniert. Leider hatte auch das nicht den gewünschten Erfolg, nur Qualm aber keine Wärme :o( das Holz ist einfach zu nass. Wir hoffen das wir das Holz trocken bekommen bis die Temperaturen hier einstellig werden. Alle Fotos vom Pollo und dem Versuch Feuer zu machen findet ihr unter April 07 oder hier.

 

Donnerstag 12.04.2007 Kulturtraining und Flug nach Lima

Eine Stunde in der Woche sind wir mit unserem Sprachschullehrer immer auf Kulturtraining. Er zeigt uns dann verschiedener Orte in der Stadt und erklärt uns dazu viele Dinge. Man kommt sich dabei manchmal ein bisschen komisch vor, in einer fremden Kultur versteht man vieles erst nach einer Weile, manches erst beim Nachfragen und manches einfach nie. Diese Woche waren wir in einem Krankenhaus vor Ort zu Besuch. Ein Krankenhaus für die Armen, welches also verhältnismässig günstig ist. Die Verhältnisse in diesem Krankenhaus sind extrem einfach und an vielen Stellen sogar erschreckend. Wir sind sehr gespannt wie es tatsächlich funktioniert - ein "europäisches" Krankenhaus in peruanischer Kultur. Es wird eine echte Herausforderung für uns alle. Unseren Flug nach Lima haben wir für den 4. Mai gebucht. An diesem Freitag werden wir versuchen unsere Carnet "Die Arbeitserlaubniskarte" in Lima zu bekommen. Zudem kommen an diesem Freitagabend unsere zukünftigen Mitbewohner am Flughafen an und wir werden sie in Empfang nehmen.

 

Dienstag 10.04.2007 Bohnen

Die Schule hat für uns wieder begonnen und wir sind fleißig am lernen. Es werden von Tag zu Tag mehr Wörter die wir können und es macht echt Spass sich zu verständigen. Aber kleine Pannen bleiben nicht aus, hier ein kleines Beispiel. Ich (Timo) sollte Gefrierbeutel kaufen damit wir Lebensmittel einfrieren können. In dem Geschäft haben ich dann auf die Bolsas (spanisch für Plastiktüte) gezeigt. Ich glaube die Verkäuferin hat auch noch die Größe auf spanisch zu mir gesagt aber na ja man(n) versteht halt noch nicht alles. Die Überraschung kam dann beim auspacken...die Tüten sind echt klein (4cm x 10cm), und es sind 200 Stück in der Packung. Na ja die erste Portion Bohnen haben wir schon in diese Beutel gepackt. Eine wirkliche mühsame Arbeit kann ich euch sagen und es sind immer noch 195 Beutel übrig... :o(

Wir haben heute das Menü auf der linken Seite etwas aufgeräumt. Die Kategorie "Reisetagebuch" ist mit in das "Archiv" gewandert. Dafür gibt es jetzt eine neue Kategorie "Downloads"

 

Sonntag 08.04.2007 Ostern

Heute morgen hatten wir bei uns zuhause ein kleines Osterfrühstück mit einigen anderen Diospi-Suyana Mitarbeiter. Da wir nur zwei Stühle besitzen mussten die Gäste ihre Stühle selbst mitbringen. Aber unsere Transportkisten konnten ja auch noch als Sitzgelegenheiten herhalten. Man wird hier schon echt erfinderisch. Morgen, also Montag ist bei uns hier in Peru kein Feiertag mehr und wir werden dann wieder die Schulbank drücken. Damit sich unser Spanisch noch schneller festigt, sprechen Simone und ich jeden Abend zwischen 19:00 Uhr und 20:00 Uhr nur spanisch zusammen. Teilweise geht es echt nur mit Wörterbuch aber es hilft die Sprache noch besser zu lernen. Wir haben von der Osterprozession am Karfreitag noch 2 kleine Videos online gestellt. Ihr findet sie auf der linken Seite unter Downloads oder hier.

 

Samstag 07.04.2007 Ostern in Cusco

Am gestrigen Karfreitagabend hatten wir die Gelegenheit bei einer Osterprozessionen hier in Cusco mit dabei zu sein. Man findet dafür keine Worte. Es waren hunderte von Menschen auf der Plaza de Armas und sahen zu wie Jesus im gläsernen Sarg und dahinter die weinende Maria durch die Strassen getragen wurden.

Danach waren wir das erstemal in einer Gemeinde hier in Cusco. Die Gemeinde hat ein Theaterstück (natürlich auf spanisch) über das Leben Jesu aufgeführt. Fotos der Osterprozession und dem Thearterstück findet ihr unter Fotos April 07 oder hier.

 

Freitag 06.04.2007 Frohe Ostern und "Vaso" kaufen

Hier in Peru wird irgendwie alles zu einem Ereignis so auch das Einkaufen von Trinkgläsern: das lief hier folgendermaßen ab. Simone und ich betraten eine Geschäft, hinter Glasvitrinen konnten wir verschieden Sorten von Trinkgläsern bewundern. Okay ein Glas aussuchen und die Verkäuferin ansprechen. Diese geht ins Lager und schaut ob dieser Typ noch da ist. Nein, leider ausverkauft... Okay dann die daneben bitte... steht aber kein Preis dran. Ein anderer Verkäufer geht ins Lager (inzwischen sind es 4 oder 5 Verkäufer die sich des Problems "Trinkglas" angenommen haben). Ja diese Gläser sind noch zu haben, dann bitte 12 Stück. Der Verkäufer verschwindet wieder und kommt mit einem Karton zurück. Okay bezahlen und dann aber los. Nein, zuerst wird ein Zettel mit dem Produkt und dem Namen des Käufers verfasst (wir ernten hier immer noch Lächeln, wenn wir unseren Namen buchstabieren müssen, der ist für Peru einfach zu lang). Okay Zettel ist fertig, jetzt aber bezahlen und los. Nein, der Verkäufer möchte das Geld nicht. Er verweist uns an eine andere Dame, die in einem kleinen Stand (der Kasse) sitzt. Also an der "Kasse" angestellt und warten dass unser Name aufgerufen wird. Nachdem die Frau das Geld angenommen hat, drückt Sie einen "bezahlt" Stempel auf den Zettel und legt ihn in einen Korb. Dort nimmt ihn sich einen andere Person (bedenke bis jetzt haben sich schon 4 Personen mit unseren Gläsern beschäftigt). Also diese Dame nimmt den Zettel und fordert Person Nummer 5 auf die Ware in einen Karton einzupacken. Nach dem Zusammenpacken wir der Inhalt des Karton noch von Dame Nummer 4 kontrolliert und uns dann von Person Nummer 5 ausgehändigt. Na also war doch gar nicht so schwer Gläser zu bekommen... Heute haben auch wir hier keine Schule und werden das erstemal in eine einheimische Kirche gehen. Wir sind gespannt auf die Osterprozession hier in Cusco. Euch allen wünschen wir schon mal frohe Ostern und der Herr ist auferstanden er ist wahrhaftig auferstanden!!!

