Willkommen auf der Homepage von Timo und Simone Klingelhöfer. www.wir-in-peru.net

Auf diesen Seiten möchten wir euch unsere Arbeit am Missionsspital Diospi-Suyana in Peru vorstellen.

(Solltet ihr auf der linken Seite kein Menü sehen bitte hier klicken, aber nur dann!!! )

Sonntag 23.08.2009 Angekommen?

Jetzt sind wir schon wieder seit fast 3 Monate hier in Deutschland und hatten genügen Zeit uns wieder an unsere "alte" Kultur zu gewöhen. Mit unserer Wohnungssuche hatte es leider nicht ganz so geklappt wie wir das anfänglich aus Peru geplannt hatten. Aber in 2 Wochen ist es nun endlich soweit und wir ziehen um in unserer neue Wohnung. Aber wie sieht es in Peru aus? In Peru stehen die Zeichen mal wieder auf Baustelle. Direkt nebem dem Hospital wird eine neue Zahnklinik entstehen um den Menschen im Bergland auch auf diesem Gebiet helfen zu können. Der Grundstein ist gelegt und die Bauarbeiten gehen langsam per Hand und ohne größere Baugeräte vorran. Für diese Zahnklinik gilt es jetzt Pläne für Netzwerk, Telefon, etc. anzufertigen so das uns unser Projekt auch hier in Deutschland nicht ganz loslässt.

So soll die Zahnklinik aussehen

Hier, direkt neben dem Hospital entsteht die Zahnklinik

 

Dienstag 14.07.2009 Ja wo sind sie denn hin?

Seit dem letzten Eintrag sind schon wieder einige Tage vergangen und heute wollten wir uns dann doch mal wieder "zurückmelden". Wo wir im Moment wohnen gibt es leider noch keinen Telefon- oder Internetanschluss so das wir nur bei Freunden ab und zu mal ins Internet können. Deswegen habt ein wenig Geduld wenn wir uns eine Email geschrieben habt aber bis jetzt noch keine Rückmeldung von uns erhalten habt, wir antworten noch! Ansonsten leben wir uns langsam wieder in Deutschland ein und genießen die Zeit mit Johanna. Nachts lässt Johanna uns doch tatsächlich schon mal 5 Stunden am Stück schlafen und darüber sind wir wirklich dankbar :-) Fotos von Johanna liefern wir euch natürlich nach!

 

Mittwoch 24.06.2009 Johanna Klingelhöfer

Heute mittag um 12:30 Uhr ist unsere kleine Tochter Johanna Klingelhöfer mit einem Gewicht von: 3500 gr und einer Größe 51 cm geboren worden. Mutter und Kind (und der Vater natürlich auch:-) sind wohlauf.

 

Montag 15.06.2009 Einladung

Lange haben wir nichts von uns hören lassen aber es gibt uns noch. Unser kleines Baby befindet sich noch in Simones Bauch und im Moment sieht es auch so aus als wenn es sich noch ein paar Tage Zeit lassen möchte. Aber wer weiß das schon so genau, wir werden euch aufjedenfall auf dem laufenden halten. Nun aber zum Thema des Artikels! Am kommenden Sonntag den 21. Juni werden wir in unserer Heimatgemeinde in Lemgo einige Fotos aus unserer Zeit in Peru zeigen. Los geht es am morgen um 10:30 Uhr mit einem Gottesdienst und einer kurzen Vorstellung unserer Arbeit danach grillen wir alle zusammen und gegen Mittag möchten wir euch dann die letzten 2,5 Jahre Peru komprimiert in ca. 1 Stunde vorstellen. Auch wenn ihr immer aufmerksam unsere Homepage gelesen und alle Fotos hier betrachtet habt, gibt es doch immer noch eine Menge unveröffentlichter Bilder und Berichte. Ihr seid also herzlich eingeladen, wir freuen uns auf euch. Hier noch mal alle Daten:

Wann: Sonntag 21.06.2009 10:30 Uhr Gottesdienst, anschließend grillen und danach Präsentation unserer Arbeit

Wo:Gemeinde am Grasweg
Evangelisch freikirchliche Gemeinde Lemgo/Brake
Grasweg 5
32657 Lemgo

 