 

Donnerstag 05.04.2007 Stromschlag und Plagiate

Wir ihr ja wisst, duschen wir unter dem sogenannten widowmaker (Witwenmacher). Noch mal eine kleine Erklärung zu diesem Teil. Oben in den Brausekopf gehen zwei Stromleitungen hinein und darin ist dann ein Durchlauferhitzer eingebaut. Es hat den Vorteil, dass das Wasser wenigstens ein wenig warm ist, doch wie schon der Name sagt, sollte man die Sache mit Vorsicht geniessen. Bei der letzten Dusche dann ist es passiert. Simone hat den ersten Stromschlag von diesem Teil bekommen. (Keine Angst es war nur wie an einem Weidezaun ;-) Sollten wir doch über den Einbau einer anderen "Warmwassererzeugungsdusche" nachdenken? Der Einbau eines FI-Schutzschalters wäre sicher auch eine Möglichkeit, doch wir befürchten dann kalt duschen zu müssen, da er ständig auslöst. Mittwoch Nachmittag waren wir dann nach der Sprachschule auf dem "Molino" Markt. Man sagte uns dort bekommt man alles vom Schuh bis zum Duschvorhang. So war es dann auch. Ihr könnt euch das nicht vorstellen, auf dem Markt gibt es so ziemlich alles was man irgendwie kopieren oder nachbauen kann. Alle großen Sportartikelmarken sind hier vertreten. Manche Dinge sind wirklich sichtbar nachgemacht, bei anderen ist man sich unsicher ob es nicht doch ein Original ist..... Was in Deutschland gerade im Kino läuft gibt es hier schon auf dem Markt zu kaufen.

 

Mittwoch 04.04.2007 Wo wir sind

Manche von euch haben ja schon mal in Google Earth nachgesehen wo genau wir uns befinden. Wer es ganz genau wissen will kann einfach mal auf das Bild hier unten klicken:

 

Dienstag 03.04.2007 Sprachschule

Montag hat unsere Sprachschule begonnen. So drücken wir beide morgens für 4 Stunden wieder die Schulbank. Simone und ich haben zusammen Untericht in einer 2er Gruppe. Also wirklich nur wir beide, aber es ist ganz witzig. Unser Lehrer spricht nur spanisch, kein deutsch und auch kein englisch. So das wir einige Dinge erstmal im Wörtebuch nachschauen müssen. Aber die erste Konversation klappt bis jetzt ganz gut, danke Cristina das du uns schon so viel spanisch beigebracht hast! Am Mittwoch ist Praxisuntericht und Kulturtraining für 1 Stunde angesagt, das bedeutet wir gehen mit unserem Lehrer in die Stadt um das gelernte auch gleich umzusetzen...

 

Sonntag 01.04.2007 Cusco-Curahuasi-Cusco

Das letzte Wochenende haben wir in Curahuasi, unserem zukünfzigen Wohn- und Arbeitsort verbracht. Die Fahrt quer durch die Anden dorthin dauert von Cusco aus ca. 2h mit dem Taxi. Die Landschaft unterwegs ist wirklich beeindruckend schön, aber es ist auch erschreckend wieviel Armut man am Wegrand sieht. Am Samstag hatten wir dann ein Treffen mit allen Diospi-Suyana Mitarbeitern die jetzt schon in Peru sind um erste Strukturen, Arbeitsabläufe, und notwendige Vorbereitungen zu besprechen. Anschliessend gab es einen Rundgang durch das Krankenhaus so das wir uns alle unseren zukünftigen Arbeitsplatz schon einmal anschauen konnten. Wir haben das Wochenden ausserdem genutzt, um uns Curahuasi schon einmal genau anzusehen und eventuell in Frage kommende "Wohngelegenheiten" genauer unter die Lupe zu nehmen. Die meisten Häuser müssen ein wenig renoviert werden. Erste Eindrücke könnt ihr auf den Fotos April sehen. Montag ist unser 1.Tag in der Sprachschule, wir sind echt gespannt.

 

Freitag 30.03.2007 Tränengas

Heute waren wir direkt an der Placa (der Zentrale Punkt hier in Cusco) in einem Internetcafe in der 1. Etage. Als wir das Cafe betraten war auf dem Platz davor eine Gruppe Demonstranten (wir glauben Studenten) unterwegs. Hier in Cusco vergeht eigentlich keine Woche ohne Paraden oder Demonstrationen. Als wir das Cafe wieder verlassen wollten kamen uns im Cafe schon einige Besucher mit verheulten Augen von der Terasse entgegen. Die Polizei hatte Tränengas eingesetzt um den Tumult zu zerschlagen. Es hat ziemlich in den Augen gebissen und gebrannt aber mehr ist nicht passiert. Hier in Peru ist die Polizei bei solchen Ereignissen nicht gerade zimperlich.

 

Mittwoch 28.03.2007 Handy

Noch ein kleiner Nachtrag für heute, wir haben jetzt hier in Peru auch ein Handy. Die Nummer für euch aus Deutschland ist:

0051849367433

Das ist wirklich mal günstig hier in Peru. Ein Prepaidhandy mit 100 frei SMS und 100 Minuten frei telefonieren für 25 Euro. Auch die Tarife sind günstig, eine SMS in Peru kostet 2,5 Euro Cent und in den Rest der Welt 6,25 Euro Cent. Wir würden uns über eine SMS von euch freuen! Morgen fahren wir über das Wochenende nach Curahuasi (dort wo das Krankenhaus steht) zu einer ersten Mitarbeiterbesprechung und Krankenhausbesichtigung.

 

Mittwoch 28.03.2007 Cusco

Endlich sind auch die ersten Fotos online. Hier klicken oder im Menü unter Fotos März 07.

 

So langsam gewöhnen wir uns an die Höhe hier (3600m) obwohl wir beide bei der kleinsten Anstrengung immer noch etwas kurzatmig sind. Der erste Schrecken heute morgen war unser Kühlschrank, der war nämlich warm. Noch mal zur Erklärung, alle etwas empfindlicheren elektrischen Geräte haben hier ein kleines Gerät vorgeschaltet was die Spannung stabilisiert und so das Gerät schützt. Diese Gerät war bei unserem Kühlschrank bereits (oder doch besser "erst" ) nach einem Tag ausgefallen. Also haben wir versucht hier in der Stadt eine Feinsicherung zu kaufen. Es hat uns schon eine Weile gekostet den richtigen Laden oder besser Stadtteil zu finden. Wir haben dann auch vorsorglich gleich 10 Sicherungen gekauft mal sehen wie lange die halten, noch ist der Kühlschrank kalt. Noch mal ein paar Worte zum Thema Stadtteil und einkaufen. Das ist hier in Peru mit den Läden ein wenig anders als in Deutschland. Es gibt z.B. eine Strasse dort ist ein Laden am anderen und jeder verkauft nur Schuhe. In der nächsten gibt es alles rund ums Werkzeug. Auch Elektroartikel, aber von denen schreibe ich jetzt mal lieber nicht sonst wird mir ein Deutschland noch meine Berufszulassung entzogen. Deswegen muss man hier erstmal den richtigen Stadtteil finden wo die Waren verkauft werden welche man braucht. Aber der Einkauf hat gut geklappt. Am Abend waren wir dann in einem Hauskreis mit noch anderen Mitarbeitern von Diospi-Suyana. Wir wollen uns alle zwei Wochen treffen und sind auch gespannt auf diese Arbeit. Betet bitte und denkt an uns für Bewahrung hier in Cusco. Da diese Stadt sehr touristisch ist, ist natürlich die Diebstahlrate (Simone wollte nicht das ich Kriminalität schreibe) hier auch sehr hoch.

 

Dienstag 27.03.2007 Cusco

Heute morgen sind wir mit dem 2ten Flieger um 6:20 Uhr von Lima nach Cusco geflogen. Der Flug war ruhig nur das Frühstück war ein wenig gewöhnungsbedürftig oder habt ihr morgens um 6:30 Uhr schon mal einen richtig süßen Muffin, Schokoladenbonbons und Salzkräcker gegessen? Angekommen in Cusco haben wir uns dann zuerst unsere Wohnung angesehen. Die Wohnung ist toll und liegt in bevorzugter Wohnlage (neben dem Flughafen, aber man gewöhnt sich ja an alles) Jetzt mussten wir mit Lyndal zusammen die ersten Einrichtungsgegenstände einkaufen. Teller und Töpfe waren relativ schnell eingekauft und mit dem Taxi in unsere Wohnung gefahren. Dann ging es an die Elektrogeräte: Kühlschrank, Gasherd und einen Waschmaschine waren schnell besorgt und eine 1/2 Stunde später befand ich mich auf der Ladefläche eines alten Transporterters wieder und musste mich an den Geräten festhalten (eigentlich sollte es andersherum sein). Es folgten noch diverse Kleinigkeiten wie Tisch und Stühle und natürlich das Bett. Die Matratze ist hier in Peru nur 190cm lang (Ich bin schon 192cm groß) aber etwas anderes ist einfach nicht zu bekommen. Das soll jetzt aber nicht negativ klingen, wir sind froh über all das was wir schon bekommen haben und sind gespannt wie es weitergeht. Für morgen ist erstmal auspacken und einrichten angesagt. Fotos kommen in ein paar Tagen (Timo baut ein Bett mit einbem Stein zusammen), noch haben wir keine Ahnung wo sich der Kartenleser im Gepäck befindet.

 

Montag abend 26.03.2007 Lima

Der Besuch bei Interpol hat gut geklappt. Unsere Finger sind zwar noch ganz schwarz :-) von den Fingerabdrücken, aber wir können unsere Arbeitserlaubnis in ca. 3 Wochen abholen. Dienstag morgen fliegen wir mit dem 2ten Flieger weiter nach Cuzco um uns unsere Wohnung für die Zeit der Sprachschule anzusehen. Tagesziel ist es am Dienstag Abend in unserer neuen Wohnung zu kochen und zu schlafen....

 

Montag morgen 26.03.2007 Lima

Einen wunderschönen guten morgen. Wir sind gestern gut in Lima gelandet und alles Einreisen war letztendlich problemlos. Alle unsere Gepaeckstuecke haben es bis hierher geschafft, auch wenn eine Kiste etwas zerbeult ist. Im Zoll dann hatten wir zwar grün (!) doch mussten trotzdem noch unser Gepäck durchleuchten lassen. Wir glauben die Alukisten haben sie skeptisch gemacht. Doch auspacken war nicht angesagt. Preist den Herrn. Jetzt sind wir noch im Hotel und in 15 min geht es auf zu Interpol. Dann wird sich die Planung für die kommende Woche ergeben. Liebe Grüsse aus Südamerika!

 

Sonntag 25.03.2007 Atlanta

Bis Atlanta haben wir es schon einmal geschafft. Unser Gepäck ist schon auf dem Weg nach Lima (so hoffen wir). Wir mussten es hier in Atlanta nicht wieder in Empfang nehmen sondern konnten direkt durchchecken ab Düsseldorf. Wir hatten ein wenig Übergepäck aber der Mann am Check-In hat beide Augen zugedrückt und wir mussten nur 40 Euro bezahlen. Der erste Flug war wirklich ruhig und angenehm. Wenn alles gut läuft sind wir nach 6 Stunden Flug dann in Lima. Wir melden uns dann wieder.

 

Samstag 24.03.2007 Abreise

Morgen früh (Sonntag) geht es nun endlich um 9:40 Uhr los, all unser Gepäck ist verstaut und wir haben auch nur 5kg Übergepäck. Jeder von uns beiden hat einen großen Rucksack, eine große Alukiste und einen kleinen Koffertrolley. Wir sind gespannt welche Dinge wir zuviel eingepackt und welche Dinge wir vergessen haben einzupacken :o) Wir melden uns wieder sobald wir Internet haben.

 

Montag 19.03.2007 La Despedida (Der Abschied)

Am Sonntag geht es nun endlich los Richtung Peru. Aus diesem Grund machen wir am Freitag den 23. März noch eine kleine Abschiedsfeier im Bistro der Gemeinde am Grasweg (Wegbeschreibung gibt es hier). Getränke bringen wir mit, was zu knabbern müsst ihr schon einpacken :o) Wir freuen uns auf euch.

 

Samstag 17.03.2007 Visum

Gestern waren wir im Generalkonsulat in Hamburg um unsere Visa abzuholen. Es hat alles ohne Problem geklappt und wir haben jetzt sogar unbefristete :o) Visa.

 

Montag 12.03.2007 Gato hat ein neues Zuhause

Heute Abend ist Gato (unsere Katze) in eine neues Zuhause umgezogen. In ihrem neuen Zuhause hat Gato sogar wieder eine Katzenklappe. Danke Luca dass du Dich um Gato kümmerst.

 

Mittwoch 07.03.2007 Unsere Katze

Leider hat unsere Katze Gato bis heute noch kein neues zuhause gefunden und langsam wird es eng. Wenn also jemand von euch Gato ein neues zuhause bieten kann bitte meldet euch bei uns!!!

 

Mittwoch 07.03.2007 Rundbrief

Heute ist unser neuer Rundbrief fertig geworden. Wer ihn gerne per mail haben möchte schickt einfach eine kurze mail an uns (Adresse unter Kontakt). Oder klickt hier für die online-Version...

 

Dienstag 06.03.2007 Haushaltsauflösung

Da wir nicht alle unsere Möbelstücke einlagern können und wollen, werden wir am kommenden Samstag den 10. März eine Haushaltsauflösung machen. Los geht es ab 9:00 Uhr hier bei uns Am Ochsenteich 7, 32657 Lemgo. Wir sehen uns...

 

Montag 26.02.2007 Gato

Unsere Katze sucht ganz dringend ein neues Zuhause, Gato (spanisch für Katze :o) ist echt pflegeleicht und lieb. Also wenn ihr uns helfen könnt meldet euch bitte ganz schnell bei uns:

 

Montag 19.02.2007 Abflug

Unser Flug ist gebucht!!! Wir werden Deutschland am 25. März um 9:40 Uhr von Düsseldorf aus Richtung Peru verlassen. Jetzt hoffen und beten wir nur noch das bis dahin unsere notwendigen Spenden monatlich zusammenkommen.

 

Freitag, 16.02.2007 Adresse

Wir haben nun auch endlich eine Adresse in Peru:

Diospi-Suyana, Timo und Simone Klingelhöfer, Apartado 210, Abancay, Apurimac, Peru

Auf mich wirkte die Adresse auch ein bischen klein, für deutsche Verhältnisse etwas wenig Zahlen, aber die Post kommt an.

 

 

 

Dienstag, 13.02.2007 Freistellung

Heute hat mein Arbeitgeber meine Freistellung offiziell abgeleht. Das soll uns aber nicht von unserem Weg nach Peru abhalten :o)

 

Aussendungsgottesdienst

Unser Aussendungsgottesdienst findet am 25. Februar um 10:30 Uhr in der evangelisch freikirchlichen Gemeinde am Grasweg statt. Ihr seid alle herzlich eingeladen. Die Adresse findet ihr hier.