Montag 01.06.2009 Rollstuhl

Als wir letzte Woche durch die Stadt (in Deutschland) gingen viel mir ein Rollstuhlfahrer auf wie er mit seinem Rolli unterwegs war. Sofort musste ich an unser peruanisches Modell denken. Aus den USA bekommen wir nach Peru ein Gestell aus Stahl mit zwei vormontierten Fahrradreifen geschickt. In Peru müssen wir nur noch einen Plastikstuhl kaufen und die Beine ein wenig absägen. Fertig ist der Rollstuhl. Immerhin besser als gar kein Rollstuhl und die Leute sagen mit einem großen Kissen ist das ganze auch gar nicht mal so unbequem. Damit ihr euch das ganze auch vorstellen könnt, hier zwei Fotos für euch:

 

Sonntag 24.05.2009 Ankunft

Inzwischen sind wir wieder gut gelandet in Deutschland, wir drei haben den Flug gut überstanden und unser kleines Baby ist auch noch da wo es im Moment noch hingehört, im Bauch. Freitag morgen waren unsere Kisten mit dem Gepäck dann auch schon in Hannover zur Abholung bereit. Der Mitarbeiter vom Frachtunternehmen versicherte mir am Telefon auch das wir die Kisten gleich in Empfang nehmen können wenn wir uns vorher nur noch den Zollstempel vom deutschen Zoll abgeholen würden. Also fuhren wir von der Lagerhalle direkt zum Zollbüro und bekamen innerhalb von 5 Minuten (ohne Leibesvisitation :-) den begehrten Stempel. Was uns in Peru also fast 6 Stunden gekosten hatte war hier in Deutschland in 15 Minuten erledigt! Faszinierend! Nun sind wir dabei uns langsam wieder an die deutsche Kultur mit ihren Sitten und Gebräuchen zu gewöhnen, "Nein, im Strassenverkehr wird nicht gehupt!", "Salat muss man nicht desinfizieren!" "Das Wasser aus dem Hahn ist Trinkwasser!" Manches ist für uns noch seltsam aber so langsam sind wir auch mit dem Kopf hier in Deutschland angekommen. Aber wir haben noch jeden Menge Geschichten und Fotos aus Peru für euch welche wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Wir werden versuchen euch das ganze in den nächsten Tagen online zu bringen. Aber vellicht sehen wir uns bis dahin ja schon mal persönlich :-)

 