 

Zeitung, 4. Februar 2007

Bei unserem letzten Vortrag über unsere Arbeit am Missionsspital Diospi-Suyana war auch eine Person vom Vlothoer Anzeiger mit dabei. Wir sagen Danke für die Möglichkeit eines Artikels. Den Artikel als:

PDF findet ihr hier (ca. 180kb).

auf der Webseite hier

 

Rundbriefe!!!

Heute haben wir es endlich geschafft unsere Rundbriefe auch online zu stellen. Ihr findet auf der linken Seite einen neuen Link "Rundbriefe" oder ihr klickt einfach direkt hier.

 

Juni 2006

Unsere erste Reise ist für den 04. Juni bis 24. Juni 2006 geplant. In dieser Zeit werden wir die Möglichkeit haben uns schon einmal vor Ort umzusehen. Wir werden in dieser Zeit keine Emails an euch alle schreiben, sondern ihr könnt das was wir dort erleben in unserem Online Tagebuch nachlesen.

 

Reisetagebuch unserer ersten Reise im Juni 2006 nach Peru:

Sonntag 25.Juni 2006

Lemgo

Wir sind zurück!!! Nach einer Reise von knapp 30 Stunden sind wir endlich angekommen. Danke an Euch, die auf dem Flughafen auf uns gewartet haben. Unsere Flüge waren sehr ruhig, keine Luftlöcher oder große Turbulenzen. Jetzt müssen wir uns ersteimal wieder an die Zeitverschiebung gewoehnen. In den nächsten Tagen wird es auf jedenfall ersteinmal ein paar Fotos für euch geben.

 

 

Freitag 23.Juni 2006

Flughafen Lima

Unser Urlaub ist zu seinem Ende hin nochmal kurz richtig spannend geworden. Timo hat ja von unserem "sehr rar besetztem" Hotel geschrieben...und kaum zun glauben, aber wahr, kurz nach diesem Internetbesuch landete eine englische Reisegruppe bei uns. Hui toll! Wir konnten dann sogar noch eine Rundfuehrung durch die Antiquitaeten des Hauses inklusive Rundgang durch die Katakomben miterleben. Es war spannend einfach nur mit Kerzen durch diese dunklen, engen Gaenge zu laufen. Jetzt hier am Flughafen sind wir schon unser Gepaeck los geworden und warten jetzt aufs Boarding. Wir sind dankbar fuer jeden Tag hier in Peru, freuen uns beide aber auch wieder auf zu Hause. Gott hat uns hier gute und eindruekliche Erfahrungen machen lassen und uns in jeder Hinsicht bewahrt. Es war und ist einfach genial. Dann verabschieden wir uns an dieser Stelle aus Peru und hoffen aber, dass ihr an unserer Page dranbleibt. Wir werden in den naechsten Tagen noch ein paar Fotos online stellen und auch noch mal schreiben. Dann bleibt nur noch zu sagen: Fiebert fuer uns mit beim Spiel gegen Schweden, da sind wir naemlich noch ueber den Wolken....oder vielleicht in Amsterdam? Ich weiss nicht genau. Ein Anliegen haben wir noch. Vor uns liegen jetzt min. 20h Reise und uns beide quaelt ein wenig ein kleines S...Problem. Also ihr wisst schon. Bitte betet fuer einen ruhigen Flug in jeder Hinsicht. Danke :-)))

 

 

Donnerstag 22.Juni 2006

Chincha Alta und eingecheckt

Heute moegen haben wir noch einen letzten Ausflug zu den Ballestas Islands unternommen (1 Stunden mit dem Boot raus aufs offene Meer). Es war echt faszinierend Seehunde und Pinguine in freier Wildbahn zu sehen. Und aber Millionen von Voegeln: ganz viele Pelikane, u.s.w. Es war wirklich wunderschoen anzusehen. Mir (Timo) war auch nur ein bischen schlecht von dem ganzen geschaukel :-) Jetzt muss ich aber noch mal etwas ueber das Hotel hier in Chincha schreiben. Irgendwie fuehlen wir uns wie in einem schlechten Film. Das Hotel hat ca. 40 Betten und eine Terasse auf der das Mittagessen eingenommen wird. Zusaetzlich noch eine Terasse fuer das Fruehstueck. Einen Pool, Tennisplatz, Pferde zum Reiten, Tischtennis, Billard, Kicker, etc. und 2!!! Gaeste. Naemlich Simone und mich! Es ist echt verrueckt, gestern Abend sassen wir auf der Terrasse aber es war niemand sonst da ausser uns. Als wir uns dann an einen Tisch zum Essen gesetzt haben, hat jemand dem Koch Bescheid gesagt, dass die beiden "Touristen" gerne ihr Abendessen haetten. Lauter Angestellte aber nur wir beide als Gaeste hier... ich kann es immer noch nicht fassen. Es hat ein wenig so etwas von "Truemann Show" (habt ihr den Film gesehen?). Gerade haben wir beide online "eingecheckt". Zwar haben wir nicht 2 solche guten Plaetz bekommen wie beim Hinflug aber immerhin einen guten. Morgen (Freitag) so gegen 11 Uhr werden wir uns auf den Weg zum Ueberlandbus machen und den Rest der Strecke mit dem Taxi fahren. Dann heisst es warten auf den Abflug....

 

 

Mittwoch 21.Juni 2006

Erdbeben in Ica und Ankunft in Chincha Alta

Gut, zugegeben, die Ueberschrift klingt dramatischer als es war, aber wenn man nie erlebt hat, dass der Boden wackelt ist es schon ein sehr befremdliches Gefuehl. Gestern nachmittag lagen wir gemuetlich auf unseren Liegen in der prallen Sonne, als wir zeitgleich das Gefuehl hatten, Timo wackelt heftig an meiner Liege und ich an seiner. Ein Blick und es war klar, jeder von uns beiden lag friedlich da. Nichts weiter ist passiert, aber ja es gibt sie tatsaechlich ... die Erdbeben in Peru. Heute morgen dann ging es mal wieder mit dem Taxi (inzwischen haben wir ja Uebung) und dann mit dem Bus weiter nach Chincha Alta. Der Ort liegt ca. 2 h suedlich von Lima. Unsere Unterkunft ist eine alte Hacienda aus der Kolonialzeit. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Alles ist so riesig hier, alleine die Terasse vor unseren Haus (damit meine ich aber nur den ueberdachten Teil) ist ca. 800qm gross. Die Zimmer haben eine Hoehe von ca.5 m so das man sich fast darin verliert. Das Wasser scheint auch nur lauwarm zu sein aber daran sind wir ja langsam gewoehnt. Morgen unternehmen wir noch einen letzten Ausflug zu den Ballestas Ilands und am Freitag morgen geht es dann mit dem Bus zurueck nach Lima. Unser Flug mit der Nummer KL1915 wird wenn alles planmaessig laeuft am Samstag Abend um 21:35 Uhr in Hannover landen. Kann mir jemand eine Pizza mitbringen, kann auch kalt sein!!! Simone haette gerne noch dazu ein Deutschlandfaehnchen, das waere einfach toll!!! An dieser Stelle schon mal ein ganz fettes Dankeschoen, dass ihr alle uns so begleitet habt. Danke fuer alle Gebete und die vielen Mails und Eintragungen im Gaestebuch. Wir sind echt ueberwaeltigt zu sehen das sich am Tag im Durchschnitt 40 Personen unser Reisetagebuch angesehen haben. Wir freuen uns auf euch. Gottes Segen! T&S

 

 

Dienstag 20.Juni 2006

Ica - letzter Tag

3:0 Und? Ist bei euch mal wieder der Baer los? Wir haben hier das Spiel vor 5 Fernsehern verfolgt, waren jedoch die einzigen die jubelten. Ein anderer Mann schaute noch mit uns, war allerdings eindeutig fuer Ecuador. Wir freuen uns auf mehr gleichgesinnte Fans daheim. Gestern haben wir einen Ausflug nach Ica in die Stadt gemacht. Die Stadt war noch viel unertraeglich lauter als Cuzco. Wir haben uns nicht wirklich lange dort aufgehalten, sondern sind mit einem Mini-Taxi (siehe neue Fotos) in die nahgelegene "Sahara" gefahren und haben uns die Oase Huacachina angesehen. Die Oase mitten in der Wueste ist wirklich ein Phaenomen und es war eine ruhige verschlafenen Stimmung im Gegensatz zu Ica. Eins der Getraenke, das wir euch auch zum Probieren mitbringen werden ist Incakola. Man kann den Geschamck einfach nicht beschreiben. Es wird mein (Sikli) Handgepaeck werden und wir freuen uns drauf sie mit euch zu teilen. Die naechste Nachricht wird dann schon aus Chincha Alta kommen, denn morgen frueh fahren wir weiter....Timo hat genug von hier....alle seine Buecher sind gelesen und ihm wird am Pool langweilig ;-) Ich (Timo) habe einen "leichten" Sonnenbrand so das ich nicht so gut in der Sonne sitzen kann.... Was die Sache nicht einfacher macht. Einen schoenen Dienstagabend noch. BE BLESSED

 

 

Sonntag 18.Juni 2006

Ica "reingefallen"

Wir hatten euch ja erzaehlt, dass wir heute einen Rundflug ueber die Nasca-Linie machen wollten. Leider sind wir damit ein wenig reingefallen... Aber ganz von vorne. Am Samstag hatten wir uns an einem Aerocondor-Schild (renomierte Fluggeselschaft hier) ueber diesen Rundflug informiert. Dort sprach uns dann eine Dame an ob wir Interesse haetten, klar hatten wir. Die Dame holte uns heute morgen vom Hotel ab und ihr Fahrer fuhr 2h mit uns nach Sueden zu einem Flughafen. In dem kleinen Terminal informierte sich der Fahrer und meinte unsere Flug wuerde nicht um 10 Uhr sondern um 11 Uhr starten. Also noch einen kleinen Ausflug in die Stadt. Bei unserer Rueckkehr waren wir dann ploetzlich an einem andere Terminal... Hier sagte uns der Fahrer das es noch einen Stunde dauern wurde. Von dem Namen Aerocondor war aber weit und breit keine Spur. Das Flugzeug in das wir eingestiegen sind war ein wenig... sagen wir es so: Das Fenster war mit Heisskleber "geflickt", an Simones Kopfhoerer viel ploetzlich eine Hoermuschel komplett ab. Aber der Motor von dem Flugzeug sprang an und dann... nichts passierte... Wir standen einfach da und der Motor lief. Nach 10 Minuten dann machte der Pilot den Motor wieder aus und meinte der Tower waere geschlossen. Seltsam war nur das auf dem Rollfeld im 5 Minuten Tack andere Flugzeuge startetet und landeten. Wir sollten uns nochmal 1 h gedulden. Hier wurde uns es dann zu bunt... wir haben dann drauf bestanden das uns der Fahrer sofort zurueck zum Hotel bringt. Also wieder 2 Stunden durch die Pampa (das heisst wirklich so und dort ist gar nichts) zurueck. Im Nachhinein haben wir rausbekommen das die Dame wohl gar nicht von Aerocondor war und "nur" eine freie Vermittlerin, welche die Touristen zu diesem "freien" Piloten faehrt und mitverdient. Der Pilot durfte nicht starten weil jedem dieser Piloten eine Startzeit zugeteilt wird und er hatte seine leider verpasst, obwohl wir scheon 2 h gewartet hatten. Bezahlt hatten wir diesen "Service" zum Glueck noch nicht und haben es auch hinterher nicht getan. So haben wir also "nur" 4 h im Auto verbracht und 2 h mit warten auf einem Flughafen. Na ja man kann nicht alles haben... Wir haben beschlossen diesen Ausflug vielleicht noch einmal zu wiederholen, wenn wir uns nicht mehr mit 1/4 - englisch - sprechenden Peruanern rumaergern muessen, sondern fliessend ihre Sprache koennen. Wahrscheinlich werden wir am Dienstag oder Mittwoch weiter nach Chincha Alta ziehen. Wir melden uns wieder.....

 

 

Samstag 17.Juni 2006

sonniges Ica

Wir haben heute einen echten "Sommer-Sonne-Duenen-Pool"-Tag gehabt. Das Wetter ist tagsueber einfach wunderbar. Abends (jetzt) wird es zwar ziemlich kuehl, aber mit 2 Decken schlaeft es sich dann auch gut. Heute frueh waren wir unser erstes Mal Sandboarden und es war richtig witzig. Ich (Simone) hab mich am Anfang nicht getraut richtig aufs Brett drauf zu stellen, doch nach ein paar Versuchen sah alles schon ganz gut aus. 2 Dinge die allerdings etwas nachteilig sind: 1. gibt es keinen Lift und man muss die Duene immer wieder mit 3 Schritten vor und 2 zurueck hochlaufen und 2. hat man nach der Aktion den Sand wirkliche ueberall. So langsam sind auch alle unsere Flohbisse verheilt....UUPPS...hatten wir gar nicht erwaehnt dass wir welche hatten? Da wir keine weiteren neuen bekommen haben, koennen wir wenigsten sicher sein, dass wir alle Floehe in Curahuasi gelassen haben. Bevor wir uns da nicht sicher waren, wollten wir lieber Stillschweigen bewahren :-) Fuer morgen haben wir uns noch einen weiteren Flug gebucht (der 6 von nun insgesamt 9). Wir werden uns die Nasca-Linien von oben ansehen und sind schon ganz gespannt. Dann gibst auch ein paar neue Bilder. Gott bewahre euch alle.

 

 

Freitag 16.Juni 2006

Ica (suedlich von Lima)

Vom Hotel in Cuzco sind wir mal wieder mit so einem kleinen Taxi (ich habe keine Ahnung was es fuer eine Marke ist aber ein Fiat Uno ist geraeumig dagegen) zum Flughafen gefahren. Irgendwie hat das was von Go-Kart Rally, die Taxifahrer fahren hier wie die Henker. Der Flug nach Lima ueber die Anden war wunderschoen und auch ruhig. In Lima erwartete uns dann schon ein Fahrer von Indicamino. Das Gaestehaus ist von einem sehr hohen Zaun mit Starkstrom umgeben sowie eigentlich alle Haeuser in der Region von Lima. Alles voellig anonym, an der Tuer steht nicht mal ein Name oder irgendein Hinweis auf die Bewohner. Am morgen haben wir uns dann mal wieder ein Taxi gesucht, welches uns zu einer Bussation bringen sollte. Der Fahrer ist quer durch die Stadt und zum Schluss rueckwaerts durch die Einbahnstrasse gefahren. Aber wie waren da wo wir hinwollten. Dann sind wir mit dem Bus 4h Richtung Sueden gefahren und gut hier in Ica angekommen. Das Hotel bezeichnen wir als "drinnen", die Welt da ist "draussen". Hier koennte man glauben, das man einfach in Suedeuropa ist, und nicht in Peru. Von der Armut und den Problemen "draussen" ist man hier voellig abgeschirmt. Sehr ungewohnt kommt es einem vor, wenn man vorher die Verhaeltnisse des Landes kennengelernt hat. Wie lange wir in diesem Hotel bleiben werden wissen wir noch nicht. Vielelicht packt es uns noch und wir fahren wieder ein Stueck Richung Norden. Auf jeden Fall freuen wir uns hier ueber Sonne satt, die Ja in Cuzco und Curahuasi nur bedingt da war. Morgen gehen wir erstmal Sandboarden...