Dienstag 19.05.2009 Import / Export

Heute haben wir uns mal mit Import / Export befasst. Tagesaufgabe: Unser Übergepäck als Frachtgut nach Deutschland zu transportieren und anstatt 20 Euro/Kilo nur 2,37 Euro/Kilo zu bezahlen. Zeitlimit 6 Stunden. Alles begann das unser Taxifahrer eine Panne hatte und nicht kommen konnte. Also Taxifahrer Nr. 2 bestellt. Dann mitten ins Herz von Limas Warenumschlagplatz gefahren. Nach 10 Minuten hatte ich (Timo) auch schon eine Frachtnummer mit der ich das Gepäck abgeben sollte, soweit die Theorie! Ins Gebäude kommt man nur wenn man seinen Ausweis abgibt. 1. Versuch Lieferanteneingang, Taxi mit Gepäck durfte passieren, ich musste aussteigen. Also ums Gebäude geflitzt und den offiziellen Eingang genommen, dort Pass abgegeben und Leibesvisitation über mich ergehen lassen. Endlich drin mit offiziellem Ausweis! An der Warenanahme wollte man aber die Frachtpapiere sehen, also ins nächste Büro, vorher Leibesvisitation und dann Papiere abholen. Wieder zur Laderampe, vorher wieder Leibesvisitation. An der Rampe fragte man mich und wo sind die 2 Kopien von den Papieren? Also wieder zurück, Leibesvisitation und Kopien angefertigt. Zurück zur Laderampe, Leibesvisitation und Gepäck endlich ausgeladen. Okay und wo sind die Aufkleber mit der Flugnummer? Na klar organisieren ich, aber wo? Zurück zum Büro, ah vorher Leibesvisitation na klar. Mal ehrlich muss das sein? Irgendwann stelle ich fest das neben mir ein Geldtransporter sehr kleine sehr schwere Kisten ausläd. Scheint also doch nötig zu sein. Also die Aufkleber, ja es kommt jemand damit, aber wohin? Zurück zur Laderampe, Leibesvisitation und dann kommt tatsächlich ein Mann mit meinen Aufklebern. Nun werden die Sachen durch das Röntgen geschoben und ich muss durch die Sicherheitskontrolle, Leibesvisitation, mit rein. Jetzt wirds witzig, unsere Kisten werden zu einem Lagerplatz gefahren und 2 Kisten komplett ausgeladen. Alles liegt auf dem Boden und der Drogenhund beschnüffelt erstmal alles. Dann werden Taschenlampen auseinandergebaut, könnte ja was drin sein und alle Batterien entfernt. Die können Sie aber nicht verschicken! Okay dann halt nicht, aber er fragt nochmal nach. 1h später habe ich nun schon mit 3 Herren über das Thema Batterien gesprochen, aber ich muss die wirklich nicht verschicken, ehrlich! Gut dann nehmen ich sie wieder mit, äh ja klar ich hole sie dann nach der Leibesvisitation wieder ab. Die Ware ist im Lager und nun? Zurück zur, Leibesvisitation und dann den 1. Stempel abholen das die Ware drin ist, dann zu Büro 2 und 2.Stempel das Ware nach Deutschland verschickt wird. Zollpapiere? Ja die habe ich, nee Dokument A1 muss es sein, und wo bekomme ich das her, 5km entfernt weiter in der Stadt! Nicht wirklich, oder? Ein anderer Mann welcher das wohl beruflich macht schenkt mir dann eine von seinen Vordrucken. Puh. Also 2-3 Stempel abholen und 2mal Leibesvisitation. Auf zum Zoll! Leibesvisitation und an den Schalter, die haben Mittagspause.... 1h später gehts weiter, Kopie vom Pass, Packliste, Zolldeklaration, Frachtpapiere, etc. na klar habe ich alles. Jetzt wirds spannend, wenn die Kisten ROT bekommen muss ich alles auspacken, ORANGE vielleicht alles auspacken, GRÜN nichts auspacken...... Wo ich das erfahre? Zurück zu Büro 4 oder 5. Also mit dem Auto zurück und zum Schalter, Mittagspause, nicht schon wieder! 1h später gehts weiter....... ich bekomme ORANGE! Nicht wirklich, oder? 5h sind um und immer noch kein Land in Sicht, aber der Mann hat Mitleid schließlich hatte ich ihm heute morgen schon unsere ganze Missionsgeschichte hier in Peru erzählt und drückt den fehlenden Stempel drauf. Jetzt fehlen mir nur noch 2 Stempel und 2 Leibesvisitationen und ich habs geschafft und tatsächlich ist 1h später alles erledigt. Ich habs geschafft!!! Wenn jetzt nur noch alles gut in Deutschland ankommt.

 

Montag 18.05.2009 Abschied 2

Standen bis vor ein paar Tagen die Zeichen noch nicht ganz so auf Abschied, sind wir dem ganzen jetzt doch schon wieder ein Stück näher gekommen. Unsere Pässe sind von den peruanischen Behörden freigegeben worden so das wir das offizielle OK zur Ausreise schon mal haben. Das Gepäck welches wir in die Hauptstadt vorgeschickt hatten hing leider in einem 72h Streik im Süden Perus fest, aber nun ist es auch in Lima angekommen. 4 Flüge wurden wegen Nebel abgesagt und die Flugverbindung Cusco-Lima war für einige Stunden zum erliegen gekommen. Heute morgen hatte unser Taxifahrer eine Panne und konnte uns leider nicht abholen um die Zollformalitäten mit uns zu regeln. Aber so ist das nun mal hier im Land, es klappt alles irgendwie aber meistens auf den letzten Drücker. Immerhin konnten wir unsere Wohnung schon komplette auflösen und für die nachkommende Missionarin vorbereiten. "Vamos a ver" Wir werden sehen wie man hier so schön sagt.

 

Dienstag 12.05.2009 Abschied und Rezept

So langsam geht auch für uns die Zeit hier in Peru zu Ende. Noch in diesem Monat werden wir, wenn alles so klappt wie geplant, wieder bei euch in Deutschland sein. Aber dazu später mehr. Heute haben wir für euch mal einen kulinarischen Leckerbissen: "Cuy Chactado", Fritiertes Meerschweinchen. Wer schon immer mal wissen wollte wie man das ganze zubereitet findet hier das Originalrezept unserer Vermieterin:

Zutaten:
· 1x Meerschwein ca. 2-3 Monate alt
· Maismehl
· Limone
· Knoblauchpulver
· Öl