 

 

Donnerstag 15.Juni 2006

Cuzcos 2h vor Weiterflug nach Lima

Gestern waren wir das erste mal auf einer Bank um Geld zu holen. Hier in Cuzco ist das ein wenig anders als in Deutschland. Zuersteinmal geh mal nicht allein zum Geldholen. Vor der Bank stehen manchmal Leute und betteln um Geld. Am Eingang stehen dann Leute vom Sicherheitsdienst mit Waffen und kugelsicheren Westen und einem grossen Alarmknopf am Koerper. Dann geht man schnell zum Automaten, holt sein Geld und verschwindet entweder mit einem Taxi oder in der Menschenmenge. Wie gesagt etwas anders als in Deutschland. Als naechstes haben wir ein wenig die Geschaefte und kleinen Staende besucht. Sobald du in die Naehe eines solchen kommst wirst du sofort von der InhaberIn mit "Amiga" oder "Senorita" begruesst. Dann zeigt sie die sofort die schoensten Waren welche sie anzubieten hat und will Dich zum kaufen animieren. Jeden Artikel den du laenger als 4 Sekunden ansiehst kommenort sie sofort mit Saetzen wie: Verschiedene Farben, Alpaca kein Synthetic (Auf Spanisch natuerlich). Sich einen Artikel mal in Ruhe anzusehen kommt kaum in Frage. Dann kommt noch das Handeln hinzu. Nach 2 Stunden klingeln einem echt die Ohren. Bei der ganzen Aktion gestern hab ich (Sikli) mir irgentwie ein Fussknoechelaussenband gezerrt. (Fuer alle die sich auskennen, nach Selbstdiagnose denke ich es ist das Lig. fibulotalare posterior rechter Fuss.) Die Bordsteine sind hier etwa 2-3 mal so hoch wie daheim und mann muss beim ueber die Strasse gehen halt mehr auf die Taxen achten. Nunja, ich hoffe dass es nicht schlimmer wird...will doch noch richtig Sandboarden! So, muessen jetzt ins Taxi, damit wir puenktlich am Flughafen sind. Gruss und BE BLESSED!

 

 

Dienstag 13.Juni 2006

Cuzcos Umgebung

Zuerst muss ich ja mal was ueber das Wetter hier schreiben, nachdem wir gesehen haben wie warm es bei euch in Deutschland ist. Fruehstuecken in Cuzco beudeutet hier draussen zu sitzen, allerdings mit einer langen Hose, T-Shirt, Pulli und einer Jacke drueber. Sonst ist es echt zu kalt. Nachmitags kann man dann wieder im T-Shirt rumlaufen. Die Sprachschule gestern war gut, bis auf die Tatsache dass wir kaum etwas verstanden haben und es in dem Raum ziemlich kalt war. Aber sonst ist der Einzelunterricht gut und sehr intensiv. Den heutigen Tag haben wir mit einem Trip begonnen. Die erste Station war Moray, hier haben die alten Inkas schon richtige Forschung in Bezug auf Landwirtschaft betrieben (siehe Fotos "Moray"). Der zweite Anlaufpunkt waren die Salineas, wo heute noch die Peruaner unter ziemlich schweren Bedingungen Salz gewinnen. Hier lies uns unser Fahrer allein und versprach uns, uns auf der anderen Seite des Tales wieder einzusammeln. Hat auch geklappt :-) Die letzte Station ware dann Ollantaytambo, hier bekamen wir schon mal einen Vorgeschmack auf Machu Pichu, welches wir aber in dieser Zeit leider nicht mehr besuchen koennen. Die Inkakultur ist wirklich fasziniernd. Die haben schon was auf die Beine (auf die Berge) gestellt. Die Groessen sind immer gigantisch und wir koennen nur staunen. Mittwoch ist unser letzter ganzer Tag hier in Cuzco, am Donnerstag morgen geht unsere Flug nach Lima. Dort werden wir (hoffentlich, der Flughafen von Lima ist naemlich schrecklich) von einem Taxifahrer der Schweizer Indianermission abgeholt. Dort werden wir dann eine Nacht verbringen und am morgen weiter nach Sueden fahren. Unser Fahrer heute hat uns "versprochen", dass dort immer Sommer und gutes Wetter ist. Wir freuen uns auf diese Tage Urlaub. Keine Luftnot mehr wegen der Hoehe und endlich wieder warmes Wasser!!!

 

 

Sonntag 11.Juni 2006

Cuzco nach der ersten Nacht

Die Fahrt gestern hierher war sehr gut, aber irgendwie schnell, der Taxifahrer hat es in 1h und 50 min geschafft, normal sind etwa 2,5 h. Hier angekommen haben wir ne Weile gebraucht unser Hotel zu finden. Barbara und Udo waren so nett es fuer uns zu buchen. Dadurch ist es sogar 10 Dollar pro Nacht guenster geworden. Es ist ruhig, aber nur fast so gut wie in Curahuasi, aber halt mit Fruehstueck. Auf jeden Fall ist es fur Cuzco billig. Es ist hier extrem touristisch, und wir sind ja auch Touristen. Haben uns aber schon angewoehnt, wenn wir auf der Strasse angesprochen werden um etwas zu kaufen (das passiert etwa alle 2 min) zu sagen, dass wir hier arbeiten. Dann kommt immer ein grosses "Ach so" und sie belaestigen uns nicht mehr. Cuzco gefaellt uns sehr gut. Es hat viele schoenen Ecken und die Leute sind nett, man kann gut handeln. Haben uns heut schon ne Tasche erhandelt. Heute morgen haben wir uns auf den Weg nach Saqsaywaman gemacht. (Die Amis sagen dazu "sexy woman" weil sie es nicht aussprechen koennen.) Es ist eine Inkafestung kurz oberhalb von Cuzco. Sehr imposant und beeindruckend. Riesige Steinmauern... Dort oben haben wir 3 deutsche Touristen getroffen, die uns nach nem Weg gefragt haben. Wir wussten ihn auch nicht, haben dann aber die 2 weiteren Festungen Pukapukara und Tambomachay gemeinsam erwandert. Haben ihnen unsere Diospi-Suyana Geschichte erzaehlt. Bin gespannt, ob wir nochmal in unserem Gaestebuch was von ihnen hoeren / lesen. Jetzt sind wir ganz erschlagen, denn das Wandern auf dieser Hoehe und noch Bergauf ist unglaublich anstrengend. Uebrigens kosten hier in Cuzco alle Taxen 2 Soles (ca. 0.70€), egal wo hin. Doch leider kennen sich nicht alle furchtbar gut aus. Gestern abend zurueck zum Hotel musste der Fahrer 5 Mal fragen und ich behaupte, dass wir relativ im Centrum wohnen und nicht sonstwo! Morgen frueh besuchen wir 4 Stunden die Sprachschule, um schon mal so zu wissen was auf uns zu kommt. Wir sind sehr gespannt. Nachmittags dann wollen wir in das Centro de comercial, mit vielen kleine Geschaeften, die alle peruanische Deckchen, Alpaca(schmeckt sehr lecker!)muetzen und all so was verkaufen. Wir sind sehr gespannt auf den 40.Gaestebucheintrag. Lieber 40.Schreiber, du darfst dich auf sowas typisch peruanisches freuen! Viel Spass und Gottes Segen wuenschen euch allen SIMONE y TIMO

 

 

Samstag 10.Juni 2006

Kurz vor der Abreise nach Cuzco:

4:2 Jeah... Ich glaube man wird hier ein wenig zum Patrioten. Wir haben uns das Spiel hier in einem Restaurante mit Klaus und seinem Sohn Dominik zusammen angesehen. Aber die Peruaner hier hat das Fussballspiel nicht sonderlich interessiert. Sie sind nur zun essen gekommen und dann gleich wieder verschwunden (Muss gerade mal einwerfen das es echt schwer faellt sich hier zu konzentrieren, die Musik hier im Internetcafe ist bruellend laut) Gestern Nachmittag waren wir dann im "Club de Niños". Es waren ca. 80 Kinder im Alter zwischen 4-11 Jahre dort. Der Sketch hat gut geklappt und die Kids haben sich auch nicht ueber unser spanisch totgelacht. Wir haben den Kids gezeigt, was es bedeutet in der "Suendenfalle" zu stecken und durch eigenen Bemuehungen nicht herauszukommen. Bis jemand kam der erklaerte, dass nur Jesus allein da raus helfen kann. Auch wenn wir die Lebensumstaende der Kinder nicht wirklich aendern koennen, so koennen wir ihnen doch sagen, dass Gott sie liebt. Die Unterschiede zwischen arm und aermer wurden hier echt noch mal ganz krass deutlich. Manche Kinder sind ziemlich schmutzig, haben verfilzte Haare und kaputte Kleidung an. Andere sind richtig sauber und gut gekleidet. Aber alle haben sich gefreut und beim basteln ging es richtig ordentlich zu. Beim Verteilen der Materialen haben einem die Kinder niemals etwas aus der Hand gerissen. Wir haben Robotermasken gebastelt. Der Roberter sollte das Gegenbeispiel zu uns sein. Gott hat uns nicht als Roboter geschaffen, sondern als Menschen, die selbst entscheiden koennen. Es hat voll Spass gemacht. Moechte euch gerne noch die Geschichte eines Jungen erzaehlen aber das waere hier jetzt zu lang, also fragt uns einfach mal danach wenn wir wieder zurueck sind. Gestern Abend haben wir mit "anderen Freunden" :-) (Wir vermissen euch!) zusammen Pizza gebacken. Der Abend hat zwar nicht dazu beigetragen unsere spanisch zu verbessern, wenn das so weitergeht sprechen wir bald eine perfekte Mischung aus Deutsch, Englisch und Spanisch und zwar alles in einem Satz aber die Pizza war total gut. In 1,5 h werden wir uns mit einem Taxi auf den Weg nach Cuzco machen, der Rekord liegt hier bei 13 Leuten in einem Taxi. Hoffe ihr habt den Link zu den Fotos gefunden, danke Hermann! Hasta luego, Timo Y Simone

 

 

Freitag 09.Juni 2006

Curahuasi am 1.Tag der Fussballweltmeisterschaft:

Hier ist alles ganz normal. Die Fussballweltmeisterschaft beschaeftigt vorallem "uns Missionare". Wir gehen gleich auf jeden Fall in ein Restaurant und wollen mal sehen ob das Spiel uebertragen wird. Hier dann 11:00! Gestern haben wir den Club de niños vorbereitet. Timo und ich spielen jeweils eine kleine Rolle in einem Sketch. Martina hat uns genau aufgeschrieben, was wir sagen muessen. Hoffentlich muessen die Kids sich nicht vor Lachen biegen. Der Club startet heut um 15:00, also bei euch um 22:00. Gestern Nacht hat es wider aller Erwartungen geregnet. Eigentlich ist die Regenzeit laengst vorbei. Wie ist es bei euch....kein Mensch verliert ein Wort ueber das Wetter! Gestern Abend waren wir bei Johns zum 3 Kinder hueten. Martina und Klaus erster Abend allein seit langem. Wir haben gemeinsam Narnia auf dem Taschenkino geguckt. (auf Deutsch) Einige Male haben die Bauarbeiter die bei Johns noch beschaeftigt sind geklingelt. Timo geht zur Tuer. Eine halbe Minute spaeter: "Kann mal jemand uebersetzten kommen!!!" Sehr lustig. Verstehen koennen wir bereits einiges, nur beim selber Sprechen fehlen uns einfach die Vokabeln. Jetzt muss ich (Timo) noch mal ein paar Dinge zu dem Ort hier sagen. In Curuhuasi leben ca. 8000 Einwohner, die Groesse koennt ihr euch bald auf einem Foto ansehen, Danke Hermann. An jeder Ecke hier befindet sich ein Lebensmittelladen, es sind bestimmt 40 Stueck oder sogar mehr. Die allerdings alle das gleiche verkaufen und wenn ich sage das gleiche dann meine ich auch exakt das gleiche. Wir haben diese Woche ausserdem herrausgefunden das ich einen etwas unvorteilhaften Vornamen haben. Timo bedeutet auf Quechua so viel wie "Du bist bloed", na ja man kann nicht alles haben. Aber Tina (Martina) bedeutet auf Spanisch "Badewanne" auch nicht viel besser. Unsere Reise wird morgen frueh mit dem Taxi weiter nach Cusco gehen. Ihr hoert von uns....

 

 

Donnerstag 08.Juni 2006

Curahuasi (2 Tage spaeter):