Zubereitung:
Das Meerschweinchen töten indem ihm das Genick durch leichten Zug an Kopf und Hinterbeinen gebrochen wird. Das tote Cuy (Meerschweinchen) dann immer wieder in heißes Wasser tauchen und von den Hinterbeinen beginnend das Fell abziehen.
Im nächsten Schritt die Bauchdecke öffnen und alle inneren Organe entfernen. Auch den Mund des Cuys öffnen und säubern da sich hier häufig Reste verbergen. Das Cuy nun im ganzen salzen und mit Limone bestreichen, dann 2 Stunden ruhen lassen. Danach mit Knoblauchpulver und wieder Limone bestreichen und das Cuy über Nacht im Kühlschrank (falls einer vorhanden ist) ruhen lassen. Am folgenden Tag das Cuy in Maismehl wälzen und wieder mit Limone beträufeln.
Zum Mittagessen wird das Cuy nun in heißem Öl für ca. 10 Minuten pro Seite
fritiert. Damit das Meerschweinchen komplett mit Öl bedeckt ist kann es in dem heißen Topf mit Öl mit einem Stein beschwert werden.
Serviert wird dieses Gericht mit Karoffeln und einer Soße nach Wahl.
Guten Appetit

Das Rezept als PDF-Datei findet ihr hier.

So sieht das ganze dann serviert aus

Das bleibt dann noch übrig nach dem Essen

 

Dienstag 05.05.2009 Brunnenbau

Rund um das Hospital gibt es neben dem normalen Patientenbetrieb immer noch Projekte welche immer noch nicht abgeschlossen sind. Eine von diesen Baustellen ist das Projekt "Brunnenbau". Das Hospital leidet immer noch unter einer schlechten Wasserversorgung, so bekommen wir nur Montags, Mittwochs und Freitags Wasser aus den Bergen um unser Reservoir zu füllen. Nun hat man aber schon vor mehr als 1 Jahr Grundwasser unterhalb des Hospitals gefunden. Ein Minenbesitzer aus Lima hat den "Ausbau" des Brunnens auch finanziert, aber wie das hier in Peru nun mal so ist gibt es immer Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Seit letzter Woche ist nun eine Firma am Werk die sich vorgenommen hat 60m tief per Hand zu graben! Jeden morgen wird ein Arbeiter an einer Seilwinde herabgelassen und fängt mit Hacke und Schüppe an die Erde in einen Eimer zu schaufeln. Das ganze wird dann mit Muskelkraft nach oben befördert. Derzeit haben die Brunnenbauer mit dieser Methode schon 27m ereicht. Immerhin befestigen sie die Wände mit Zement damit nichts einstürzt, zusätzlich wird in das Loch auch noch Sauerstoff gepumpt. Wir sind gespannt ob die Jungs mit dieser Methode wirklich bis auf 60m kommen und ob dann auch noch Trinkwasser vorhanden ist.

Die Baugrube für den Brunnen

27m in die Tiefe (könnt ihr den Arbeiter unten erkennen?)

 

Mittwoch 29.04.2009 Heuschrecken

Zum Ende der Regenzeit werden auch die Insekten hier in Peru immer mehr. Im Moment kämpfen wir hier am Hospital gegen eine Heuschreckenplage. In Peru ist es noch üblich Gift gegen diese Tiere zu spritzen. Leider sind die Mittel teilweise so stark und in Deutschland schon längst verboten das auch die Menschen davon Schaden nehmen können. Auf den Feldern ist es so das die Bauern einen kleinen Teil des Feldes für sich reserviert haben auf dem sie kein Gift verwenden, auf dem restlichen Teil wird aber kräftig Gift gespritzt. Auf Nachfragen warum er denn seinen Teil nicht spritzt und den Rest schon antwortete er, "Wenn die Früchte Wurmstiche haben kauft sie mir auf dem Markt keiner ab, aber das Insektenmittel ist sehr giftig und wir möchten das so nicht essen!" Im Hospital hat es uns eine Menge Überzeugungsarbeit gekostet das wir kein Gift verwenden möchten um die Pflanzen und Bäume zu schützen, aber was tun? Auf dem Bild unten seht ihr einen Teil der Lösung. Alle Arbeiter schwärmen wenn es sehr schlimm wird aus uns sammeln per Hand die Heuschrecken ein. Gestern morgen hat es sich wirklich gelohnt da ist ein ganzer Sack voll Heuschrecken zusammen gekommen.