Guten morgen ihr alle, gestern war bei uns ein ziemlich voller Tag, aber ich fange mal ganz von vorne an. Morgens haben wir uns mit Lyndal und Cindy (ihre Freundin aus Australien) zu einer ersten Bergtour getroffen. Ziel war der Hausberg von Curahuasi, genannt Sanct Christobal. Der Aufstieg auf letztendlich 3200 m (Curahuasi liegt auf 2500 m) hat uns 2 h abverlangt (liebe Wohnmobilbewohner: leider muss ich sagen, unsere Tour war dagegen nichts :-) ) Aber der Ausblick war wirklich der Hammer. Auf der anderen Seite des Berges konnten wir in den 1000 m tiefen Canyon des Apurimac Flusses schauen. Sehr beeindruckend, ueberfluessig zu sagen das es unmengen von Fotos gibt! Wir haben sogar einen Adler und eins von den Wappentieren Perus, ein Vincuña gesehen. Der Absieg war dann weniger beschwerlich, auf diesem Weg haben wir dann eine Familie getroffen. Die Maenner kamen gerade von der Ernte von einem Feld weiter oben in den Bergen. Die Familie hat uns dann spontan zum Essen auf dem Feld eingeladen. Lyndal bekam einen grossen Teller, sie ist ja schon an das Essen hier gewoehnt, wir anderen haben uns erstmal nur an die Katoffeln getraut. Am Nachmittag haben wir uns dann ein paar moegliche Wohnungen angesehen. Alle sind renovierungsbeduerftig aber die Miete ist relativ guenstig. Abends waren wir dann bei Barbara und Udo zum Abendessen eingeladen. Es war total gut. Kleine Anmerkung: Dienstag Abend waren wir hier in einem Lokal essen und das Abendessen mit Vorsuppe war fuer unseren Geschmack noch ein wenig gewoehnungsbeduerftig. Simone will sich in Zukunft nur noch Patatas Fritas "Pommes" bestellen. Die sind hier selbstgemacht und schmecken hervorragend. Bevor an dieser Stelle noch Geruechte aufkommen, keiner von uns beiden hat bis jetzt Durchfall oder sonst irgendein Leiden gehabt. Hui toll. Fuer Freitag ist Simone spontan zum helfen bei dem Club de Niños "Jungschar" eingeladen worden. Martina und Lyndal sind Dankbar fuer jede helfende Hand, es kommen inzwischen ca. 120 Kinder. Jetzt muss ich euch noch eine kleine Geschichte im Bezug auf Spinnen erzaehlen. Die erste viel von einem Dach direkt auf Simones Schulter. Zum Glueck konnte ich sie entfernen bevor Simone es gemerkt hatte, ich habe ihr es erst einen Tag spaeter gesagt. Heute morgen aber sass eine etwas groessere direkt neben Simones Kopf an der Wand in unserem Zimmer. Aber ich habe einen Becher daruebergestellt und sie entfernt. Ich soll noch schreiben das ich das Klo hier verstopft habe (sonst haette ich das mit der Spinne nicht schreiben duerfen) aber das liegt natuerlich nur an den duennen Rohren hier :-) Jetzt werden wir losziehen und ein paar Masken fuer den Club morgen basteln. Am Samstag morgen dann geht es weiter nach Cuzco. Danke fuer alle lieben Nachrichten. Da die Seite fuer uns langsam wegen der Fotos zu gross wird werdet ihr die Bilder bald auf einer Extra Seite finden.

 

 

Dienstag 06.Juni 2006

Curahuasi:

Der Flug gestern von Lima nach Cuzco (uebrigens der bereits 4 !!! Flug) war ein absoluter Traum. Wir sind die ganze Zeit mit freier Sicht ueber die Anden geflogen. Eine Landschaft die man nicht im Bild festhalten kann. Wenn man diese Schoenheit und Groesse sieht, kann man gar nicht mehr ermesen, wie gross doch Gott sein muss. In Cuzco standen dann auch schon Heike ung Gerhard (die ersten ausgereisten Missionare) und "unser" Taxifahrer Rosando bereit. Endliche wurden wir den Wasserfilter los! Die 2 1/2 stuendige Taxifahrt fuehrt uns erst von Cuzco (3400m) hoch auf 4000m dann wieder runter auf 1500 um dann nach Curahuasi hin wieder auf 2500m anzusteigen. Trotz dieser Hoehenunterschiede und der vielen Kurven hatten wir keine Probleme mit Uebelkeit etc. Alles gut! Zwischendurch haben wir angehalten und den Ausblick auf den mit Schnee bedeckten super gewaltigen Salcantay genossen. In Curahuasi angekommen waren wir direkt bei den Johns zum Mittagessen eingeladen. Wir haben uns mit Udo (Bauleiter) und Klaus John die Hospital-Baustelle angesehen. Wenn man sich vorstellt, dass es auf der ganzen Baustelle KEINEN einzigen Bagger und nur 2 kleine Mischmaschinen gibt, ist es schon Wahnsinn, wie schnell doch alles vorangeht. Abends dann traf mich (Simone) doch etwas die Hoehenkrankheit. Super starke Kopfschmerzen und Uebelkeit, Schuettelfrost. Doch nach der Nacht in unserem Hotel ist heut morgen wieder alles o.k.. Geblieben ist nur die Kurzatmigkeit. Am schlimmsten in folgendem Zustand. Du stehst unter der kalten Dusche (obwohl du den warmen von den beiden Wasserhaehnen aufgedreht hast) und musst dann noch Lachen. Ein Gefuehl des Erstickens! Noch ein Wort zum Hotel: Unser Zimmer ist sehr schoen und sauber. Wir waren wirklich auf schlimmeres eingestellt. (Also Nelly, ich muss dich enttaeuschen: noch haben wir nur gute Sanitaere Anlagen gesehen.) Zum Fruestueck waren wir dann heut morgen bei Barbara (Udos Frau) eingeladen. Eine echte Hilfe, denn das Zimmer ist ohne Fruestueck und wenn man in der Stadt ein desayuno bestellt, bekommt man (nach unserem Verstaendnis) ein warmes Mittagessen. Gerade eben waren wir in der Markthalle. Haben ein wenig Obst und Broetchen gekauft. Alle Leute sind sehr nett, obwohl wir uns doch dran gewoehnen muessen, dass wir "angeguckt" werden. Morgen wollen wir mit Lyndal (Missionarin aus Australien) auf den Curahuasi Hausberg steigen. Wir berichten dann. Wir freuen uns sehr ueber all eure Gruesse und Eintraege im Gaestbuch. Vielen Dank. BE BLESSED

 

 

Montag 05.Juni 2006

Angekommen (fast):

Gestern Abend sind wir nach einem Flug von 14h und einer Reisedauer von fast 24h endlich totmuede in einem Hotel in Lima angekommen, eine kleine Zwischenlandung in Bonaire (wuesstet ihr wo das liegt?). Wir nicht aber es waren 32 Grad die uns erwarteten. Heute morgen haben wir es dann geschafft uns ein Taxi auf der Strasse zu organisieren (sogar fuer nur 10 Soles (3USD)). Uebrigens sobald ein Fahrzeug 4 Raeder hat darf es sich hier wohl Taxi nennen. Hauptsache ein Nummernschild im Leuchtreklamenstyle auch wenn die Bremslichter gar nicht mehr vorhanden sind. Noch ein Wort zur Landung hier in Lima. Wir hatten innerhalb von 3 Minuten all unser Gepaeck und das "Roulette" am Zoll haben wir auch gewonnen. Dort muss man einen Knopf druecken. Leuchtet danach die Ampel gruen, kannst du einfach durchgehen. Leuchtet sie rot, muss mann leider auspacken. Gewonnen = 2 mal gruen. Preist den Herrn! (Gracias fuer die vielen Engel.)Jetzt warten wir gerade auf den Flieger nach Cuzco. Das Gepaeck ist schon aufgegeben. Dann bis morgen mit ein paar Worten, dann wahrscheinlich schon aus Curahuasi. Uebrigens: unser Fruestueck bestand heut morgen aus einem McD .... naja. Gottes Segen euch allen. Simone und Timo

 

Samstag 03.Juni 2006

Check IN:

Heute morgen um 5:06 Uhr klingelte der Wecker! Wir wollten die Möglichkeit nutzen 30 Stunden vor unserem Flug per Internet einzuchecken und.... es hat hat geklappt. Wir haben sogar noch 2 Plätze nebeneinander in einer Reihe mit Beinfreiheit bekommen:

Wir sind gespannt auf den Flug und auf alles was uns in dieser Zeit dort erwarten wird. Sonntag morgen um 6:05 Uhr geht es dann endlich ab Hannover los. Passt uns auf Deutschland auf :-) (Die nächsten Infos von uns wird es so wahrscheinlich ab Dienstag geben)

 

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