Heuschreckensammeln im Hospital

 

Mittwoch 22.04.2009 Reingefallen

Obwohl wir nun schon über 2 Jahre hier in Peru leben werden auch wir hin und wieder mal übers Ohr gehauen :-( Diese Woche wollte ich (Timo) mir einen neuen Taschenkalender für 2009 kaufen. Hier in Peru sind die aktuellen Kalender nicht ganz so früh verfügbar und deswegen ist April eine ganz gute Zeit dafür. Auf der Strasse trafen wir eine Frau welche eine ganze Tasche voll Kalender hatte und diese zum Kauf anbot. Hier in Peru kann man die besten Sachen auf der Strasse kaufen, das ist also nichts ungewöhnliches. Der erste Kalender von 2009 war mir ein wenig groß aber das zweite Modell sagte mir auf Anhieb zu. Wir waren uns auch sofort über den Preis (0.35 Euro) einige. Noch auf dem Heimweg vieles mir dann schlagartig ein "Du hast bei dem zweiten Kalender gar nicht das Jahr überprüft!" So war es dann auch, die Verkäuferin hatte mir doch tatsächlich einen alten Kalender von 2008 angedreht :-( Aber eines muss man den Peruanern lassen, geschäftstüchtig sind sie!

 

Freitag 17.04.2009 Wucher!!!

Im Moment haben wir hier am Hospital nur eine Anästhesistin und wenn diese Krank oder im Urlaub ist können wir im Moment keine Narkosen also auch keine Operationen durchführen. So passierte es auch vor einigen Tagen das der OP geschlossen war. Leider brach sich genau in dieser Zeit der Ehemann einer Mitarbeiterin ein Bein. Nachdem wir ein Röntgenbild aufgenommen hatten war sofort klar, das Bein muss operiert werden! Wir konnten das Bein aber vorerst nur stabilisieren und den Patienten in das 1,5h entfernte Krankenhaus nach Abancay schicken. Dort teilte man den Angehörigen mit das im Momant alle OP Termine vergeben wären und der nächste Termin frühestens in 2 Wochen frei wäre. Wenn man natürlich zu einer freiwilligen Zahlung von 1000 Soles bereit wäre, dann könnte die Operation auch sofort durchgeführt werden. (Zum Vergleich, bei dem hier geltenden Einkommensniveau wäre es genauso als wenn ein Arzt in Deutschland 4000 Euro verlangen würde) Bei einer Nachverhandlung konnten die Angehörigen den Preis immerhin noch auf 800 Soles senken. Zusätzlich mussten aber ein Verwandter im 1600km entfernten Lima noch die notwendige Titanplatte besorgen und nach Abancay schicken. Die weiteren Behandlungkosten musste die Familie selbstverständlich auch noch bezahlen. Viele Armen Menschen welche einfach kein Geld für eine Behandlung haben werden hier in Peru bei einem Notfall noch zusätzlich ausgenutzt. Wer von euch könnte sich vorstellen nach einem Unfall in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden und zuerst Bestechungsgelder zu bezahlen bevor die Behandlung beginnt. In Deutschland würde so ein Fall unter "Unterlassene Hilfeleitung" fallen, aber wir sind hier nun mal in Peru!

 

Samstag 11.04.2009 Sklavenjunge

Sklaven! Man sollte meinen dass es das auf dieser Welt doch eigentlich gar nicht mehr geben sollte. Aber leider gibt es auch in Peru noch immer Fälle von Sklaverei. Eine Missionarin bekam Kontakt zu einer Familie in der ein Junge von 10 Jahren wohnt. Ihr viel auf das dieser Junge nicht so wirklich zur Familie gehört und schon morgens im Haushalt zu arbeiten anfing ohne zur Schule zu gehen. Mit der Zeit bekamen wir dann auch die Hintergründe heraus und so wie in dieser Familie passiert es in vielen Familien hier in Peru. Eine arme Familie weit oben in den Bergen hat viele Kinder, kann aber nicht alle versorgen, deswegen wird ein Kind in die nächste Stadt "verkauft". Sie denken dort hat es dann wenigstens genug zu Essen, denken diese Familien. In der neuen Familie bekommen sie dann auch genug zu Essen, müssen aber schon morgens früh aufstehen um im Haushalt zu helfen. Dieser Junge welchen wir hier getroffen haben heißt Ronaldiñ, ist 10 Jahre alt, war noch nie in der Schule und sein Bett steht bei Wind und Wetter draußen auf dem Balkon. Eine Missionarin von Diospi-Suyana kümmert sich nun ein wenig um diesen Jungen. Seit diesem Jahr geht er nun auch endlich zur Schule. Wir hoffen das ihm diese Schulbildung hilft seinen Umständen irgendwann entfliehen zu können.

Hier schläft Ronaldiño

 

Freitag 03.04.2009 Elektrizität und die Normen

Hier in Peru muss man sich ja an ziemlich viele Dinge gewöhnen. Ich, Timo habe ja mal eine Ausbildung zum Elektriker in Deutschland absolviert. Dort lernt man zum Beispiel, Leitungen werden in der Wand immer waagerecht oder sekrecht verlegt. Dann kann sich sicher sein wenn man mitten in der Wand ein Loch bohrt KEINE Leitung zu treffen. Hier in Peru ist das ein wenig anders. Die Devise lautet, der kürzeste Weg ist auch der Beste, denn dort spart man am meisten Kabel! Aber schaut euch einfach die Fotos an und wenn ihr das nächste mal ein Loch in eurer Wohnung bohrt passt auf das ihr keine Stromleitungen trifft. Fotos gibt es hier.

 

Samstag 27.03.2009 Photovoltaik

Montag morgen war das Projekt "Solar-Haus" nun doch nicht ganz fertig. Aber es reichte damit die Techniker der Solaranlage mit dem Aufbauen beginnen konnten. Nun nach einer Woche Arbeit steht das gute Stück endlich. Während des Tages speichern wir nun in 24 Batterien ca. 30 KW/h. Während der Nachtstunden nutzen wir diese Energie um damit, völlig kostenlos, Teile unserer Ausenbeleuchtung zu betreiben. Diese Spende wird uns ca. die Kosten für 1000 KW/h im Monat einsparen. Wir sagen der Spenderfirma vielen Dank!

Die Photovoltaikpanels

Hier wir die Energie für die Nacht gespeichert

 

Mittwoch 24.03.2008 Finanzamt?

Vorgeschichte: Hier in Peru müssen alle Geschäfte beim Finanzamt (hier heißt das Sunat) angemeldet sein. Wer sein Geschäft anmeldet erhält einen offizielen Quittungsblock mit dem er dann auch Quittungen schreiben kann. Wer sein Geschäft nicht anmeldet ist illegal und das ist auch hier in Peru strafbar!

Geschichte: Hier in Peru ist gerade Schulanfang und alle Kinder brauchen wieder Hefte, Stifte, Schulranzen, Uniformen etc. So auch die Kinder von Augustina um die wir uns ja im Moment kümmern. Letzte Woche kam Elvis zu uns und sagte er bräuchte noch ein paar besondere Hefte für ein Unterichtsfach. Ich gab ihm also Geld damit er in die Schreibwarenhandlung gehen konnte um die Hefte zu kaufen. Vorher sagte ich ihm aber: "Bring mir aber bitte ein Quittung mit!" Einen Tag später kam er wieder mit den Heften und einem handgeschriebenen Zettel, keiner offizielen Quittung. Auf meine Nachfragen warum er keine bekommen hatte bekam ich folgende Antwort. Achtung jetzt kommts: "Nein also mit dem Finanzamt würde sie (der Laden) nicht zusammenarbeiten!" Kann man sich das in Deutschland auch aussuchen :-) Peru das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

 

Freitag 20.03.2009 Noch 72 Stunden!

Hier in Peru ist so das es immer einen gewissen Zeitdruck braucht bis etwas fertiggestellt wird. In genau 72 Stunden erwarten wir 4 Techniker aus Lima um eine gespendete Photovoltaikanlage hier am Hospital aufzubauen. Trotz einiger Versprechungen unseres Betonmeisterns das alles schon so gut wie fertig ist sieht es im Moment noch gar nicht danach aus. Die Fläche für die Solarpannels ist zwar fertig betoniert, aber das kleine Haus in dem die Batterien und die Technik untergebracht werden soll steht noch ein wenig im Rohbau. Aus diesem Grund arbeiten gerade 12 Personen auf den 12,25 qm um den Bau doch noch in den nächsten 72 Stunden abschließen zu können. Während die einen noch Stromleitungen in den Wänden verlegen verputzen die anderen schon die Wände oder arbeiten am der Dachkonstruktion. Wie gesagt nur noch 72 Stunden, aber wir werden es schaffen!!!

Die Fläche und das Haus für die Photovoltaikanlage.

 

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Simone_und_Timo_Klingelhöfer

Digitale Karte vom Hospital Diospi-Suyana.